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jetzt hier und da an einem welches mit ſchwarzen Buchſtaben„Pfandleihe“ geſchrieben ſteht; daneben ſieht man jüdiſche Firmen,
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Richtung, Anſchauung und Auffaſſung fähigere Natur. Ein edler Menſch, eine Künſtlerſeele, ein Muſikanbeter, ein treuer Freund, ein ſtrebender Fürſt, der„gute, alte Herr“ ſeiner Unterthanen. Seine Perſon hatte etwas Auffallendes, Vogel⸗ artiges, und die Berliner Straßenjungen(oder war es viel⸗ leicht einer ſeiner großen Zeitgenoſſen— Humboldt, Varn⸗ hagen, der heißende alte Wittgenſtein—) gaben ihm den Beinamen„Papa Patalon“. Varnhagen erzählt in ſei⸗ nen von der geiſtreichen Ludmilla herausgegebenen„Tage⸗ büchern“, wie der„gute, alte Herr“ dem Könige Friedrich
Wilhelm IV., bei oder nach einem Sylphidentanze der Cerrito
vor Entzücken in die Arme gefallen ſei. Im Opernhauſe! Johanna Wagner erinnert an eine hübſchere Anekdote. Einſt, bei einem Concerte im Hoftheater zu Neuſtrelitz, hatte dieſe herrliche Künſtlerin den Großherzog ſo entzückt,
daß er ſich
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beeilte, ihr ſogleich,„hinter den Cvuliſſen“, ſeinen tiefgefühlten Dank auszuſprechen. Seine Art des Dankens war ſo über⸗ zeugt, ſo kindlich rührend, daß die Wagner ihm verſprach, eines der Lieder,„die Thräne“, noch einmal zu wiederholen. In der Freude ſeines Herzens eilt der alte Herr auf ſeinen Platz zurück und ruft dem Erſten, der ihm noch hinter den Cou⸗ liſſen begegnet, freudig zu:„Denken Sie ſich, wie gut ſie iſt; ſie will mir die Thräne noch einmal ſingen!“ Der Angere⸗ dete war der Lampenputzer. Noch eine Anekdote hier. Zu verſchiedenen Hof⸗Concerten ſandte der Großherzog zwei Stickerinnen, die für Muſik ſchwärmten, Eintrittskarten— Sub rosa. Malen dieſe charakteriſtiſchen Gefühlsäußerungen den Fürſten, den Menſchen, den Begeiſterten? Faſſen wir ihn noch näher ins Auge. (Schluß folgt.)
e5 Das Leihant.
Ihr himmliſchen Mächte! ſchenkt mir ein gutes Gewiſſen, einen geſunden Magen und vor Allem eine gefüllte Börſe!— Ein böſes Gewiſſen iſt quälender als Zahnſchmerz, ein kranker Magen verwandelt das roſige Licht des Daſeins in dunkle Nacht— eine leere Börſe aber zieht ein böſes Gewiſſen, einen ſchwachen Magen und noch viele andere Uebel nach ſich. Denn nie ſah ich einen armen Mann dreiſt und behaglich in die Welt ſchauen, oder hörte ihn ſich ſeiner guten Verdauung rühmen.
„Zeit iſt Geld!“ ſagt der Amerikaner, der im Stande iſt, jede Spanne ſeines irdiſchen ſpeculirenden Daſeins in Dollars zu verwandeln; aber für uns arme Europäer in der Mitte der civiliſirten Barbarei, die wir unter dem Scepter der Concurrenz leben, welche in vollgeſtopften Städten ihren wurmſtichigen Thron aufgeſchlagen hat,— für uns hat die Zeit gerade eine entgegengeſetzte Bedeutung. Wer bei uns viel Zeit hat, dem fehlt es in der Regel an Geld.
Der Verkehr hat ein Mittel erfunden, dem Mangel an Geld abzuhelfen.„Geld iſt nur Chimäre!“ das ſoll heißen: das Geld ſei ein eingebildetes Aequivalent für die wirklichen Lebensgüter. Beſitzt Ihr daher noch wirkliche Güter, Effecten, Möbel, Kleider und Juwelen, ſo könnt Ihr ſie gegen baares
Geld verpfänden.
