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dieſen herrlichen Strich Landes faſt nach allen Richtungen durch⸗ ſ noch vollſtändig unbekannt war. Dieſer, mein nunmehriger
zogen, voller Befriedigung Land und Leute geſehen und beobachtet hatte, mußte ich gerade wieder umkehren, als ich anfing, mich dem Schwarzwalde zu nähern. Voriges Jahr nun machte ich mich wieder auf den Weg, um dieſem meinem längſt erſehnten Ziele näher zu kommen. Ich berührte Reutlingen, und konnte an dem benachbarten
Reiſegefährte, hatte ſich ein paar Tage früher auf die Beine gemacht, um das Rems⸗ und Neckarthal, die Rauhe Alp we⸗ nigſtens en passant anzuſehen. Auch er ſehnte ſich nach dem Schwarzwalde; es drängte uns fort! Doch wer mag Tübingen, dieſe reizende Univerſitätsſtadt verlaſſen, ohne ſich ein paar Tage an dem Anblick ſo vieler Naturſchönheiten gelabt zu haben?
Die Gefaugennahme Chiavone's.
Dorfe Bezingen mit ſeiner einzigen Tracht und ſeinen freund⸗ lichen Bewohnern nicht vorübergehen. Ich mußte all' die Häuſer wieder aufſuchen, worin ich damals ſo manchen Strich in mein Buch zeichnete, all' die braven Leute wieder ſehen, die mir ihre Geſichtszüge geliehen hatten.
Kann es wol im Schwarzwalde noch ſchöner ſein? dachte ich mir.
Ich Tübingen traf ich verabredetermaßen mit einer be⸗ freundeten Perſönlichkeit zuſammen, die in Bezug auf Kennt⸗ niß unſerer Alpenwelt eine der erſten, wenn nicht die erſte Autorität iſt, der aber das Gebiet des Schwarzwaldes auch
Uhland's Geiſt begegnet hier bei jedem Schritt und Tritt dem Wanderer; man ſollte glauben, nur hier hätten ſeine herrlichen Lieder entſtehen können. Profeſſor Holland, der geiſtvolle Herausgeber von Uhland's Nachlaß, weiß darüber Beſcheid zu geben. Es iſt ein Genuß, von ihm die Ent⸗ ſtehungsgeſchichte ſo manchen Liedes zu hören, das einem ſeit früheſter Jugend Herz und Sinn bewegt.
Da wir von der Donau aus in den Schwarzwald drin⸗ gen wollten, wählten wir den Weg über Hechingen, woſelbſt
uns ein hfteiges Gewitter den Ausflug auf den Hohenzollern
vereitelte.


