Jahrgang 
1868
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Im zwölften oder dreizehnten Jahrhundert lebte ein ſehr unge⸗ ſchickter Arbeiter, der von Werkſtatt zu Werkſtatt wanderte, ohne je⸗ mals das Meiſterrecht erlangen zu können. Eines Tages wurde er nach einem Seehafen geſendet, wo man Anker ſchmiedete. Das Schweißen einer dieſer enormen Eiſenmaſſen gelang nicht; man ſchob ihm die Schuld dieſes Mislingens zu, und ſeine Kameraden prügel⸗ ten ihn durch und gingen dann in eine Schenke. Der arme Arbeiter ſaß weinend in einem Winkel der Werkſtatt, als er einen ganz in Roth gekleideten Menſchen auf ſich zukommen ſah, der ihn nach dem Grund ſeines Kummers fragte.

Nachdem er ihm ſeine Noth geklagt hatte, ſagte der rothe Mann:

Sei ſtill, zünde das Feuer in der Schmiede wieder an, wir wollen den Anker ſchweißen.

Der Arbeiter gehorchte zitternd.

Als die Eiſen glühend waren, legte er ſie auf den Ambos, aber in dem Augenblick, wo er den Hammer erheben wollte, ging ihm die Kraft aus und er ließ ſein Werkzeug ſinken.

Nun führte der röthe Mann einen gewaltigen Fauſtſchlag auf das Eiſen und der Anker war geſchmiedet. Dann ſagte er zu dem Arbeiter:

Ich bin der Teufel. Wenn du einen Pact mit mir machen willſt, ſo wirſt du der geſchickteſte Schloſſer werden und alle Arbeiten unternehmen können, die du willſt.

Ohne die Antwort abzuwarten, verſchwand er und ließ dem Arbeiter zwei Goldſtücke zurück, die gleichſam das Handgeld des Pactes waren, zugleich trug aber der Schloſſer auf der Stirn zwei kleine Hörner.

Als er zu ſeinen Kameraden in die Schenke ging, hielten ihn dieſe zum Narren und gaben ihm den Beinamen Biscornet, der ſich bis zu unſerer Zeit erhalten hat.

Von jenem Zeitpunkt an war aber der Schloſſer ſehr geſchickt und lieferte ſehr ſchöne Arbeiten. In einer ſchwierigen Lage erſchien ihm der rothe Mann zum zweiten Mal, zog ihn aus der Verlegen⸗ heit und forderte ihn auf, jetzt einen bindenden Pact zu unter⸗ zeichnen.

Biscornet gab dem Teufel ſeine Seele und verſprach ihm ſeinen erſten Sohn.

Einige Zeit ſpäter ſollten die Thore der Notre⸗Dame in Paris gearbeitet werden. Niemand wollte ſich dieſer Arbeit unterziehen, aber Biscornet unternahm ſie. Sorgfältig in ſeine Werkſtatt einge⸗ ſchloſſen, führte er ſie mit Hülfe des Teufels glücklich zu Ende. In einer einzigen Nacht ſtellten ſie die beiden Seitenthüren an Ort und Stelle auf: Biscornet die nördliche, durch welche man zum gewöhn⸗ lichen Gottesdienſt geht, der Teufel die füdliche, welche faſt niemals geöffnet wird und noch vor dreißig bis vierzig Jahren die Teufels⸗ thür hieß.

Die mittlere Thür konnte der Teufel nicht aufſtellen, weil ſie dem Allerheiligſten gegenüber war und den Durchgang zur Proceſſion des heiligen Sacramentes bildete.

Dies iſt, wie die Legende hinzufügt, der Grund, warum das Portal der Notre⸗Dame niemals vollſtändig wurde.

Unterdeſſen gerieth Biscornet mit dem Teufel oft in Streit. Biscornet weigerte ſich zu heirathen, aus Furcht, daß er einen Sohn bekäme und ihn dem Teufel übergeben müßte. Dieſer verlor aber die Geduld, packte Biscornet und entführte ihn durch die

üfte.

