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Ein Bettelweib ſaß an des Meeres Strand, Es flattert in Sturm ihr zerriſſenes Gewand.“ Ein liebliches Kindlein bleich und bloß Saß bitterlich weinend auf ihrem Schoß.
„Ach Mutter, mich friert und hungert ſo ſehr
* Ach— zürne nicht Mutter— ich trag's nicht mehr!“—
„Mein Kind, ich wurde noch nimmer ſatt, Seitdem mich dein Vater verlaſſen hat!“
Es heult der Sturm und die Woge kracht, Das Kindlein ſchreit und das Bettelweib lacht: „O raſet ihr Wogen, ihr Stürme nach Luſt, Es tobt wohl noch ärger in meiner Bruſt.
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„Mir haben die eigenen Aeltern geflucht, Weil ich Glück bei dem Heißgeliebten geſucht; Es floh der Verräther, die Aeltern ſind todt.— O weine nicht, Kind, Gott endet die Noth.“—
„Ach Mutter, mir wird ſo weh, ſo kalt, Ach ſchaue die liebliche Engelsgeſtalt! Sie küſſet mich leiſe, bald küßt ſie auch dich!“— „Stirb, herziges Kindlein— o bete für mich.“
Da raſten die Wogen gewaltig und ſchwer, Ich ſah das Weib und das Kind nicht mehr!
Verlag der Hausfreund-Expedition(E. Graetz) in Verlin, Kronenſtraße Nr. 21. Verantwortlicher Herausgeber: Hans Wachenhuſen.
Haupt⸗Expedition und Druck bei F. A. Brochaus in Leipzig.
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