Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

in un⸗ Beider. Pierte Leibes, abge⸗

efan⸗

läung nehe⸗ grifen 13

eſchen,

ie he⸗

ht leb⸗ ünften ie er⸗ nſches

rie** längſt Namen hte.

meiner ebens⸗ denn ge

mälde

e Art nanen, ſoll ich rſtund dieſen emüth ngen

fürch⸗ er ge⸗ rtiger ſchler, Feen alſo

den ſchwarzen Wimperbogen, wenn ihr Mund küſſend auf ſeinen Lippen ruhte.

Der Notar ließ ſich in ſeiner Begeiſterung nicht beirren, ſondern fuhr fort:

Jedes Wort verſchönt ihre Stimme, die gewöhnlichſten Ding e erhalten in ihrem Munde einen ungewohnten Zauber; wiederholt ſie die Worte Anderer, ſo kennt man dieſe nicht wieder, ſie ſelbſt kann ſich wiederholen, ſie eben iſt ſtets neu. Eine Blume, welche zwangslos und natürlich ihr volles braunes Haar ſchmückt, könnte dem geſchickteſten Coiffeur zum Modell dienen, was ſie berührt erhält Grazie, wäre es noch ſo gewöhnlich.

Pierre lächelte abermals, es war das Lächeln der Modewelt.*

Der Notar ſchien auch dieſes nicht zu bemerken, oder bemerken zu wollen.

Komm und ſiehe ſelbſt mein Ideal.

Dabei ergriff er die Hand Pierre's und ſtieg die Treppe hinab.

Wir ſollten eigentlich hinaufſteigen, zum Himmel geht es nach oben, ſagte der Notar; diesmal lächelte er, Pierre fühlte darinnen einen kleinen Spott.

Das Glöckchen der Vorſaalthüre läutete ſilberrein, eine niedliche Kammerzofe empfing die Beiden, und bat ſie einzu⸗ treten, ſie werde der gnädigen Baronin ſofort Meldung machen.

Wie verſchieden dieſes Gemach, in das ſie eingelaſſen wurden, von dem der Lady! Nicht daß ihm etwas gefehlt hätte, aber hier bemerkte man das engliſche Comfort, dort den franzöſiſchen Luxus, hier eine gewiſſe Ruheſtimmung, dort die nie raſtende, ſich ewig umwälzende Beweglichkeit. Die Engländerin Wolſey war Franzöſin, die franzöſiſche Baroneſſe Engländerin geworden.

An der Wand bemerkte Pierre ebenfalls ein werthvolles Gemälde. Er prüfte es noch, als Marie ins Zimmer eilte und den alten Notar auf das Herzlichſte bewillkommnete.

Sie hatte Pierre gar nicht bemerkt, erſt der Notar machte ſie aufmerkſam.

Mein Freund, Pierre Laroſſe, Maler.

Die Wangen der Baronin überzog eine Röthe, die der blendendſten Schönheit jenen wunderbaren Reiz ſchüchterner Weiblichkeit verleiht.

Beide begrüßten ſich mit einer ſtummen Verbeugung, Beide waren überraſcht von dem gegenſeitigen Eindruck des Momentes, in dem Pierre klar empfand, daß der Hymnus ſeines Freundes weit hinter der Wirklichkeit geblieben ſei, die Baroneſſe zum erſten Male im Leben einem Manne gegenüberſtand, welchem die Kunſt als unbeſiegliche Empfeh⸗ lung vorausging.

Der Notar rieb ebenſo verſtohlen als vergnügt die Hände, als er Pierre ſtumm und erſtaunt vor ſeiner gelieb⸗ ten Tochter, wie er die Baronin oft nannte, gefeſſelten Fußes gebannt ſah.

91

Die Pauſe zu unterbrechen, nahm er das Wort.

Man ſieht ſogleich, daß wir einen Maler im Zimmer haben, er hatte Sie, meine Verehrte, über dem Bilde dort beinahe vergeſſen.

Es iſt der Land⸗ und Stammſitz meiner Familie in Süddeutſchland, ein kleines Paradies; dorthin werde ich mich begeben, wenn es in Paris, obſchon es mein Geburtsort iſt, und ſeinem Weltgewühl mir nicht mehr gefällt.

Ich will nicht fürchten, daß ſich bereits Symptome dieſes Nichtgefallens eingeſtellt haben, nicht fürchten, ſagte Pierre,daß Paris um den Verluſt der edelſten und reinſten Perle aus ſeiner Frauenkrone trauern ſoll.

