Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

Schule , das Schule blank

braver wie er Lutei⸗ e, was hreiben

in die he Or⸗ einem haben, etzt hat ten, ſo Felernt Wdere

ſein es Gott t Prinz ſich im mmung fünge. et Zelte die mit n, ihre Offiziet

ich den

het und sjahren vather⸗ ſeinen vor ſih Fürſten m er be⸗ kommen ʒ Geſuch liegende abonlie. Art.

1 Seine

Najeſtät

nd zum

erſelben

vunbet. tete der

den fti⸗

Heiden 8.

anuſcriyt

liebens⸗

einem

Hlluſtrirtes Volksblatt. Herausgeber: Hans Wachenhuſen.

XI. Jahrgang.

1868. M 4.

Der Fallenſteller.

Erzählung aus dem nordamerikaniſchen Grenzleben.

Von Balduin Möllhauſen.

(Fortſetzung.)

ingsum im Kreiſe herrſchte lautloſes Schweigen: ergraute

Erfahrung wie jugendliche Heiterkeit und kindlicher Froh⸗

ſinn, Alles war in gleichem Grade dem Eindruck unter⸗ worfen, welchen der Fallenſteller durch ſein ſeltſames Weſen, ohne es zu beabſichtigen, ausübte. Es war, als ob ſein Herz, während der Körper alterte, ein halbes Jahrhundert hindurch im Scheintode erſtarrt geweſen wäre und nunmehr, ſobald er für ſeinen lang und ſtill getragenen Kummer Sprache gefun⸗ den, plötzlich unverändert mit allen ſonſt nur der Jugend eigenthümlichen Empfindungen und Regungen zum neuen Leben erwacht ſei. Klangen ſeine kurz abgebrochenen Schilderungen doch wie die eines von den ſüßeſten Hoffnungen beſeelten Jünglings, und als er am Schluſſe gleichſam erſterbend den Namen Derjenigen ausſprach, die einſt einen ſo entſcheidenden Einfluß auf ſein Leben ausübte, da ſchwebte es vor meinem geiſtigen Auge wie ein Bild, in welchem die üppigſte Jugend⸗ kraft, vom Wetterſtrahl des Geſchickes unbarmherzig, unheil⸗ bar getroffen, ohnmächtig mit den finſtern Dämonen wahn⸗ ſinnartiger Verzweiflung ringt.

Theure, theure kleine Margareth, wiederholte der Fallenſteller nach einer längeren Pauſe, und ein glückliches Lächeln erhellte flüchtig die tiefgerunzelten Züge, während die unſtet flackernden Flammen ſich in zwei Thränen ſpiegelten, die langſam über die eingefallenen Wangen in den weißen Bart hinabrollten.Ich nenne ſie kleine Margareth, und doch war ſie nichts weniger als klein; im Gegentheil, ſie war hoch und ſchlank gewachſen, ſchlank wie eine Palme in den mericaniſchen Wildniſſen, in deren Schatten ich Schutz gegen die ſengenden Sonnenſtrahlen ſuchte, ſchlank, wie die ſchönſte Edeltanne, weit oben im kalten Oregon, deren niederhängende Zweige mir zur Zeit der grauſigen Schneeſtürme ein will⸗ kommenes Obdach gewährten. Theure kleine Margareth, ich ſage klein, weil ich ſie wohl tauſend Mal ſo nannte, und ſie es gern von mir hörte, und ich nannte ſie klein aus unver⸗ gänglicher, ewiger, treuer Liebe, und weil, als ſie auf ihrem Muſtang in gebückter Stellung zum erſten Mal in den Bereich meiner Augen trat, ſie mir in der That nicht ſehr groß er⸗ ſchien. Eine gewiſſe ängſtliche Beſorgniß, die aus ihrem Weſen ſprach, mochte mit zu dieſer Täuſchung beitragen. Redenfalls aber glaubte ich, nie etwas Lieblicheres und Schöneres geſehen zu haben, als die junge Fremde, die auf

Vachenhuſen's Hausfreund. TI. 2.

der Mitte der Lichtung ihren grauen Muſtang anhielt und mit wachſender Aengſtlichkeit um ſich ſpähte.

Mich ſah ſie nicht, ich ſtand zu tief verborgen im Gebüſch. Und ich wieder? Ich war durch den Anblick der wunderbaren Erſcheinung ſo bezaubert, daß ich mich weder von der Stelle zu bewegen, noch durch einen Laut meine Anweſenheit kund zu geben vermochte.

Trotz meiner Verwirrung erkannte ich an der Art, in welcher ſie die Zügel hielt, daß ſie eine Reiterin war, die in der Führung des Pferdes nicht leicht übertroffen werden konnte; und dann die langen Flechten, in welche ſie ihr ſchwarzes Haar geordnet hatte, die dunkeln, diamantklaren Augen und der Mund ſo klein und ſo lieblich, o, wie alles dieſes ſie wunderbar kleidete, ſie in meinen Augen ſo hoch, ſo unendlich hoch über alle andern Menſchen erhob! Arme, ſüße Margareth! Sie ſchläft friedlich im Schatten der alten Eiche; und ich? Des greiſen Erzählers Blicke glitten flüchtig über ſeine hageren Hände hin, wie um ſich im Geiſte wieder in die Gegenwart zurück zu verſetzen. Es war erſichtlich, er ſtrebte mit Gewalt gegen das faſt unbeſiegbare Verlangen, ſeine Mittheilungen immer und immer wieder durch die Schilderungen ſeiner armen Margareth zu unterbrechen; er fürchtete offenbar ſeine Zuhörer zu ermüden, und dennoch er⸗ griff er ſo unbeſchreiblich gern jede Gelegenheit, der Geliebten ſeiner Jugend lobend und preiſend zu erwähnen. Es war, als ob er vor einem friſch aufgeworfenen Grabhügel gekniet, und ähnlich den ſagenhaften Helden der Vorzeit oder nach der Weiſe der um einen gefallenen Häuptling trauernden rothhäutigen Jagdgenoſſen, ſeine Klagen und Lobpreiſungen zu einem mit ſchillernden Blüten durchflochtenen Cypreſſen⸗ kranz vereinigt habe.

S iſt'ne merkwürdige Sache um die Religion, noch merkwürdiger um die Lehre von der Auferſtehung, begann er gleich darauf wieder.Werden wir auferſtehen in der⸗ ſelben Geſtalt, in welcher wir dieſe armſelige Erde verlaſſen haben? Wer hat je den Schleier der Zukunft gelüftet? Dich, Margareth, würde ich dann wiederſehen als einen Engel der holdeſten Jugendſchönheit, während du mich als hochbetagten, ſchwachen Greis fändeſt. Du würdeſt in dem tiefgebeugten alten Manne den Freund deines Herzens vielleicht nicht wieder erkennen und dennoch, wenn ich dir ſagte, wie unwandelbar ich dich mein ganzes Leben hindurch geliebt, wenn ich dir ſchilderte die namenloſen Schmerzen, die ich er⸗

7