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heißen Felsblöcke, auf denen Fräulein Eidechs ſich ſonnt, die wellenförmigen Thäler, in denen das dunkle Haidekorn wogt, die Stechpalme ihr Haupt erhebt und die Buchsbaumbüſche dem Wilde Nachtlager und Zufluchtsſtätte gewähren oder
der Maulbeerbaum die Prachtfülle ſeiner ſchwarzen Beeren abgeſchiedene Schatten eines unſerer alten Hirten kommen
zeigt. Und nun wieder die theils klaren, theils melancholiſch
Buſchwerk bewachſenen Felſenvertiefung gebrannt hat, im Glau⸗ ben, eine Sünde zu begehen.
Wer kann wiſſen, antworten ſie auf die Frage nach dem Grunde dieſer Handlungsweiſe, ob nicht während der Nacht, namentlich wenn ſie ſo mondhell iſt, wie die heutige, der
könnte, um ſich auf einen Stein nieder zu ſetzen und wie
dunkeln Flüſſe, die durch die Schluchten der finſtern Wal⸗ ehedem den Kühen zur Heimkehr zupfeifend, die er ſonſt den dungen aus ſonderbar gebildeten Felſen ſich erheben, wie hin, Tag über auf der Wieſe zwiſchen jungem Holze hütete.
durchdämmernde Waldbäche!
Welche Verſchiedenheit an den Ufern des Skorf und der frieren.
Ille und denen der Laita.
Die Thalſchlucht des Skorf iſt von unerreichter Majeſtät, eine wilde Natur hat dort ihren Wohnſitz.
Wie anders erſcheint die friſche heitre Laita mit ihren grünen glänzigen Weiden am Ufer entlang, den in der Bre⸗ tagne ſo beliebten Bäumen, deren ihre Dichter gar vft ge⸗ denken, wenn ſie— zierlich- anmuthig Friſches ſchildern wollen.
Ich erinnere Sie nur an eine Stelle der lieblichen Dich⸗ tung Marie, von dem ſchon erwähnten Brizeux; ſie lautet: En elle je n'aimai d'abord que la beauté———
Et les fréles contours de ce corps souple et fin,
Qui plie à chaque pas, comme à l'air du matin
Le long des eaux tremblent les saules.
Wie freundlich ſind die Gehölze von Keblin und Lo— ea! An Friſche übertrifft nichts den See bei Kaſtelin und das kleine Dorf Stankerchars iſt reich an ſeltener Pracht.
Die Männer ſind muthig offen, friedliebend und ge⸗
währen ein eigenes Anſehen mit den langen Haaren über den Rücken, eine Gewohnheit, welche an die eeltiſche Abſtammung ebenſo merkwürdig als treu hiſtoriſch erinnert.
Sie, wie die Frauen und Mädchen halten in kindlichen Frommſinn an den kirchkichen Gebräuchen ihrer Altvordern feſt.
Jene von Mund zu Mund fortgepflanzten Geſänge, welche den Ahnherrn des Hauſes, die Stammutter der Familie erfreuten und theils von herrlicher Naivetät überſprudeln, theils in ihrer Wehmuth ergreifen, werden noch heute von den Hirten des Feldes, der blühenden Tochter der Gebirge ge⸗ ſungen.
In den Flecken und Dörfern von dem nördlichen Tre—
Ohne die wärmenden Kohlen würde der Schatten Er zürnt alsdann, in dem Vieh iſt kein Segen, eigene Stimmen vexiren, es verläuft ſich im Walde oder nimmt gar Schaden in den Felſenſpalten.
Deshalb, lieber Herr, ſchließen ſie ihre Berichte, muß man die Kohlen hübſch brennen laſſen.
Nicht minder herrſcht die Sitte, daß wenn der Herr des Hauſes, die Frau oder die Tochter, kurz, wenn ein Glied der Familie ſtirbt, beide Bienenſtöcke, die nach allgemeiner Sitte zur Seite des Hauſes ſtehen, zum Zeichen großer Trauer ſchwarz behangen werden. Das fleißige Völkchen, das in Fröhlichkeit ſeinen Honig bereitet, will an den Thrä⸗ nen des Hauſes Theil haben.
Wie anders, wenn in dieſes Haus ein neuer Erdengaſt einzieht! Jeder Bienenſtock hat alsdann einen ſcharlachrothen Kopfputz und in den beiden werkfleißigen Stätten ſummt und ſingt es freudiger noch, als wenn der Frühling kommt und mit ſeinem Blütenſtabe an die Stätte klopft.—
Wir befinden uns in einem Dorfe an dem Ufer des Skorf gelegen. Der aufdämmernde Himmel, durch den die erſten rothen Lichter ſchießen, verſpricht einen heitern Tag; im Waldthal des Skorf dunkelt es noch, aber im Fluſſe ſpiegelt ſich der rothwölkige Himmel, während das alte Schloß Trafaven, das, wie der Volksmund berichtet, von Spuk⸗ geiſtern bewohnt wird, nur erſt am Dache beleuchtet iſt.