In verſchiedenen Stadttheilen Berlins ſieht man noch Hauſe ein weißes Schild, auf vorzugsweiſe Compoſita mit den Namen des Wüſtenkönigs, den Freiligrath ſo ſchön beſungen hat. Steigen wir hinein in dieſe Löwen⸗ höhle, aus welcher Alle, die hineingingen, immer unver⸗ lett, wenn auch mit leichterem Gepäck, wieder heraus⸗ kommen! Es iſt in der Regel ein dunkles, unanſehnliches Haus, in welchem ſich die jüdiſche Pfandleihe befindet; denn man ſtellt die Lumpen nicht hinter Spiegelſcheiben aus,— man nöthigt den Armen nicht, über gebohnte Treppen ver⸗ ſchämt zu ſeiner letzten Hülfsquelle zu ſchlüpfen; man muß ihm das Terrain heimiſch machen durch Schmuz, Dunkelheit und Gebrechlichteit. Die Treppe iſt ſteil, unſauber und aus⸗ getreten, der Flur winkelig und finſter, ſo daß man nur mit Mühe das Schild leſen kann, welches die Thür des Geſchäfts⸗ lokals anzeigt. Wenn ihr eintretet in die Stätte, wohin die Noth ihren letzten Anker wirft, wo das Elend ſeine Viſiten⸗ karten in alten Lumpen niederlegt, wo die Liederlichkeit und die Verſchwendung durch Entſagung Buße thut,— ſo über⸗ füllt Euch ein unangenehmer, betäubender Geruch, der Geruch „nach armen Leuten“, und zwar in ſeiner ganzen Intenſivität, in ſeiner höchſten Vollendung, zu welcher ſich die Gerüche der verſchiedenſten Art vereinigt haben. Es riecht zu gleicher Zeit aber ſchlecht gewaſchener Leinwand, nach verrottetem Tuch, nach altem Lederzeug, nach Kupfer und Meſſing. Ein alter Jude mit fettglänzendem Geſicht ſteht hinter dem Laden⸗ tiſch, ſchätzt die dargebrachten Effecten ab, bietet darauf, wirft
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Hinter einem hölzernen
ſie verächtlich zurück, wenn ſein Gebot nicht angenommen wird, oder räumt ſie im andern Falle mit gewandter Hand bei Seite. Der Mann iſt dabei ſo kalt, wie die Mörſerkeule, die er eben in der Hand wägt, ſo undurchdringlich, wie die Gummiſchuhe, die er als werthlos zurückwirft; auf ſeiner Stirne ſtehen ſiebzehn Procent geſchrieben und ſein launiger Mund lächelt die Deviſe:„Für Mottenſchaden ſtehe ich nicht.“ Gitter iſt der Commis, ein leder⸗ farbiger, ſchlechtraſirter Jüngling beſchäftigt, die Legitimations⸗ papiere zu prüfen, die Pfänder zu notiren und die Pfand⸗ ſcheine auszuſchreiben. In dem Zimmer erheben ſich hohe Repoſitorien, auf denen in offenen Fächern ſorgfältig zu⸗ ſammengewickelte Packete lagern; eine Thür öffnet den Blick auf ein geräumiges Nebenzimmer, welches alte Kleider, Pelze und Betten enthält. Welche Fülle des Hausgeräths für die kleinen, unanſehnlichen Inſekten, die einzigen Bewohner dieſes geräumigen Gemachs!
Dieſe Privat⸗Leihanſtalten waren früher die einzigen in der Stadt; jetzt ſind ſie ſeltener geworden. Viele Löwen und Levin's haben, um nicht mit der Regierung zu concurriren, dieſen Erwerbszweig fallen laſſen und ein„offenes“ Geſchäft etablirt; in dem Berliner Judenquartier, welches die Roſen⸗ ſtraße heißt, aber durchaus nicht nach Roſen riecht, ſieht man die ehemaligen Koryphäen der Pfandleihen in ehrwürdigen Trödelbuden oder in den Magazinen fertiger Kleidungsſtücke. Jene letzten Stationen auf dem Wege der Verzweiflung, wo die Miſore durch ein Opfer von Gold, Silber und Lumpen erweicht wird, noch auf ungewiſſe Zeit Pardon zu geben— jene Rettungshäfen, in welche die verſchämte Armuth unver— merkt mit eingezogenen Segeln einlief, ſind ſeltener geworden, ſeitdem es in Berlin ein königliches Leihamt in drei Abthei⸗ lungen gibt. Eine königliche Anſtalt nimmt jetzt die Pfänder der Armuth auf, königliche Beamte zahlen das Geld aus, in königlichen Büchern werden die Glieder der großen Paupertäts⸗Familie einregiſtrirt. Ihr müßt in das große ſtattliche Gebäude treten, wo Niemand wohnt, und Jeder auf der Straße, der Euch ſieht, weiß Euern Zweck; Ihr werdet von dem Kaſſirer bei Eurem Namen gerufen— aber was ſchadets? Schämt Euch nicht der Armuth; nehmet keinen Anſtand, Eure Habe zu verſetzen— es hat Fürſten gegeben, die ihre Länder und ihre Unterthanen verpfändeten! Tretet dreiſt hinein! nur der erſte Gang wird Euch ſo ſchwer, aber Ihr werdet wiederkommen, recht oft noch— und zuletzt werdet Ihr ſorglos und ohne falſche Scham dieſen Gang gehen.
Auf der breiten Treppe drängt es hinauf und hinunter; oben aus der Thür zur linken Hand treten die Glücklichen, die ihre Effecten einlöſen, und während ſie feſteren Trittes hinabeilen, begegnet ihnen mancher neidiſche Blick, mancher verlangende Seufzer. Ein Mann wirft den Mantel um die
Schulter, den er ſpeben eingelöſt hat,— wie einen Freund,


