Jahrgang 
1868
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nicht mehr zwiſchen den Nadeln zu ſäuſeln und keine Vogel⸗ ſtimme ſchallt durch den dürren Wald; ſelbſt der Specht, der anderwärts an den vom Borkenkäferfraß kranken oder an den rothfaulen Stämmen hämmert, iſt längſt weggezogen, da es ja keine Käfer und Larven mehr gibt. Man muß eine ſolche Verheerung geſehen haben, um ſie zu begreifen; ſie zu be⸗ ſchreiben iſt unmöglich.

Da die großartigen Raupenverheerungen im Allgemeinen durchaus übereinſtimmend ſich uns darſtellen, gleichviel durch welche Art ſie hervorgebracht werden, ſo haben wir hier, als die bisher am furchtbarſten auftretende die Nonne Li- paris monacha L. gewählt. In dieſem Jahre und be⸗ ſonders in den oſt⸗ und weſtpreußiſchen Forſten(namentlich in der Tuchler Haide) hat aber eine andere Raupe gewüthet, die Forleule, welche ſchon Linnt diefichtenverderbende Noctua piniperda genannt hat und die man, bis zu dem oben geſchilderten Auftreten der Nonne, auch für die allerverderblichſte erachtet hatte.

Es würde uns zu weit führen und liegt auch außer dem Rahmen dieſer Schilderung, die forſtwiſſenſchaftlichen Vertilgungsmaßregeln und Verſuche eingehend zu verfolgen, ſo intereſſant eine ſolche Ueberſchau auch ſein müßte. Im Allgemeinen ſteht auch hier der Menſch gerade ſeinen win⸗ zigſten Feindeslegionen faſt machtlos gegenüber. Der einzige im Bereich der Möglichkeit liegende Weg einer erfolgverhei⸗ ßenden Bekämpfung iſt in der naturgeſchichtlichen Erforſchung ihres Lebens zu finden und in dieſer ſind vorzugsweiſe die Arbeiten des Profeſſor Ratzeburg von der größten Be⸗ deutung. Er hat allen dieſen kleinen Ungezieferarten auch zuerſt die Bezeichnung beigelegt, die wir zur Ueberſchrift dieſer Schilderung gewählt.

Für uns hier müſſen namentlich die ſelbſteigenen Be⸗ ſtrebungen der Natur, das in ihrem Schoße geſtörte Gleich⸗ gewicht auch durch eigenes Walten wiederherzuſtellen, von Intereſſe ſein. Wie gegen jeglichen Feind ihres Waltens, ſo bietet die Natur auch gegen die verheerenden Raupen⸗ ſchaaren ihreSicherheitswächter auf. Außer den Vögeln ſind dies die bereits erwähnten Schlupfwespen oder Ichneumoniden, welche in mehreren Tauſend Arten in Deutſchland vorkommen und dadurch, daß ſie im Innern anderer lebendigen Inſekten ſich entwickeln und dieſe dadurch zu Grunde richten, zu den allerwirkſamſten Verderbern ſchäd⸗ licher Thiere gehören und von außerordentlicher Wichtigkeit für den Naturhaushalt ſind.

Eine Anzahl faſt mikroſkopiſch kleiner Schlupfwespchen legt ihre winzigen Eierchen in Mehrzahl an oder in Schmet⸗ terlingseier, deren Inhalt wochenlang ausreicht, 12 13 frei⸗ lich unendlich kleiner Schlupfwespenlärvchen zu ernähren und zu beherbergen. So liegt wenigſtens für jedes Ei oder Larve (Raupe) oder Puppe die Möglichkeit vor, daß im Innern der Todeswurm bereits nagt. Dieſe Möglichkeit wird er⸗ fahrungsmäßig zur Wahrſcheinlichkeit gegen das Ende jeder großen Verbreitung ſchädlicher Inſekten.(Roßmäßler.)

Der Scharfſinn Ratzeburgs zog aus derartigen Beob⸗ achtungen nun gar wichtige Schlüſſe. Er ließ in den ver⸗ ſchiedenen, von Raupenfraß befallenen Revieren Raupen ſo⸗ wie deren Eier einſammeln und dieſe aufbewahren. Zur Zeit ihrer Entwickelung bevachtete er nun, was daraus wurde. Bemerkte er, daß aus 25 30 Stück vom Hundert der Raupen⸗

eier oderPuppen ſtatt der Raupen oder Schmetterlinge, Schlupfwespen entſchlüpften, ſo durften nach ſeiner ſicherſten Erfahrung jegliches Raupeneinſammeln, Spiegel- und Eier⸗ vertilgen, ſowie ſämmtliche derartige Maßregeln durchaus auf⸗ gegeben werden denn es ſtand feſt, daß der Wald(eben durch die Thätigkeit der in der überwiegenden Anzahl aller Raupen hauſenden Schlupfwespen) ſich ganz von ſelbſt reinigen werde. Es galt dann nur, die Schlupfwespen ſelbſt nicht durch fortgeſetztes Raupeneinſammeln mit zu vertilgen.