In dem Dorfe läuten ſie den Morgen ein; das helle Glöckchen, das man durch die ruhige reine Luft weithin hört, weckt die Bewohner zur Thätigkeit des Tages.
Einer iſt bereits wach, ihn hat ein anderes, auch ſehr helles Glöckchen vor dem Morgen geweckt,— die Stimme
eines Sohnes, der als langerſehnter Bewahrer des Familien—
guier bis nach der Hafenſtadt Vannes herunter ſind die
Bäuerinnen ſchön.
Weiße Zähne, blaue Augen, friſche Geſichter, in Wahr⸗ heit wie Milch und Blut, dazu die bunte bizarre Tracht, die an die graziöſe Vorzeit des Landes erinnert.
Tritt der Wanderer, ermattet und athemlos, von der brennenden Julihitze gedrückt, in die ſchmucke Hütte einer ſolchen noch ſchmuckern Bretagnerin ein, ſo wird ſeine Bitte
um ein Glas erfriſchender Milch mit dem freundlichſten Ge—
ſicht von der Welt erfüllt.
Während er ſich erquickt, tritt ein ſolches ſchmuckes Land⸗ lind mit dem rothen Mieder, dem geſtreiften kurzen Rocke, der einen ſchelmiſchen Fuß ſehen läßt, die Schürze mit der Schnur beſet, das Haar mit der weißen kleinen Haube ge— ziert, an den Tiſch, ſtützt den ſchönen Kopf in die vollen Arme und plaudert harmlos und natürlich mit ihm, die blauen Funkelaugen in ſeine gerichtet, oder ſie ſetzt ſich und bewegt mit graziöſer Leichtigkeit das Spinnrad.
Man glaubt, hingeriſſen von dieſer Naivetät, dieſem ebenſo weißen als friſchen Geſicht, eine junge Schweizerin zu ſehen, oder wie der Dichter ſingt, eine blauäugige Fee, die am Küchenherd ſpinnt.
Ueberhaupt halten die Bretonen an den Sagen und
Ueberlieferungen der Vorzeit, an dem Glauben einer von
Feen und Geiſtern bewohnten und beglückten Natur feſt.
So herrſcht noch namentlich in den Dörfern und Ort— ſchaften, welche fern den Städten in den Waldthälern der alten mächtigen Felſen liegen, die Gewohnheit, daß die jun⸗ gen Kuhhirten, wenn ſie am Abend munter pfeifend ihre Heerden zu den Ställen führen, die noch glimmenden Kohlen des Feuers nicht auslöſchen, das den Tag über in einer vom
Freundes zu dir zurückbrachte⸗ Freuden!“
namens in dieſer Nacht das Haus beglückt hat.
Der Vater, Michel Löck, ſteht denn nun in ſeiger großen Seligkeit vor den beiden Bienenſtöcken an der Thür und be⸗ deckt ſie mit dem Scharlachtuche, dem Zeichen, daß dem Hauſe Heil widerfahren.
Das Tuch iſt alt, älter als die älteſten Bienen in den
Stöcken, ja, weit älter als die Stöcke, das hat einſt der
Großvater Löck ſchon übergehangen, wie ihm ein Sohn ge⸗ boren wurde.
Der erſte Bewohner des Ortes, der dieſes Freudezeichen wahrnimmt, iſt der Pfarrer des Ortes Laroſſe⸗Elo.
Er kommt ſchon von einem Sterbebette.
Am Abend zu einem Schwererkrankten gerufen, hat er
mit dieſem die Nacht hindurch gebetet, das Kreuz des Segens
auf die Stirn des vor dem erſten Morgenſtrahl entſchlafenen Pilgers gelegt, und iſt nun, ernſter Gedanken voll, auf dem Wege nach ſeiner ſtillen Wohnung.
„Daß nichts den Gang deines großen Weltwerks ſtöre,
ewiger Geiſt, den ich im Dämmer dieſes Morgens anbete,
erſetzeſt du das todte Herz, von dem ich komme, durch ein neues in dieſem Hauſe, das mit dem rothen Tuche ſchim— mernd mich grüßt und mich aufrichtet in meinem Schmerz um den todten Freund aus dem Dorfe.
„Segne du dieſen neuen Gaſt!—
„Der Engel des Lebens, der dieſe Seele aus deinen Ar⸗ men trug, begegnete vielleicht dem des Todes, der die meines Nimm ſie auf zu deinen
So ſprach der würdige auch ſchon der Tag im Abendrothe ſtand, und ſtieg zwiſchen den beiden geſchmückten Bienenſtöcken die Stufen in das Haus hinan.*
Mann, über deſſen Lebenspforte
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