Jahrgang 
1868
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Ihr ſeid ein ufficiale napolitano(neapolitaniſcher Offizier)*).

Was ſprichſt du da, du Hund? ſchrie ein ſehr miſerabler neapolitaniſcher alfiere(Fähnrich) dazwiſchen und ſprang drohend heran.

Dieſes Subject, protegirt durch den Marſchall de Vial, war im Vorjahre von Chiavone(wie ich glaube, mit Recht) der Unterſchlagung von Geldern beſchuldigt, geprügelt und aus der Truppe hinaus geworfen worden und ſchien jetzt ge⸗ ſonnen, die empfangenen Prügel zurück zu zahlen. Ich jagte ihn weg und empfahl Chiavone, ſich zur Ruhe zu begeben.

Si, signor, ſagte er;aber beſtätigen Sie mir noch, daß ich nicht erſchoſſen werde.

Ich wollte und konnte den Menſchen nicht täuſchen und gab ihm daher gar keine Antwort.

Er ſchien das zu verſtehen; denn er ſchlug jammernd die Hände vor das Geſicht, blickte dann lange forſchend um her und bat endlich: ich möchte ſeine Feſſeln etwas nach⸗ laſſen.

Ich ließ zum Entſetzen der neapolitaniſchen Offiziere ſeine Fußfeſſeln ganz abnehmen und die Stricke an den Händen bedeutend lockern. Ich kannte meinen Mann und wußte, daß, wenn er auch die feſte Abſicht hatte, einen Fluchtverſuch zu machen, er ſchließlich doch immer vor der hiermit verbundenen Lebensgefahr zurückſchrecken werde. Seine phyſiſchen Eigenſchaften waren allerdings für einen kühnen Fluchtverſuch ſehr günſtig; denn er war ein vortrefflicher Läufer und Springer, beſaß eine erſtaunliche Sinnenſchärfe und kannte die ganze Gegend ſo genau wie ſeine Taſche. Aber er war ſehr feig, und ein echter Feigling wird, ſelbſt um ſein Leben zu retten, es niemals aufs Spiel ſetzen: er wird widerſtandslos, geiſtig und körperlich gelähmt, den ſicheren Tod erwarten.

Ob Chiavone in jener Nacht zu fliehen beabſichtigte, weiß ich nicht; doch ſah ich ihn wiederholt, vorſichtig umher⸗ ſpähend, das Haupt erheben, minutenlange in dieſer Haltung verharren und dann, wie vor dem Blicke der Wachen zurück⸗ bebend, wieder in ſich zuſammenſinken. Auch flüſterte er ſeinem Leibguiden manchmal angelegentlich zu; aber dieſer ſchien weder zu ſehen noch zu hören.

Unter ſolchen Beobachtungen ſchlief ich ein, und fand, als ich erwachte, Alles zur Abführung der Verurtheilten fertig.

Draußen, vor der Hütte wälzte ſich Chiavone, entſetzlich ſchreiend auf der Erde und war endlich nur durch Bedrohung mit dem Bajonnet zum Aufſtehen zu bewegen.

Der tüchtigſte der eingeborenen Offiziere, Lieutenant Batti, commandirte die Executionsmannſchaft, welche gegen 4 Uhr früh(28. Juni) in der Richtung nach Triſulti ab⸗ marſchirte.

Gegen 7 Uhr rückte Batti wieder ein und meldete, daß das Urtheil vollzogen ſei.

Wie iſt er geſtorben? fragte Triſtany.

Erbärmlich! Ueber alle Begriffe erbärmlich! rief Batti.

Er hatte die Verurtheilten etwa eine Stunde weit auf dem Wege nach Triſulti fortgeführt, war dann nach Caſtagna's Weiſung unter dem Vorwande, man ſähe Franzoſen, einige hundert Schritte in dichtes Gebüſche eingedrungen und hatte hier den Gefangenen ihr Urtheil verkündet. Da warf Chiavone ſich und den an ihn gefeſſelten Lombardo zur Erde nieder und wälzte ſich unter entſetzlichem Geſchrei ſo wild umher, daß es unmöglich ſchien, die Execution zu vollziehen.

Erſt nach einer halben Stunde wurde es etwas ruhiger, ließ ſich die Augen verbinden, kniete nieder und ſprach das große katholiſche Gebet. Als dieſes aber zu Ende ging, warf er ſich wieder jammernd nieder und ſuchte ſich mit dem Körper Lombardo's zu decken. Das wiederholte ſich dreimal; ſo daß Butti endlich ſagte:Chiavone, Ihr mögt nun zum vierten Male beten; dann aber müßt Ihr ſterben. Faßt Euch als Mann, ſonſt wird Euer Ende ein ſchweres ſein.