Da begriff der Schloſſer die ganze Tragweite ſeines Fehlers; er betete zu Gott ſo inbrünſtig, daß der Teufel ſeine Kraft verlor und zu nahe über das Kreuz ging, welches den Glockenthurm einer Abtei krönte. Biscornet hielt ſich daran feſt; ſogleich war der Teufel machtlos und ließ Biscornet los, der nun zu den Mönchen hinab⸗ ſtieg, um ſie nicht mehr zu verlaſſen.

Als er in dieſer Abtei ſtarb, ſtand er im Geruch der Heiligkeit.

Dies iſt die Legende von den Thüren der Notre⸗Dame⸗Kirche in Paris. L.

Wir haben ſchon die eigenthümlichen Wirkungen des Blitzes während der letzten Stürme erwähnt. Hier ſind noch einige Beiſpiele.

In Radden(im Sadne⸗ und Loire⸗Departement) hat er in ein Zimmer eingeſchlagen, wo ein junges Mädchen Leinwand plättete, er hat ihr das Plätteiſen aus der Hand und in die Mitte der Stube geſchleudert.

In Villefranche hat der Strom eine Stutzuhr getroffen in dem Augenblicke, als ſie ſchlug; der Blitz hat, wie es der geſchickteſte Drechsler nur machen könnte, die Zähne des Rades weggeriſſen, das die verſchiedenen Stunden ſchlägt, ſodaß zum großen Erſtaunen der Hausbewohner die Uhr zu ſchlagen fortgefahren hat, bis das Schlag⸗ werk gänzlich abgelaufen war.

In Danct(im Rhone⸗Departement) hat der Blitz in die Kirche während des Gottesdienſtes eingeſchlagen.

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Ein allgemeiner Schrei des Entſetzens erſcholl. Der Pfarrer verließ ſeinen Platz, wo ihn eine Staub⸗ und Rauchwolke einhüllte, und vom Altar her ſagte er ſeinen Pfarrkindern:Beruhigt euch und behaltet eure Plätze, es iſt nichts, es iſt kein Unglück geſchehen,

Er irrte ſich. Fünfundzwanzig bis dreißig Perſonen waren mehr oder weniger getroffen, vier wurden beſinnungslos weggetragen.

Der Rendant der Kirchenkaſſe lag zuſammengekauert unter einer Bank, ſeine Augen waren weit offen, aber matt und verſchleiert. Er gab kein Lebenszeichen mehr, man hofft, ihn zu retten. Seine Jacke brannte, und er hatte von ſeiner Hoſe nur den Vund behalten, das nebrige hat nicht wiedergefunden werden können. Seine Schuhe waren ihm zerfetzt und blutig von den Füßen geriſſen worden. Die Monſtranz iſt weggerafft worden, ſie war voller Beulen, mit einem großen Loch im Fuße. Die Hoſtie wurde unter einem Haufen Kies wiedergefunden.

Fünf bis ſechs Ellen des Getäfels vom Chor waren in Stücke zerſplittert.

Die Thurmſpitze iſt ganz abgedeckt; ihre Schiefern ſind in den benachbarten Feldern wieder aufgehoben worden. Der Thurm iſt an mehreren Stellen geriſſen, und eine ſeiner Ecken abgeſtumpft.

Auf dem Tanargue⸗Berge(Departement Ardeche) hat ein ſchreck⸗

licher Blitz einen Hirten und 203 Schafe getödtet. In Beaucaire hat der Blitz eine Frau Carnalier und ihre Tochter in ihrem Eßzimmer getödtet. D.

Lopez.

Als der Verräther Kaiſer Maximilian's eines Tages durch einen plötzlichen Angriff einer Abtheilung Diſſidenten überrumpelt wird, zieht er ſeinen Degen und gibt das ſchmähliche Beiſpiel reißend ſchneller Flucht; ſeine Reiterei macht ſofort Kehrt, und ſo geſchieht es, daß Lopez hinter der Front bleibt.

