Jahrgang 
1868
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Doch ich bin es Euch, ich bin es mir ſelber ſchuldig, fügte er lauter hinzu, und ſich haſtig umwendend, begann er ohne Säumen mit ſeinem Beil in viereckiger Form eine Kerbe um die Narbe herum in die nachgiebige Rinde zu hauen.

Erfüllt vom innigſten Mitgefühl beobachzete ich das Ver⸗ fahren des alten Mannes. Niemand ſprach ein Wort und geſpannt hafteten alle Blicke an der Narbe, die ſich unter den räſch auf einander folgenden und mit großer Gewandt⸗ heit geführten Hieben ſchnell erweiterte, indem die Rinde, ſo weit ſie nicht urſprünglich mit dem Holze verbunden geweſen, ſich leicht von demſelben trennte.

Als der Greis nach wenigen Minuten eine Fläche von ungefähr zwei Fuß Breite und anderthalb Fuß Höhe bloßge⸗ legt hatte, rieb er das Moos von der Mitte derſelben, worauf er uns aufforderte, näher heran zu treten und die Stelle genauer zu betrachten.

Der letzte Tagesſchimmer leuchtete uns noch hinlänglich, um eine tief in das feſte Holz eingemeißelte Inſchrift zu er kennen, die obwohl verwittert, doch noch mit geringer Mühe entziffert werden konnte.

Gerade in der Mitte, alſo auf der Stelle, die nicht unter dem Schutze der überwachſenden Rinde geweſen, war ein langes Kreuz ſichtbar. Daſſelbe hatte durch gtmoſphäriſche Einflüſſe und Mooswuchs bereits gelitten. Um ſo deutlicher traten dafür die Worte hervor, die zu beiden Seiten des Kreuzes mit einem ſcharfen Inſtrument eingegraben worden waren.

Margarethe Urbano, geſt. am 10. Juni 1808, las ich ſtill für mich, und mit mir laſen es alle vor dem Baum Verſammelten.

Kein Laut unterbrach die feierliche Stille. Selbſt als Jeder ſchon längſt Kenntniß von der einfachen Inſchrift ge⸗ nommen hatte, hafteten die Blicke noch an den alten Zeichen, die den Geiſt mit unwiderſtehlicher Gewalt ſo weit in eine uns Allen unbekannte ferne Vergangenheit zurückführten und die ſeltſamſten Bilder vor die angeregte Phantaſie herauf⸗ beſchworen.

Die Sonne hatte ihr Tagewerk vollbracht, und faſt gleich⸗ zeitig mit ihrem Untergang ſtellte ſich unter dem reich be laubten Bäumen ein ſich ſchnell verdichtendes Dämmer⸗ licht ein.

Da nahm Hooker wieder das Wort, indem er auf den greiſen Fallenſteller zutrat und deſſen Hand ergriff.

Ich bin unumſchränkter Herr auf dieſem Boden, hob er mit rauher Herzlichkeit an, die Hand des Fremdlings derbe ſchüttelnd,ich hoffe, Ihr werdet zufrieden ſein, wenn ich Euch verſpreche, daß bei meiner und meiner Söhne Lebzeiten keine Axt gegen dieſen Stamm geſchwungen werden ſoll. Mein Haus kann einige Schritte abwärts ſtehen, ſo daß die Grab⸗ ſtätte in meinen Garten zu liegen kommt, und Schmach über die Hand, die es jemals wagt, die Ruhe der Todten zu ſtören!

Ich bin zufrieden, antwortete der Fallenſteller, und

ſeine Stimme bebte vor innerer Erregung,es iſt Alles, was ich hoffte und wünſchte, und mehr, als ich erwartete. Aber nun kommt mit nach meinen Lager,'s iſt keine

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fünfhundert Schritte von hier, bat Hooker freundlich,kommt, ſeid mein Gaſt, ſo lange Ihr wollt, und wäre es bis dahin, daß es mir oder meinen Kindern geſtattet wäre, Euer letztes Bett ebenfalls unter dieſer Eiche zu bereiten; bei Gott, ein behagliches Plätzchen, ſo wahr ich Hvoker heiße; möchte mich wahrhaftig ſelbſt auch einmal hierher legen laſſen.

Ein behagliches Plätzchen, wiederholte der Fallen⸗ ſteller, indem er ſinnend mit dem Kopfe nickte,wohl muß es ſich ſanft ruhen an ihrer Seite arme, arme, ſüße Margareth aber ich kann nicht bleiben, ich muß weiter, weiter; ich bin keine Geſellſchaft mehr für andere Menſchen

Nun, das wird ſich finden, fiel ihm Hooker ins Wort, kommt, meine Frau und Töchter ſollen es Euch bequem machen, und habt Ihr erſt in meinem Lager dreimal die auf gehende Sonne begrüßt, iſt's noch immer früh genug, an den Aufbruch zu denken.

Der Fallenſteller ſchien eine Weile nachzudenken.

Warum ſollte ich Eure Gaſtfreundſchaft zurückweiſen? ſagte er endlich, und zugleich trat er an Hooker's Seite,wäre es mir doch traurig, von Euch zu ſcheiden, ohne vorher Salz und Brod mit Euch gegeſſen zu haben. Ja, ja, es iſt beſſer, wir lernen einander genauer kennen,'s iſt wegen der Er⸗ innerung in einſamen Stunden aber ich bin nicht allein, mein Pferd weidet in der Wieſe, und nicht weit davon habe ich den Sattel und meine übrigen geringen Habſeligkeiten niedergelegt.

Kümmert Euch nicht um Euer Pferd oder die Sachſ

fiel Hooker wieder aufmunternd ein,meine Söhne werbbn Beides zu finden wiſſen und ſicher unterbringen; auf ein paar Maiskolben für den armen Schelm von Muſtang ſoll es mir ebenfalls nicht ankommen.

Der Fallenſteller nickte im Weiterſchreiten wieder in ſeiner ſinnenden Weiſe, dann wendete er ſich halb nach den jungen Leuten um, die ſich anſchickten, ihres Vaters Befehle auszuführen.

Nähert Euch dem Pferde von der rechten Seite, hebt die Arme auf und redet den alten Burſchen mit Jack an, oder es möchte Euch kaum gelingen, ſeiner habhaft zu wer⸗ den, ſagte er in belehrendem Tone,habe ihm dieſe Art bei⸗ gebracht, der Sicherheit wegen; möcht' ihn ungern miſſen, den treuen Gefährten, und die Rothhäute fragen nicht viel nach Eigenthumsrecht oder eines alten Mannes Freude.

Die Söhne des Anſiedlers entfernten ſich mit einigen heiteren, jedoch achtungsvollen Bemerkungen, während wir Uebrigen uns dem Fallenſteller anſchloſſen, der nunmehr hinter Hooker getreten war und dieſem auf dem Fuße nachfolgte.

Die in einer noch unangetaſteten Urwaldung gewöhnlichen Hemmniſſe brachten die Unterhaltung ins Stocken. Aber auch als wir uns wieder auf der Wieſe befanden, verharrte die ganze Geſellſchaft noch immer im Schweigen. Es war er⸗ ſichtlich, Alle beſchäftigten ſich im Geiſte mit der merkwürdigen Grabſchrift und der geheimnißvollen Geſchichte desjenigen, der dieſelbe einſt in das harte grünende Eichenholz meißelte und dadurch ſeinem unheilbaren Kummer ein dauerndes Denkmal geſchaffen hatte.

(Fortſetzung folgt.)

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