Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1661-1662
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1650

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1661 S 1662

Die chineſiſchen Degen haben eine höchſt eigen⸗ ihümliche Form; ſie ſind ein Mittelding zwiſchen dem türkiſchen Krummſäbel und dem arabiſchen Yatachan, aber ihre Biegung iſt minder gering; die Scheide iſt 1 ½ Fuß lang. Dieſe Degen werden mit beiden Händen geführt und ſind für die Infanterie beſtimmt. Die Cavallerie iſt merkwürdiger Weiſe mit bedeutend kürzern Säbeln verſehen; er gleicht einem Bratenſpieß und bildet mehr eine kleine Lanze. Unter der Sammlung befindet ſich auch eine äußerſt bizarre Waffe; es iſt dies ein Dreizack, der rechts und links leicht gebogen und ſehr ſpitz iſt. Derſelbe wird an einem ſehr langen Pikenſtock befeſtigt, und von einem kräftigen Arm geführt, kann dies eine ſehr gefährliche Waffe werden. Wir ſahen auch unter der Sammlung herrlich gearbeitete Köcher, welche 20, theils aus Bambus, theils aus Horn gear⸗ beitete Pfeile enthielten. Die chineſiſchen Kano⸗ nen haben ſo ziemlich die Form der europäiſchen, ſie ſind 7 bis 8 Fuß lang, aber dieſe Waffe iſt ſehr unvollkommen conſtruirt und gleicht ſo ziem⸗ lich den Geſchützſtücken, denen man ſich in Europa im 15. und 16. Jahrhundert bediente. Ein chineſiſcher Kanonenlauf beſteht aus zwei großen Stücken, die durch eiſerne Bänder zuſammenge⸗ halten werden. Das Pulver wird in eine kleine eiſerne Kapſel gethan, welche in den Hintertheil der Kanone geſchoben wird, und entzündet dieſe Ladung mit Hilfe einer langen Lunte. Es wird Jedermann einleuchten, daß man mit ſolchem Geſchütz unmöglich ein wohlgenährtes und gut gerichtetes Feuer unterhalten kann. Was die Pfeile und Wurfſpieße anbelangt, ſo ſind dies Fhr ſchlechte Vertheidigungswaffen, und es iſt ven kein Wunder, daß die Engländer, welche den aegenüber ſich wie l zu 40 verhielten, ortrefflichen Percuſſionsgewehren und gut einexercirten Artillerie die Armee des himmliſchen Reiches in die Flucht jagten. Zu jener Zeit hatten die Chineſen keinen Begriff von europäiſcher Kriegführung, ſie waren der Meinung, ihre religiöſen Embleme allein würden die Engländer in die Flucht jagen, und ſie kamen bekanntlich vor die Schlachtlinien der Engländer nt eine ganze Legion Fahnen, Fähnlein und Standarden, auf denen cabbaliſtiſche Zeichen prunkten, welche jenes Wunder bewirken ſollten. Die chineſiſchen Truppen ſind nicht ſehr kriege⸗ riſch. Die beſten Soldaten des Reichs der Mitte ſnd die ſogenannten Tiger, ein Name, dem ſie ihrem Coſtüm verdanken, da dies aus roth und ſchwarzen Streifen beſteht. Eine Art Kaputze bedeckt ihren Kopf und reicht bis zum Hals. Zwei Oeffnungen für die Augen ſind angebracht und über dem Kopf erheben ſich zwei die Ohren des Tigers darſtellende Appendix.

Fräulein Mars. Als Fräulein Mars vor den Geſchwornen zu Paris erſcheinen mußte, um gegen ihr Kammermädchen, das einen kühnen Griff nach ihren Diamanten gethan, zu zeugen, hatte ſie die Claqueurs des Theätre frangais auf die Zuſchauer⸗Tribüne poſtirt, und im Augen⸗

wackern Handarheiter einen ſolchen Lärm, daß weder das Publicum, noch die Stenographen die mit mezza voce angegebene Zahl der Jahre verſtehen konnten. So kam es, daß nicht eine einzige Pariſer Zeitung im Stande war, Tags darauf die Antwort zu berichten, die Frl. Mars

vor Gericht auf die peinliche Frage nach ihrem

Alter ertheilt hatte. Hoch betagt ſpielte ſie noch die Rolle eines jungen Mädchens, das ſelbſt von ſich ſagt: erſt funfzehn Jahr alt zu ſein. Bei dieſer Gelegenheit war es, wo der witzige err von Saint⸗Cricg Läußerte:Sie werden ſehen, dieſe Bühnendichter laſſen in ihrem nächſten Stück Frl. Mars in einer Wiege auf's Theater bringen und ihr einen Lutſchbeutel verabreichen.

Sonderbarer Wahnſiun. In das Irrenhaus u Wien wurde vor Kurzem ein beurlaubter Soldat aus Lieſing gebracht, welcher in ſeinem Wahnſinne behauplet, es ſei in einem Keller ein deutſches Schwert vergraben, mit welchem er allein ganz Deutſchland für Kaiſer Franz Joſeph erobern könnte.

Am 31. October iſt der Anmeldungstermin für die große Induſtrieausſtellung von 1851 ab⸗ gelaufen. Außer den geſammten europäiſchen Ländern iſt Amerika, Indien, China, die Türkei, Egypten, alſo alle Welttheile, wo die Civiliſa⸗ tion Fuß gefaßt, vertreten. Clowers, einer der größten Buchdrucker Londons, hat für 27,000 Thlr. Pr. Crt. den Druck des Katalogs übernommen, wogegen er ſich verpflichtet, jedes Exemplar für einen Pennh zu verkaufen. Man boabſichtigt, auch einen Katalog in franzöſiſcher und deutſcher Sprache erſcheinen zu laſſen.

Die Trompete des jüngſten! Gerichts. Madame de L., ſchön wie der junge Tag, lebt zu Ver⸗ ſailles, wo ihr Mann eine ziemlich bedeutende Stelle einnimmt. Ein Couſin, der in Paris die Univerſität beſucht, kam während der letzten Ferien zu ihr und warkbaldhin ſeine ſſchöneCouſine bis über die Ohren verliebt. An einem rauhen Herbſtabend kehrten Couſin un Couſine von einem langen Spatiergang zurück. Die Köchin, welche dieſe ſchnelle Rückkehr nicht erwartet, hatte ihren Liebſten, einen Trompeter bei den Cüraſ⸗ ſieren, in's Haus gelaſſen und ihm allerlei abge⸗ fallene Leckereien vorgeſetzt, als plötzlich die Rück⸗ kehr ihrer Herrin das zärtliche Rendezbous ſtörte. Die Köchin retirirte nach der Küche; lder Trom⸗ peter, ſich ſelbſtzüberlaſſen, kam, nachdem er ver⸗ geblich einen paſſenden Verſteck geſucht, in das Schlafzimmer der Hausherrin und kroch unter das Bett. Er hatte ſich da noch nicht allzu lange placirt, als Madame eintrat und zu ihrer Nacht⸗ loilette ſchritt. Madame hat eben die Nadeln ihres Haares gelöſ't, das in ſchönen Wellen auf ihren weißen Nacken fiel, als die Thür ſich öffnet, der Couſin hereinſtürzt, ſich ihr zu Füßen wirft und flehend die Arme nach ihr ausſtreckt.Im

blich wo der Präſident die geſetzliche Frage nach dem Alter des Fräulein Mars that, machten jene

Namen des Himmels, mein Couſin, rlef Madame