Plötzlich ſtürzt ſein Pferd, von einer Kugel getroffen, und ſicher erreichte ihn die Hand ſeiner unerbittlichen Feinde, wenn nicht einer ſeiner Offiziere, mit Gefahr des eigenen Lebens, ſein Pferd herum⸗ geworfen hätte, auf welches er Lopez hinter ſich zu ſpringen zuruft.

Mit Hülfe des Offiziers, welcher Lopez die Hand reicht, ſchwingt er ſich zu ihm aufs Pferd, welches jedoch bereits erſchöpft unter der doppelten Laſt zuſammenzubrechen droht.

Er begreift mit ſeinem kalten Blute, welches ihn keinen Augen⸗ blick verlaffen, die drohende Gefahr, zieht aus ſeinem Gürtel ein Piſtol und zerſchmettert ſeinem Retter das Gehirn; hierauf entledigt er ſich durch einen Stoß ſeiner Leiche und entflieht auf dem erleich⸗ terten Pferde!.

In dieſem Artikel wird noch hinzugefügt, daß dieſer Elende in Mexico allgemein verachtet wurde, und daß man mehr wie einmal es verſucht hat, dem von ihm eingenommenen Kaiſer die Augen zu öffnen leider vergebens! K.

Vom Biüchertiſch.

Als werthvollen Hausſchatz empfiehlt derHausfreund ſeinen Leſern die zwei BändeDeutſche Sagen, welche, von den ver⸗ ſtorbenen Brüdern Grimm herausgegeben, in zweiter Auflage (Berlin, Nicolaiſche Verlagsbuchhandlung, 1866) erſchienen ſind. Der erſte Band enthält eine Abbildung derSage, nach Wilhelm von Kaulbach's genialem Gemälde. Was die großen Todten, Jakob und Wilhelm Grimm, in deutſcher Sprachforſchung geleiſtet, iſt bekannt genug; was ſie der Kinderwelt an Perlen und Demanten durch ihre Märchenſammlung geſchenkt, iſt ebenſo bekannt.Grimm's Kinder⸗ und Haus⸗Märchen, wer hätte das Buch nicht verſchlungen gleich demRobinſon undGullivers Reiſen in Liliput? Die vorliegende Sagen⸗Sammlung bietet dem reiferen Alter ähn⸗ liche Genüſſe. Es läßt ſich über ihren Werth nicht beſſer urtheilen, als die Herausgeber ſelbſt im Vorwort gethan, wo es unter Andern heißt:Die Lüge iſt falſch und bös; was aus ihr her⸗ kommt, muß es auch ſein. In den Sagen und Liedern des Volks haben wir noch keine gefunden: es läßt ihren Inhalt wie er iſt und wie es ihn weiß; dawider, daß manches abfalle in der Länge der Zeit, wie einzelne Zweige und Aeſte an ſonſt geſunden Bäumen vertrocknen, hat ſich die Natur auch hier durchewige und von ſelbſt wirkende Erneuerungen ſicher geſtellt.

Kleine Poſt der Bedaction.

R. S. in Stettin. Gewiß werden auch die von Ihnen ſo ſehr begehrtenPho⸗ tographlen wieder im Hausfreund erſcheinen. Augenblicklich iſt der Verfaſſer mit einem großen Unternehmen, das ſeine ganze, eminente Arbeitskraft in Anſpruch nimmt, völlig beſchäftigt. 2

Fräulein Kosa J. in Gotha. Ihr Wunſch gehört eigentlich mehr in das Gebiet der Modezeitungen, doch werden wir denſelben gern erfüllen.

Der Hausfreund erſcheint in Bänden von je 16 Heften à 6 großen Bogen mit ſchönen Original⸗Illuſtrationen, mit einem

mit humoriſtiſchen Bildern illuſtrirten Umſchlag elegant geheftet.

Preis pro Heft 5 Sgr.