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und der Achtung aller Parteien hat ſich von den vielen Mi— niſtern keiner mehr in dem Maße zu erfreuen gehabt, wie
reicher wirken könne, wenn man es über ſich gewinne, kein Genie
als
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Morny,„le dernier grandseigneur francais“.
Das ihm von der Stadt Deanville im
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Calvados errichtete Denkmal, eine ſehr wohl gelungene Erz— ſtatue in ganzer Figur, iſt zur Zeit in Paris vor dem Louvre,
an der dem Inſtitut gegenüberliegenden Thür aufgeſtellt, bis Departement es an ſeinen Beſtimmungsort abgeführt werden wird.
e.
Aus aller Welt.
Paris, im Herbſt.
Zehn Jahre Hausfreunds-Redaction ſind mit dem Schluß des vorigen Jahrgangs zurückgelegt!
Wenige meiner Leſer werden dieſen Stoßſeuſzer begreifen; die meiſten werden ſagen: eine Redaction iſt noch immer keine Galeere, keine lebenslängliche Feſtungsſtrafe! Manche werden ſich dieſe Be— ſchäftigung ſogar als eine angenehme denken, keiner aber wird ſich eine Vorſtellung von all den Sorgen, all der Noth machen, welche zehn Jahre einer ſolchen Redaction in ſich ſchließen, und ich ſelbſt geſtehe: Der Menſch hat ſeine irdiſche Miſſion in ſo weit vollſtändig begriffen, als er ſich ſelbſt unter den größten Laſten noch kindlich glücklich zu fühlen im Stande iſt.
Welch einen Berg von Manuſeripten habe ich während dieſer zehn Jahre durchwühlt, von Manuſeripten, mit allen nur denkbaren leſerlichen und unleſerlichen Handſchriften, deren Verfaſſer mich mit ihrem Vertrauen beehrten, die meiner Discretion die ſeltſamſten und oft unbegreiflichſten Geheimniſſe ihres Geiſtes und Herzens übergaben, welche in vollem Maße zu würdigen meine Geduld oft nicht aus— reichen konnte.
Wie viel heuchleriſche Briefe habe ich ſchreiben oder ſchreiben laſſen müſſen an alle dieſe Talente, und wie ſelten hatte ich den Muth, Dieſem oder Jenem zu bekennen, es gebe ja ſo viele andre der Welt ſehr nützliche Beſchäftigungen, in denen man viel ſegens⸗
ſein zu wollen.
Und wie wenige von Denen, gegen die ich offen war, hatten die Selbſterkenntniß jener eleganten jungen Dame, der ich ſchrieb, es ſei vielleicht beſſer, die Zeit zum Strümpfeſtricken zu verwenden, und die mir darauf antwortete: Sie haben Recht; ich habe das zwar noch nicht verſucht; ich will's aber verſuchen, und das erſte Paar ſollen Sie haben!
Worauf denn nach vierzehn Tagen in einem Carton ein paar weißer baumwollener Strümpfe anlangten, zierlich in vothſeidene Bänder gewickelt und mit Goldpuder beſtreut. Die Strümpfe trugen das Zeichen H. W. Nr. 81 und die Verfaſſerin dieſer Strümpfe ſchrieb dabei:„Da ich nicht weiß, wie viel Paar Socken Sie beſitzen, ſo habe ich Ihre Hausnummer darauf geſtickt.“
Letzteres bewies, daß ſie mit viel mehr Geiſt Strümpfe zu ſtricken Romane zu ſchreiben im Stande war.
Aber wie die Katze das Mauſen niemals läßt, ſo blieb auch hier der Rückfall nicht aus, und ſie ſetzte ſich heimlich hin und ſchrieb ſee Novellen ½ machte andere Redactionen zu Mitwiſſern der⸗ ſelben.
