Jahrgang 
1868
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erſparen hierauf erfolgte ein ſtürmiſches Halloh, wüthender Kampf der Clique mit der Claque, bei welchem Erſtere ſiegte, und zum Schluſſe eine rührende Verſöhnung aller Parteien. Der Director des Karltheaters, Herr Anton Aſcher, hat es für nothwendig gehalten, uns nebſt der Gallmeyer noch Göthe's SchönbarthſpielDas Jahrmarktsfeſt zu Plunderweilern vor⸗ zuführen. Das Urtheil der Börſianer, welche ſeit Jahren ein Privilegium auf die Sperrſitze dieſer Bühne beſitzen, lautete jedoch, ohne daß dieſe Herren durch irgend eine literarhiſtoriſche Kritik im Vorhinein beeinflußt worden wären, kühl ablehnend. Der Göthe hat ganz hübſche Sachen, hieß es,zur Noth kann man in der Burg bei Fauſt oder Götz einen Abend aushalten, aber im Karltheater iſt uns der Langer oder Verg ſchon lieber, beſonders die Couplets ſind viel zeitge⸗ mäßer. Herr Aſcher hat im erſten Jahre ſeiner Direction vom 1. September 1866 bis 1. September 1867 an 345 Theaterabenden 6 Schauſpiele, 48 Luſtſpiele, 48 Poſſen, 26 Schwänke, 35 Operetten und 2 Tanzdivertiſſements geben laſſen, im Ganzen demnach 183 Stücke mit 264 Acten. Dieſer ſtattlichen Tabelle ſteht jedoch ein viel trübſeligerer Caſſarapport entgegen als jener des Theaters an der Wien, welches unter der Direction Strampfer's an 600 Abenden 7 Stücke abſpielte, nämlich die Schöne Helena 120 Mal, Blaubart 71 Mal, Hirſchkuh 128 Mal, Eſelshaut 104 Mal, Schafhaxl 71 Mal, Leichte Perſon 70 Mal und die Groß⸗ herzogin von Gerolſtein, die eben jetzt im Zuge iſt, bis heute 36 Mal. Das Theater in der Joſephſtadt iſt wieder einmal aufgeſperrt worden. Provinzſchauſpieler mimen dort alten Trödel, der kaum noch Freikartenabnehmer lockt. Dieſe kleine Bühne hat das umfaſſendſte Privilegium. Sie kann Alles geben, und hat Alles gegeben, Luſtſpiele, Poſſen, claſſiſche Trauerſpiele ſind hier mit und ohne Gäſte vorgeführt worden. Hier producirten ſich Pepita, ungariſche, böhmiſche(czechiſche) und franzöſiſche Geſellſchaften, hier war italieniſche und deutſche Opernſtagione, hier tanzten, ſprangen und agirten Donato, der einbeinige Spanier, Klitznig, Türken, Araber, Chineſen und Japaneſen, hier zeigten Zauberer ihrer Künſte, es declamirte Baron Klesheim und auch Kindervorſtellungen haben wir hier erlebt, und trotzdem hat dieſe Bühne noch jeden Director zu Grunde gerichtet und wird am 15. October zum fünften Mal erecutiv verſteigert. Am ſelben Tage findet die erſte Vor⸗ ſtellung unter der Directivn des Kapellmeiſters Klerr im Harmonietheater in der Roſſau ſtatt, das in der einzigen Winterſaiſon, die es bisher erlebt, fünf Directoren ruinirt hat. Mehr ebenbürtig als würdig reihen ſich an dieſe Bühnen die Theater der Vororte Wiens und die zahlreichen Sing⸗ ſpielhallen an, wo beſonders in Meidling das Logenpublikum mit den Schauſpielern bei offener Scene ſehr heiter con⸗ verſirt, Privatdifferenzen abwickelt oder mit dem Buche in der Hand ihre Gedächtnißfehler ſo laut corrigirt, daß das kunſt⸗ ſinnigere Parterrepublikum das Logenplikum ſchließlich, um den Kunſtgenuß ohne Störung genießen zu können, beim Kragen faßt undaußi feuert. Dort ſind Blumen, Aepfel, Zwetſchken, Semmeln und Küpferkreuzer beliebte und gefürchtete Wurfgeſchoſſe, ohne daß es zwiſchen den Schauſpielern und dem verehrungswürbigſten Publikum, dank der rechtzeitigen Intervention des Polizeicommiſſitärs, bis jetzt zu einem Hand⸗ gemenge gekommen wäre. Inm Sitzungsſaale der Gartenbau⸗ geſellſchaft gaben die Gebrüder Davenport am 10. Oetober die erſteSchrankſitzung, zu welcher beinahe nur Journaliſten geladen weren. Der ſonſt übliche Humbug von Klopfgeiſtern und ijen war dieſes Mal unterblieben, die bekannten Kunſtſhücke der im Schranke mit Stricken gefeſſelten Brüder werdyn jedoch mit ſolch überraſchender Geſchicklichkeit ausge⸗ fühdaß das löbliche Auditorium, obgleich beinahe Alle per⸗ ch Bekannte waren, anfangs unwillkürlich bald dieſen, baßd jenen im Verdachte des Einverſtändniſſes mit den Hexen⸗

iſtern hatte. Dieſe Beſchuldigung war jedoch eine unge⸗ rehte,der Witz der Geſchichte beruht lediglich auf der uſſglaublichen Gewandtheit der Davenport's, die ihre Hände

unterſtützende Vorrichtung zu enthalten. Die Experimente des Profeſſor Fay, der nach der Schrankſitzung im verfinſterten Zimmer mit Phosphor beſtrichene Guitarren fliegen ließ, fan⸗ den ebenfalls allgemeinen Beifall.

