Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

einzige In den ffallend bedenk, dadurch ue mit die rWVeſe tende en, die

en hat de Ve⸗ d wann beſſer. ten Ge⸗ leichzei u. dgl. beſpro⸗ ſcht er⸗

ß das Wund⸗ an eine hierauf

ß man über daher wiri erſt, ühen

16 be tranke ſeinel

1 9

haben uhg

nu 1 uninmm

Hlluſtrirtes Volksblatt. Herausgeber: Hans Wachenhuſen.

XI. Jahrgang.

1868. 5.

Der Fallenſteller. ¹

Erzählung aus dem nordamerikaniſchen Grenzleben. Von Balduin Möllhauſen.

(Fortſetzung.)

argareth lächelte gütig, dann legte ſie ihre Hand auf meine Schulter und im nächſten Augenblick ſtand ſie neben mir auf der Erde.

Wer durch langes Reiten ermüdet iſt, ruht ſich wäh⸗ rend des Gehens wieder aus», ſagte ſie mit der Zutraulich⸗ keit eines Kindes.Wandern wir daher die kurze Strecke bis zu Euerm älterlichen Hauſe zu Fuße, wo ich mir dann herzlich gern die angebotene Gaftfreundſchaft gefallen laſſen werde.»

Ich wußte nichts zu antworten; mir war, als ſei ich plötzlich in eine mir fremde und ſchönere Welt verſetzt wor⸗ den. Selbſt ihr ins Antlitz zu ſchauen, wagte ich nicht mehr, aus Furcht, meine Augen eben ſo ſchnell niederſchlagen zu müſſen, denn da ich in meinem Leben noch nie die Blicke vor Jemand geſenkt hatte, glaubte ich Mistrauen dadurch zu er⸗ wecken. Armer, ungeſchulter Knabe, der ich war! Als halb verwilderter Burſche trat ich zum erſten Male vor ſie hin, und wie habe ich mich ſpäter unter ihrer treuen Leitung geändert! Denn ſie war nicht nur ein Engel an Milde und Sanftmuth, ſondern ſie beſaß auch einen reichen Schatz an Kenntniſſen, und was ſie mir nur einmal in ihrer lieben belehrenden Weiſe ſagte, das prägte ſich mir, wie mit feuriger Schrift, unauslöſchlich in Herz und Gedächtniß ein. Arme, theure kleine Margareth! Selbſt in meiner langen Einſamkeit warſt du mir noch immer Lehrerin, haſt du meinen Geiſt beſchäftigt, hat die Erinnerung an dich mich geleitet und gehalten, oder ich hätte vor Verzweiflung ſterben oder auf die niedrigſte Stufe der rohſten Eingeborenen, meiner gelegentlichen Gefährten und Jagdgenoſſen, hinabſinken müſſen!

Ja, ja, s war ein ſeltſamer Einfluß, welchen die arme kleine Margareth ſchon in der erſten Viertelſtunde unſerer Bekanntſchaft auf mich ausübte. Ich wußte nicht und hatte nie gelernt, daß es außer der gewöhnlichen Gaſtfreundſchaft und Höflichkeit auch noch einen höheren Grad von Zuvor⸗ kommenheit gebe; allein als wir von der Lichtung langſam meinem älterlichen Hauſe zuwanderten, da ſchritt ich ihr be⸗ ſtändig vorauf, und die Zweige bog ich zurück, daß ſie ihr liebes Haupt nicht ſtreiften, obwol ſie mir betheuerte, an die Unbequemlichkeiten des Waldlebens gewöhnt zu ſein; und die ebenſten Stellen ſuchte ich aus, wohin ſie ihre Füße ſetzen ſollte; ſelbſt von ihrem niedlichen Muſtang verjagte ich mit einem blätterreichen Zweige die Moskitos, die den armen

Wachenhuſen's Hausfreund. KI. 2.

Burſchen bei den langſamen Bewegungen grimmig anfielen. Glaubte ich doch in meiner Einfalt, daß auch ſie jede ihrem Pferde zugefügte Verletzung fühlen müſſe.

Und ſo wanderten wir dahin; ich in ſteter ängſtlicher Beſorgniß, ſie wieder mit ſtillem Wohlgefallen die eifrigen Bemühungen des jungen Hinterwaldrieſen wie ſie mich ſpäter nannte beobachtend, bis wir endlich in der Hütte von meinen Aeltern und Brüdern willkommen geheißen wurden.

Wie ich, ſo zeigten ſich auch die Meinigen nicht nur innig erfreut über den unerwarteten Beſuch, ſondern auch be⸗ ſorgt, daß demſelben das Beſte, was unſere einfache Häus⸗ lichteit aufzuweiſen hatte, vorgeſetzt werde. Ich entſinne mich noch genau, wie eine Art von Eiferſucht mich erfüllte und ich die junge Fremde durchaus ſelbſt bedienen wollte. Und ſie nahm meine Dienſte mit freundlichem Lächeln entgegen, und zutraulich ſprach ſie mit meinen Aeltern und Brüdern, wobei ſie betheuerte, daß ſie, eine an Arbeit gewöhnte Tochter desfernen Weſtens, nicht gewohnt ſei, wie eine vornehme Dame verzärtelt zu werden, wodurch die letzte Scheu verloren ging, welche wir bis dahin gehegt hatten. Denn noch keine Viertelſtunde befand ſie ſich unter unſerm Dache, da plauderten und ſcherzten wir ſo harmlos, als ob wir lauter Kinder ge⸗ weſen wären. Die Zeit verrann uns unter den Händen, und wie ein ſchreckliches Urtheil tönte es mir in den Ohren, als Margareth ſich plötzlich haſtig erhob und auf den Stand der Sonne deutend, bemerkte, daß es die höchſte Zeit ſei, an die Heimkehr zu denken.

«Und ich reite mit!» rief ich halb jubelnd, halb trotzig aus, bevor meine Aeltern oder Brüder ein Wort zu entgegnen vermochten. Ich hegte nämlich die Beſorgniß, daß der Eine oder der Andere mir mit einem ähnlichen Anerbieten zuvor⸗ kommen könne.

Margareth fühlte indeſſen das Ungehörige meiner Heftig⸗ keit, denn ſie richtete einige entſchuldigende, ſich auf unſer Uebereinkommen beziehende Bemerkungen an meine Aeltern. Dann dankte ſie mit wunderbar klingenden Worten für die ihr erwieſene Gaſtfreundſchaft; ſichtbar erfreut leiſtete ſie das Verſprechen, unſere Hütte in nächſter Zeit wieder beſuchen zu wollen, und unterſtützt von meinen Vater ſchwang ſie ſich ge⸗ wandt in den Sattel.

Während der letzten Abſchiedsworte hatte ich Satte

und Zaumzeug hervorgeſucht und auf die Schulter

und bald darauf bewegten wir uns neben einander der 9

S

S