Dieſe große Wirkſamkeit der Schlupfwespen veranlaßte andere Forſtmänner aber auch ſogar zu dem Beſtreben, dieſe Waldbeſchützer gewiſſermaßen zu hegen und zu züchten, um ſie gleichſam als Meute gegen die noch nicht befallenen Rau⸗

pen loszulaſſen. Man ſuchte die von Schlupfwespen befalle⸗ nen Raupen noch bis zur völligen Entwickelung ihrer In⸗ ſaſſen zu füttern. Dies geſchieht in ſogenannten Raupen⸗ zwingern, d. h. in derart unfriedigten Plätzen oder Be⸗ hältern, daß aus ihnen nicht die darin zuſammengeſperrten Raupen u. ſ. w., ſondern nur die aus dieſen ſich entwickeln⸗ den Schlupfwespen die Freiheit gewinnen können. In ſolche Zwinger, auch oft beſonders Raupenzwinger genannt, werden die aufgeleſenen ſchädlichen Inſekten eingeſperrt von der Zeit an, da man bemerkt, daß die Schlupfwespen und Mord⸗ fliegen in ihnen ſich häufiger zu zeigen beginnen. Dadurch wird die Entwickelung dieſer letztern begünſtigt und doch wer⸗ den diejenigen ſchädlichen Inſekten, welche frei von Schlupf⸗ wespen geweſen ſind, gehindert, weitern Schaden anzurichten. Das dieſen gegebene Futter muß man dem Walde an Orten entnehmen, wo es möglichſt ohne Nachtheil geſchehen kann. Es gibt jedoch wichtige Autoritäten, unter ihnen Ratzeburg ſelbſt, welche auf die Zwinger keinen andern Werth legen als höchſtens den, in beguemer Nähe den Procentſatz der ſchlupfwespenkranken Waldverderber kennen zu lernen. Im⸗ merhin behalten ſolche Zwinger eine Bedeutung und einen Werth zur Anſtellung von Beobachtungen über das Leben der ſchädlichen Inſekten, gewiſſermaßen als Inſekten⸗Mena⸗ gerie im großen Maßſtabe.(Die Thiere des Waldes, zweiter Theil.)

In neuerer Zeit hat man viel darüber geklügelt: in welchem Verhältniſſe die drei wichtigſten Bekämpfer jeder In⸗ ſektenplage 1) die Vögel, 2) die Schlupfwespen und 3) die ſchließlich faſt regelmäßig unter ihnen ausbrechen⸗ den Krankheiten zueinander ſtehen, welcher als der wirk⸗ ſamſte zu erachten und wie man den einen oder andern von ihnen am ergiebigſten gegen ſie in die Schranken zu führen im Stande ſei. Zur mindeſtens einigermaßen bedeutungs⸗ vollen Förderung der Ergebniſſe in dieſem Streite kann nun unzweifelhaft eine Beobachtung führen, welche der Naturfor⸗ ſcher Dr. Bail in Danzig bei der Unterſuchung dieſes Rau⸗ penfraßes in Oſt⸗ und Weſtpreußen gemacht hat.

Jene bereits erwähnte Forleule iſt dort in ungeheuren Maſſen einer faſt urplötzlich auftretenden Krankheit erlegen, ſodaß dieſer ganze Raupenfraß mit einmal ein Ende genom men hat. Dr. Bail ſuchte zwei Tage hindurch und mit acht Perſonen in den abgefreſſenen Wäldern nach lebenden Rau⸗ pen und fand nur noch eine einzige ſolche nebſt 13 Puppen. Viele Raupen hatten die Erde nicht mehr zu erreichen ver⸗ mocht, ſondern lagen todt am Boden oder ſaßen in Schaaren, oft eine über der andern, an den Stämmen der Kiefern und andern Bäume und Sträucher. Sehr häufig hatten Rau⸗ pen bei dem Uebertritt von einer abgefreſſenen Stelle auf ein anderes Gebiet das ſchönſte Futter erreicht, waren aber an den grünen Nadeln vom Tode ereilt worden, bevor ſie noch zu freſſen begonnen.

Dies allgemeine Raupenſterben iſt nun aber nicht durch die Schlupfwespen oder andere thieriſche Feinde, ſondern durch einen Schmarotzer aus dem Pflanzenreiche verurſacht worden. Eine Form mikroſtopiſcher Pilze Empusa iſt es, die ſich nicht erſt auf den erkrankten oder todten Rau⸗ pen eingefunden, ſondern, nach Pr. Bail's ſcharfſinnigen Ver⸗ ſuchen, dieſe überfallen und ſämmtlich ertödtet hat.

Wer ſich für derartige Beobachtungen intereſſirt, den verweiſen wir auf die Abhandlung des GenanntenUeber die Entwickelung einiger Pilzformen im Programm der Danziger Realſchule 1867. Wir berichten daraus nur noch über einen Verſuch, um dem gebildeten Leſer davon ein Bild zu geben, in welcher Weiſe der Forſcher zu Werke geht. Es handelte ſich darum, feſtzuſtellen, wie verderblich der Mucor racemosus den Stubenfliegen wird. Pr. Bail nahm ein ſehr feines Impfmeſſerchen, verſah es an der Spitze mit Kugelhefe und führte es behutſam durch die dünne Haut zwiſchen zwei Leibesringen in horizontaler Richtung in den Körper ein. Die Fliegen, meiſt große Schmeißfliegen, befan⸗ den ſich nach der Impfung ganz wohl, krochen oder flogen

unter Drahtglocken munter umher, fraßen auch, ſtarben zum