Das liebreizende Geſicht der Baronin wurde ernſter, ſie ſchien über dieſe Galanterie betroffen, wenn nicht verletzt.

Haben Sie, fragte ſie den Notar,Herrn Laroſſe von meinem Vorhaben bereits unterrichtet?

Schweit mein Auftrag ging, ja.

Ich muß, fuhr ſie fort, als, ihrer Einladung Folge leiſtend, Pierre und der Notar Platz genommen hatten, noch einmal auf unſern Landſitz zurückkommen. Vor einigen Tagen habe ich von meinem Bruder einen Brief erhalten. Er iſt von ſeiner Reiſe zurückgekehrt, hat aber, wie er ſchreibt, zu viel fire Weltluft und Luſt eingeſogen und will in der Ruhe der Natur geſunden.

Meine Abweſenheit beklagt er und hat mich als Erſatz um mein Portrait gebeten. Nun könnte ich ihm zwar als Daguerreotyp, Photographie erſcheinen, allein die erſte Bil⸗ derart hat mir zu viel Verwandtes mit einem Spiegel, die andere gefällt mir auch nicht, es fehlt ihr doch das eigentliche Leben, das gibt nur die lebendige Poeſie der Farben; ein wohlgelungenes Helgemälde iſt eine neue Schöpfung unſerer ſelbſt. Aus Ihrer Meiſterhand, Herr Laroſſe, möchte ich, ſo zu ſagen, durch die Kunſt neu geboren hervorgehen. Darf ich die Erfüllung meiner Bitte hoffen?

Zu jeder Minute, gnädigſte Baroneſſe, haben Sie über meine ſchwachen Kräfte zu gebieten.

So bitte ich morgen zu beginnen. Richten Sie ſich ein Zimmer in meinem Hauſe ein, welches Sie zum Atelier für geeignet halten. Möchten Sie eins finden, denn ich muß geſtehen, obſchon Franzöſin, neige ich mich doch den geſunden Lebensanſichten Englands hin, mein Haus iſt meine Welt, ich würde alſo, wenn auch nicht ungern, doch auch nicht un⸗ befangen anderswo Ihnen ſitzen, wie leicht auch könnte die Perle in Frankreichs Frauenkrone einen trüben Hauch erhal⸗ ten, und das, Herr Laroſſe, wäre Ihnen vielleicht ſchmerz⸗ licher als mir, ſchloß ſie lächelnd ihre Rede, reichte dem Notar die Hand und eilte nach anmuthiger Verbeugung gegen Laroſſe in das Nebengemach.

Pierre nahm ſich kaum Zeit zum Abſchied vom Notar.

Dieſer aber ſagte, als er nach ſeiner Stube hinaufſtieg: Hat das holde Weſen mein Auge ſo bezaubert, wie vielmehr das eines Malers. Siehſt du, mein lieber Pierre, ich hatte doch Recht.(Fortſetzung folgt.)

Im Schwarzwald. II.

Ich hatte den herrlichen Schwarzwald faſt nach allen

Richtungen durchkreuzt, auch einen Abſtecher in das durch ſeine herrlichen Volkstrachten ſo intereſſante Elſaß gemacht; es blieb mir nur noch ein kleines Theil übrig. In Horn⸗ berg, dieſer reizenden Stadt, hatte ich mich noch ſo lange aufgehalten, bis mir Gelegenheit geboten war, eine Bauern⸗ hochzeit mitzumachen.

Die Hochzeitsleute kamen von dem benachbarten Dorfe Reichenbach, woſelbſt keine Kirche iſt, in einem großen male⸗ riſchen Zuge mit Muſik und unter dem Krachen von Böller⸗

ſchüſſen nach Hornberg herab. ſe 3 hier eine der ſchönſten Trachten wahrzunehmen.

Die Mädchen mit ihren gelben, ſchöngeformten Strohhüten mit rothen Wollballen, die ſie, wenn ſie in den Stand der Ehe treten, oder auch wenn ſie eines ſittlichen Fehltrittes über⸗ wieſen werden, mit ſchwarzen vertauſchen müſſen, nehmen ſich ganz reizend aus; auch die Burſchen und Männer mit ihren gerippten Mancheſterröcken, meiſtens braun und ganz mit Flanell gefüttert, ſehen gar ſtattlich und charakteriſtiſch aus; nur iſt es ſchade, daß die Kniehoſen auch hier immer ſelte⸗ ner werden; man ſieht faſt nur noch alte Männer, die ſie tragen.

Ich wohnte ich mich dann in dem Wirthshaus,

der Trauung bei; den übrigen Tag trieb in dem die Hochzeit

12*