Zehn Jahre! Wenn ich mir ſage, daß ich durchſchnittlich täglich nur dreißig Seiten fremder Manuſeripte geleſen und mir ſelbſt die Sonntage nicht einmal geſchenkt waren, ſo macht das einhundert und neuntauſend fünfhundert Seiten, was offenbar weit hinter der Wirk⸗ lichkeit zurückbleibt, denn es iſt mir erinnerlich, daß ich Manuſcripte von fünf und ſechs geſchriebenen Bänden in Händen gehabt, die al⸗ lein an die fünf und zehntauſend Seiten umfaßten, ein Beweis, bis zu welcher Höhe der Menſch ſich ſelbſt und Andere zu quälen ge⸗
neigt iſt.
Und dennoch blieben die Romane und Erzählungen, von denen mir die Erpedition oft ganze Arme voll ins Haus ſchickte, hinſichts der Zahl bei weitem zurück hinter der Million von Gedichten, vor denen ich die leidende Menſchheit nur in den Fällen zu retten ver⸗ mochte, in welchem die Verfaſſer keine Abſchrift von denſelben be⸗ halten hatten.
Da es nun aber kaum einen noch ungedruckten Dichter gibt, der die königliche Briefpoſt für zuverläſſig eine Meeeenibe⸗ ge⸗ wiſſenhaft genug hält, ihr ſeine Verſe und ſomit ſeine ganze Unſterb⸗ lichkeit anzuvertrauen, ohne eine Copie der erſteren und alſo eine' Aſſecuranz der letzteren zu behalten, ſo vermochte ich verhältnißmäßig nur ſehr wenig dieſer Dichter und dieſer Verſe umzubringen, und es war alſo nicht meine Schuld, wenn ſie bei andern Redactionen noch eingebrochen und wirklich dem Publikum gefährlich geworden ſind. Zehn Jahre! Wie oft habe ich während dieſer langen Zeit auf Kohlen ſitzen müſſen, wenn junge Männer oder Frauen, ja ſogar ſehr oft Jungfrauen, denen ich ahnungslos einen Stuhl bot, plötzlich ein vorſichtig verborgenes Manuſcript hervorzogen und mich zwangen, unter den ſchrecklichſten Krümmungen lange Kapitel einer Erzählung oder gar einer Sittenſchilderung anzuhören und endlich, wenn ſie
mich erſchöpft und ſchweißtriefend daſitzen ſahen, in die Frage aus⸗ brachen: Jetzt ſagen Sie mir, Herr Doctor, habe ich nicht Talent?
Zehn Jahre! Wie viel Briefe habe ich während dieſer Zeit em⸗ pfangen, die alle damit begannen: Geehrter Herr! Ich habe einen Roman von zwei bis ſechs Bänden geſchrieben. Wollen Sie ihn in Ihrem Blatt abdrucken und wie viel Honorar zahlen Sie dafür?
Einer von ihnen, um zu beweiſen, daß ſein Roman etwas Vor⸗ zügliches ſei, fügte ſogar hinzu:„Der Mord beginnt ſchon auf der ein und vierzigſten Seite des Manuſcripts.“
Zehn Jahre! Welch ein ſchwerer Weg vom erſten Abonnenten bis zum vierzigtauſendſten!
Aber nicht genug damit! Wenn ich ſie alle zuſammen hatte und eben begann, meine Freude daran zu haben, zogen ſich die Wolken am Himmel Europas ſchadenfroh zuſammen. Es donnerte an allen Ecken. Die Zeitungsſchreiber hatten eine ſataniſche Freude daran, auf ihrem ſchlechten grauen Papier zu verkünden und alle Tage zu wiederholen, es gebe Krieg, es müſſe Krieg geben, denn der Geſandte hier und der Geſandte dort habe ſich bei ſeinem Schuhmacher ſchon ſeine Rechnung fordern laſſen, und die Gouvernante ſeiner Kinder habe bereits die Schulbücher derſelben in die Koffer gepackt. Jeder⸗ mann ſehe alſo ein, daß es Krieg geben müſſe.