*) Die eingeborenen Offüziere der alten neapolitaniſchen Armee

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Zum vierten Male begann das Gebet, während die Mannſchaft auf Batti's Winkfertig nahm. Aber Chiavone hatte das Knacken der Hähne gehört; ſinnlos ſchreiend warf er ſich wiederum zur Erde, riß die Binde von den Augen weg und klammerte ſich an Batti's Knie. Der Mann, der ſo leicht bereit wa der für ſeine Opfer ſtets nur grauſamen

niemals geſehen!

an und feuerten.

Erde nieder und blieben ſo liegen.

dem rechten Auge heraus.

und erſchoſſen ſie an Ort und Stelle.

worden war.

brennen.

Weiſe die beiden Leichen entdeckte.

genommen.

Aſche geworden.

der Geſchichte desBrigantaggio d

Quellen fehlte, die ihn nach wie v Sora hauſen ließen.

Triſtany's und mehr noch meiner P

Treue und Loyalität für ihn zu

erfreuten ſich der gründlichſten Verachtung der Bevölkerung, und zwar meiſt mit vollem Rechte.

zu leben.

Trotz der auf Caſtagna's Rath an thuerei drang das Gerücht von Chiavone ganz Italien; obgleich es auch nicht an

klammerte jetzt winſelnd die Füße Derer, die und bettelte unter Thränenſtrömen um ei Leben!

Eine entſetzlichere Scene als die Hinrichtung Chavone's haben dieſe an düſteren Geſchichten ſo reichen Wälder wohl

Um ein Ende zu machen, verſtändigte Batti zwei Mann, die Erſchießung von rückwärts vorzunehmen. blicke, als der Lieutenant ſich von Chiavone losgemacht, ſetzten die Beiden raſch ihre Gewehre an die Köpfe der Delinquenten

Beide Verurtheilte ſtürzten lautlos mit dem Geſichte zur Lombardo war todt, Chiavone aber war gar nicht getroffen; denn von dem auf ihn gerichteten Gewehre war das Zündhütchen abgefallen und es hatte daher verſagt. Nichtsdeſtoweniger lag er wie todt am Boden und empfing in dieſer Haltung den Gnadenſchuß. Die Kugel drang hinter dem linken Ohre hinein und unter

Dieſer 27. Juni war ein wahrer Tag des Gerichtes; denn wenige Stunden nach der Füſilirung Chiavone's ertappten wir in einer Felsſchlucht oberhalb Triſulti, gen tiume, auf friſcher That drei gemeine Bitten der Grenzbevölkerung ſchon ſeit Wochen verfolgt hatten,

Banditen, die wir auf

Nachdem wir in den nächſten Tagen durch raſche, kecke Contremärſche einer großen, zwiſchen Franzoſen und Piemon⸗ teſen combinirten Treibjagd entgangen waren, k Abende des 4. Juli in die Valle dell' kamen dabei unweit der Stelle vorüber,

Während die Truppe in das Höllenthal hinabſtieg, be⸗ gab ich mich in Begleitung mehrerer Hffiziere und Soldaten zur Richtſtätte, um die noch unbeſtatteten Leichen zu ver⸗

Es war ſtockfinſter in dem Dickichte und wir irrten lange darin umher, bevor einer der Soldaten in höchſt unheimlicher Er ſtrauchelte nämlich über die eine und fiel mit einem gellend Sanctissima! der Länge nach auf die andere.

Wir errichteten nun einen großen Scheiterhaufen, betteten die Todten darauf und zündeten ihn an den vier Ecken an, nachdem ich mir noch eine Locke von Chiavone's Haupte

Unvergeßlich iſt mir der tiefergreifende Eindruck, den dieſe ſchauerliche Todtenfeier auf mich machte. Das Feuer brannte die ganze Nacht hindurch, und als der Morgenſtern am Himmel erſchien, war auch der letzte Reſt von Gebein zu

Auf der Heimkehr zur Valle dell' inferno bezeichneten wir noch durch Einſchnitte an Bäumen den Weg zu dieſer in

enkwürdig

or in der

An mehr oder minder fein erſonnenen Verdächtigungen

erſon feh

licher Weiſe nicht. Dafür ſorgten, neben Dieb lingen, die ich einſt von meiner Truppe weggejagt, auch jene eingebornen Ritter, welche den König Franz bis nach Rom verfolgt hatten, um dort in ſicherer Ruhe und

erſterben

r, Andere zu tödten, Spott gehabt, um⸗

nige Minuten

In dem Augen⸗

inferno zurück. Wir wo Chiavone füſilirt

gewandten Geheim⸗ 8 Tod bald durch

unerſchütterlicher

er verrathen,

annt Capo del

ehrten wir am

enMadonna

en Stelle.

zuverläſſigen Montagne die

lte es begreif⸗ ben oder Feig⸗

und von ihm