Jahrgang 
1868
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Hlluſtrirtes Vollisblatt. Herausgeber: Hans Wachenhuſen.

XI. Jahrgang.

1868. N 6.

Der Fallenſteller.

Erzählung aus dem nordamerikaniſchen Grenzleben. Von Balduin Möllhauſen.

GFortſetung.)

ie arme Mutter überlebte den harten Schickſalsſchlag

nicht lange. Etwa ein Jahr hindurch litt ſie noch, eben

ſowol in Folge körperlicher Schwäche, als weil ſie bis zum̃ letzten Augenblick den wahren Stand ihrer äußeren Verhält⸗ niſſe zu verheimlichen ſuchte und auf einen glücklichen Wechſel derſelben hoffte. Mit dem reich beladenen Train, der in die Hände der Eingeborenen fiel, war nämlich auch Uobano's im Laufe der Jahre mühſam errungenes Vermögen bis auf einige ausſtehende, kaum nennenswerthe Summen verloren gegangen, ſo daß nach dem Tode der Mutter kaum ſo viel blieb, wie nothwendig war, um Margareth's beſcheidene Lebensbedürf⸗ niſſe zu beſtreiten. Und dennoch würde das kleine Erbtheil ſchwerlich ausgereicht haben, wenn nicht ein Bruder Urbanos der ebenfalls in Santa⸗Fe anſäſſig war, ſich des armen ver⸗ waiſten Kindes erbarmt und daſſelbe in ſein Haus und in ſeine Familie aufgenommen hätte.

Margareth ſtand damals in ihrem elften Jahre; ſie befand ſich alſo in dem glücklichen Alter, in welchem das Gemüth durch empfangene Schickſalsſchläge weniger nachhaltig berührt wird und ſich, wenn auch noch ſo tief bedrückt, leichter wieder aufrichtet. S iſt eben der hohe Vorzug der Jugend, daß die derſelben geſchlagenen Wunden ſich nicht nur ſchnell ſchließen, ſondern auch ſo verharſchen und vernarben, daß wenigſtens keine ſchmerzhaften Male zurückbleiben. So ge⸗ wöhnte auch Margareth ſich bald an ihre neue Lage, und von allen Seiten begegnete man dem lieben Kinde mit ſo viel aufrichtigem Wohlwollen, daß es eben nur in dem älterlichen Hauſe hätte beſſer aufgehoben ſein können.

Jahre gingen wieder dahin; Margareth war zur lieb⸗ lichen Jungfrau erblüht, als Umſtände eintraten, die ſie bitter bereuen machten, jemals in das Haus ihrer Verwandten ein⸗ gezogen zu ſein. Ihr Onkel beſaß nämlich einen Sohn, der, obwol um ſieben oder acht Jahre älter, als ſie ſelbſt, anfäng⸗ lich ein freundlicher und zuvorkommender Spielgefährte für ſie geweſen, dann aber plötzlich ſein Benehmen völlig änderte und ſie auf Schritt und Tritt mit ſeinen zudringlichen Anträgen verfolgte. Margareth hatte nie etwas Anderes als verwandt⸗ ſchaftliche Zuneigung zu ihrem Vetter Tomaſo empfunden, und auch dieſe hatte in den letzten Jahren einen empfindlichen Stoß erlitten, als ſie allmählich einſehen lernte, daß derſelbe, wie die meiſten der dortigen jungen Leute, einen Lebenswan⸗ del führte, der nichts weniger als dazu geeignet war, ihm Wachenhuſen's Hausfreund. KI. 2.

die Achtung ſeiner Mitmenſchen zu verſchaffen. Er kam oft durch den Genuß geiſtiger Getränke berauſcht nach Hauſe; wo kleine Zwiſtigkeiten in blutigen Kampf ausarteten, bei welchem Piſtolen und Bowiemeſſer die Hauptrolle ſpielten, konnte man darauf rechnen, daß er ſich auf die eine oder andere Art be⸗ theiligt hatte, kurz und gut, er durfte mit vollem Recht zu den böſeſten und gefährlichſten Charakteren von Santa⸗Fe gezählt werden, die nur je zur nächtlichen Stunde die Straßen einer Grenzſtadt unſicher machten. Arme, kleine Margareth; weiter reichte ihre Erfahrung nicht; aber aus ihren Schil⸗ derungen ging deutlich hervor, daß Tomaſo auch vor ſchwereren Verbrechen nicht zurückſchreckte, wenn dieſelben zur Befriedigung ſeiner thieriſchen, wild aufgeregten Leidenſchaften führten. Arme kleine Margareth, das konnteſt du freilich nicht ahnen, nicht errathen, denn du warſt ein Engel der Unſchuld und der Vergebung.

Im Uebrigen ſtand Tomaſo's Leben nicht im Wider⸗ ſpruch zu den dortigen Verhältniſſen: er trieb ſich jagend in den Gebirgen umher, verkehrte viel mit den Einge⸗ bornen, mit denen er im Auftrage ſeines Vaters handelte und tauſchte, doch wollte man bemerkt haben, daß für bloße Tauſch⸗ geſchäfte ſein Verkehr mit denſelben faſt ein zu inniger ge⸗ worden ſei. Zunächſt entſprang hieraus der Verdacht, daß er von manchen an den Weißen verübten Räubereien der Apaches und Comanches mehr wiſſe, als mit der Ehre und dem Ge⸗ wiſſen eines rechtſchaffenen Mannes verträglich.

Der Vater war mit der Lebensweiſe ſeines Sohnes allerdings nicht einverſtanden; doch wie wollte er ſeinen Ein⸗ fluß geltend machen in einem Lande, in welchem die Knaben, ſobald ſie die Büchſe zu heben vermögen, ſich als freie Herren betrachten und ſich von dem Einfluſſe ihrer Aeltern los⸗ ſagen?

So lange Tomaſo nicht daheim war, hatte Margareth keinen Grund, ſich zu beklagen oder mit ihrer Lage unzu⸗ frieden zu ſein, kehrte er aber nach Hauſe zurück, ſo war fie keine Stunde vor ſeinen hinterliſtigen Nachſtellungen ſicher;

denn er hatte nicht ſohald erkannt, daß mit gleißneriſcher Güte und Schmeicheleien bei ſeiner jungen ſchönen S

nichts auszurichten ſei, als er ſich die Aufgabe ſtellte, Liſt oder Gewalt dennoch an das verwerfliche Ziel zu gelangen.

Sein Vater war nicht blind für ſeine verbrecheriſchen Abſichten; er durchſchaute dieſelben ohne Zweifel beſſer un

genauer, als es die arme, unſchuldige Wargareth vermocht 1