Der Krieg aber war nur nothwendig, damit ſie alle Tage neue Enten erfinden konnten. Niemand hatte ein Bedürfniß nach einem Kriege außer den Zeitungsſchreibern.
Dennoch pflegte es den vereinten Anſtrengungen der Zeitungen, Telegraphen-Bureaux und der Diplomaten zu gelingen, irgendwo einen Krieg zu Stande zu bringen.
Wenn ein Krieg ausbricht, fangen alle Familien an, Erſparun⸗ gen einzuführen. Die Kinder bekommen Morgens eine Semmel weniger zum Kaffee, und der Colporteur erhält die Ordre, den Haus— freund einſtweilen nicht mehr zu bringen; es ſei Krieg und man müſſe ſich einſchränken.
Wenn Krieg iſt, denkt niemand mehr an Unterhaltung. Ob der Roman im Hausfreund zu Ende iſt oder nicht, ob Heinrich die Luiſe ſchließlich heirathen wird oder nicht, iſt ſelbſt den gefühlvollſten Ge— müthern plötzlich ganz gleichgültig geworden. Alles will nur von Todten und Verwundeten leſen, ja es lohnt gar nicht einmal mehr der Mühe von dieſen zu leſen, wenn es nicht gleich Tauſende mit entſetzlichen Verſtümmelungen ſind. Selbſtverſtändlich aber muß hinzugefügt werden, daß der Sieger dieſe armen, beklagenswerthen, von ihm hingemetzelten Unglücklichen auf's liebevollſte in Pflege ge— nommen und daß alle Ausſicht ſei, einen großen Theil von ihnen am Leben zu erhalten, was offenbar viel leichter geweſen wäre, wenn man ſie nicht verſtümmelt hätte.
Zehn Jahre, während welcher Europa fortwährend unter der Kanone ſeufzte!
Es mag ein Unterhaltungsblatt noch ſo viele und noch ſo treue Abonnenten haben, ein großer Theil von ihnen, wenn er das Glück hat, in Preußen geboren zu ſein, nimmt das Gewehr in die Hand, den Torniſter auf den Rücken und geht in den Krieg. An die zehn— tauſend Abonnenten zogen dem Hausfreund auf dieſe Weiſe ſeit dem Jahre 1864 fort und in die Campagne.
Kein Regiments-Commandeur kann nach einer Schlacht mit ſo trauerndem Blick die Lücken in ſeinen Reihen zählen als die Expedi⸗ tion eines Unterhaltungsblattes die ihrer Liſten. Wer auch die Schlachten gewann, der Hausfreund verlor ſeine Abonnenten, und wenn ſie auch mit heiler Haut wieder heimkehrten, ſie hatten lange das Herz ſo voll von Blut und Kanonendonner, daß es ihnen jetzt noch gleichgültiger als vorher war, ob inzwiſchen Heinrich die Luiſe geheirathet habe.
So ſtumpft der Krieg die Herzen ab und ſo zerſtört er die Abonnements-Liſten.
Zehn Jahre rekrutirte der Hausfreund immer von Neuem ſein Publikum und zehn Jahre gelang es ihm, wieder obenauf zu kom— men, aber wenn das ſo fort geht mit den Kriegen, mag der Henker in Zukunft ein Unterhaltungsblatt redigiren.
Stelle dir jetzt, lieber Leſer, die Geduld eines Nedacteurs vor, der zehn Jahre lang alle dieſe Romane, Novellen, Sittenſchilderun⸗ gen, Gedichte u. ſ. w. durchgeleſen, alle dieſe Kriege mitgemacht, zu Hauſe ſein Blatt redigiren und auf den Schlachtfeldern im Kanonen⸗ donner Geſchichte ſchreiben ſollte; die Geduld eines Redacteurs, der nie einen Ueberfluß an Ruhe und Geduld gehabt.
Die zehn Jahre ſind vorüber. Weiß auch freilich jetzt noch Nie⸗ mand uns zu ſagen, wo und wann der große Friedensbrief geſchloſ⸗