In einem armſeligen Hauſe vor den Linien Wiens ſtarb dieſer Tage Bertha Revay, die Tochter eines ungariſchen Zeichenlehrers. Zu Ende der vierziger Jahre war ſie im Vollbeſitz der Jugend, Schönheit und einer prachtvollen Stimme, eine vielbewunderte Sängerin, die in ganz Europa Aufſehen erregte und goldbedeckte Lorbeerkränze erntete. Im Jahre 1845 trat ſie auch in Berlin unter ungeheuerem Beifalle auf wurde daſelbſt von ihrem Lehrer und Reiſebegleiter um zwanzig⸗ tauſend Gulden beſtohlen und ergab die Gerichtsverhandlung, als der Dieb erwiſcht wurde, ſo viel Scandaloſa, daß Fräulein Revay polizeilich aus Berlin verwieſen wurde. Sie wandte ſich von dort nach Wien, feſſelte einen kleinen Hofſtaat junger Leute aus den beſten Häuſern, die ſich für ſie ruinirten und ihr, als ſie auch von Wien ausgewieſen wurde, nach Prag folgten. Dort ſchlug bei einer Waſſerpartie der Kahn um, in dem ſie ſich nebſt vier Verehrern befand. Drei der Begleiter fanden ihren Tod in den Wellen. Einer rettete ſich und das Fräulein Revah, um ſie ſofort zu verlaſſen und zu ſeiner Familie zurückzukehren. Fräulein R. hatte infolge des Schreckens ihre Stimme verloren, ſank immer tiefer und tiefer und ſpielte im Jahre 1848 auf den Barrikaden von Wien eine nicht ſehr ehrenvolle Rolle. Nach der Revolution trieb ſie ſich mit einem Leierkaſten herum, und ſang ſtatt im Concert und der Oper, in Branntweinkneipen und auf den Straßen zotige Vierzeilige, denen Trunkenbolde Beifall johlten, bis Hunger, Kummer, Elend und Noth ihrem Leben ein Ende machten. Die geſammte Hinterlaſſenſchaft der einſt ſo gefeierten Sängerin, die Hunderttauſende vergeudet hatte, beſtand aus einem Bündel ſchmuziger Lumpen.

Es ſei uns hier gegönnt, noch den Nekrolog eines der popu⸗ lärſten Männer Wiens bringen zu dürfen. Leopold Engländer iſt geſtorben! Der bombaſtiſche Broſchürenſchreiber, der Erfinder deraußerordentlichen Feſte, der Organiſator der Wiener Demi⸗ Monde aller Klaſſen und Stände. In dem Jahre 1823 kam er als armer Judenjunge im Alter von dreizehn Jahren von Nikols⸗ burg nach Wien, wurde Comptviriſt, Bierverſilberer, ließ ſich taufen und eröffnete das Gaſthaus in der Währingerſtraße Zum Engländer, deſſen Negligéebälle bei der Wiener Lebe⸗ welt bald den beſten, ſoll heißen den ſchlimmſten Ruf be⸗ kamen. Im Jahre 1848 beherbergte er den vom Gaſtwirth Katzmayer auf der Wieden hinausgeworfenen demokratiſchen Club, in welchem Jellinek und Ekhardt die Republik pro⸗ clamirten, wie auch zwei radicale Arbeitervereine. Der eine von letzteren machte unter dem Uhrmacher Swoboda mit einer humanitären Leihanſtalt und Zettelbank Fiasco, während der andere unter Engländer's Leitung ſich zu einer wechſelſeitigen Unterſtützungsbank heranbildete, proſperirte und bald an drei⸗ zehntauſend Mitglieder zählte. Der Militärgouverneur Kempen löſte dieſen Verein im Jahre 1849 auf, geſtattete dagegen Herrn Engländer, die Sinnlichkeit der Wiener geſchäftsmäßig auszubeuten, was dieſer mit ſo viel Geſchick ausführte, das ſeine Localitäten in der Währingergaſſe, von wo er ſpäter in denSperl und von da in das Theatergebäude in der Joſephſtadt in dieSträußelſäle auswanderte, wie geſagt, der Sammelplatz des liederlichen Volkes aller Stände wurden. Sein Bruder Sigmund redigirte im Jahre 1848 das radicale WitzblattKatzenmuſik, das ſpäter den TitelCharivari annahm, flüchtete rechtzeitig nach Paris, nahm jedoch daſelbſt nicht den Namen Holländer an, wie vielſeitig behauptet wird, redigirte auch nicht dieSituation und iſt auch nicht neulich geſtorben, ſondern ging, nachdem er eine ſehr zweideutige Rolle geſpielt, nach London, wo er unter nicht beſonders ehren⸗ haften Bedingungen ſich an dem Reuter'ſchen Telegraphen⸗ bureau betheiligen ſoll. Trotzdem Engländer gut katholiſch getauft und zeitweiſe auch fromm war, verleugnete er dennoch nicht den ſpeculativen Sinn ſeines Stammes⸗ So erzählte man, daß einer ſeiner Freunde aus einer Verlaſſenſchaft ein

azs jeder auch noch ſo engen Schlinge ziehen und die künſt⸗ chſten Knoten im Nu löſen, der Schrank ſelbſt ſcheint keine ſie

Gut in Steiermark kaufte, das mit dem Servitute behaftet