Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1613-1614
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ihrem Schutz und Beiſtand beſtimmt, und daß

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war den größten Theil des Jahres ganz un⸗ fahrbar), und auch der weitere Weg, der durch unſer Dorf führte, recht ſchlecht war. Dies Mal war nun aber die Einladung zu dem Ball angenommen, und da Vater und Tante Mölford gar zu ungern ihre be⸗ hagliche Ruhe verließen, ſo wurde beſchloſſen, daß Anna unter dem Schutz meiner Mutter, die den Mädchen zu Liebe dies Opfer bringen wollte, mitgehn ſollte. Doch der Menſch denkt's und Gott lenkt's, und ſo wurde denn auch dies Projekt vereitelt, indem ein heftiger Huſten und Schnupfen, den die Mutter zwei Tage vor dem verhängnißvollen Ball bekam, es ihr unmöglich machte, ihr Verſprechen zu erfüllen; es blieb alſo nichts anderes übrig, da der Vater ſich durchaus nicht zu dem Amt eines Ehrenwächters hergab, als die Mädchen unter die Egide einer uns ziemlich befreundeten Familie in W. zu ſtellen; für die Dauer des Weges aber ward ich zu

ich dies Amt mit dem größten Vergnügen übernahm, brauche ich wohl nicht zu verſichern. Den erſten Feſttag holte ich Anna im Schlitten ab, wobei ich keine Gelegenheit verſäumte, ihr meine Sorgſamkeit für ihre Geſundheit und Bequemlichkeit zu beweiſen, wofür mir wenigſtens dann und wann ein freundlicher Blick und ein dankendes Wort zu Theil ward, was mich zwar entzückte, aber immer noch nicht ermuthigte.

Des Nachts blieb Anna bei uns, und den zweiten Feſttagnachmittag fuhren wir, eben⸗ falls im Schlitten und in der heiterſten Stimmung von der Welt dem großen Ball⸗ vergnügen in W. entgegen Natürlich hatte ich mir ſchon bei Anna die Haupttänze und Tiſchnachbarſchaft geſichert, aber auch noch einige andere Walzer und Galloppaden ſuchte

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auch gelang; und noch jetzt erinnere ich mich mit Vergnügen derſelben, denn zum erſten Mal durfte ich mich dem Ideal meines Herzens ohne Scheu nähern, durfte ſogar den Arm um ihre ſchlanke Taille legen und brauchte ihr Mißfallen nicht zu fürchten.

Schon am Vormittag des folgenden Tages ſollte die Rückfahrt angetreten werden, allein die Familie, bei der die Mädchen abgeſtiegen waren, nöthigte ſo ſehr zum längern Bleiben, die verſäumte Nachtruhe war ohnedem etwas zu lange ausgedehnt, um noch zur gehörigen Zeit nach Hauſe zu kommen; es kamen ſo viele junge Herren, die ſich nach dem Be⸗ finden der Damen erkundigen wollten(was ich ihnen, beiläufig geſagt, ſehr gern geſchenkt hätte, obgleich ich die Beruhigung hatte, daß Annä ſie ſämmtlich mit ſehr gleichgültigen Augen zu betrachten ſchien), ſo daß es ſchon drei Uhr Nachmittags war, als wir endlich das Thor der Stadt paſſirten und auf dem ohnehin ſchlechten, jetzt aber noch durch den in der Nacht gefallenen Schnee und durch noch fortwährendes ſtarkes Sch neegeſtöber ungebahnten und faſt ganz unſichtbaren Weg der Heimath zufuhren.

Anfangs ging die Fahrt, wenn auch ſehr langſam, ſo doch ganz leidlich; auf das dringende Bitten der Mädchen, welche fürchteten nach meiner langen Abweſenheit möchte ich des Wegs und der Führung der Zügel nicht mehr recht kundig ſein, hatte ich letztere dem Kutſcher übergeben und das übrige noth⸗ dürftige Plätzchen im Schlitten eingenommen, wendete aber doch eine beſtändige Aufmerk⸗ ſamkeit auf den Weg, um einem etwaigen Unfall, der leicht bei der ungebahnten Straße und dem ſchlechten Wetter vorfallen konnte, vorzubeugen.

(Schluß folgt.)

ich im Lauf der Racht zu gewinnen, was mir