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Vertrauungsvoll überließ ihrem Schutz der ſich gänzlich verwaiſ't fühlende Gatte den
an den entfernten glänzenden Hof, wo ſeiner ſchönen Jugend goldener Morgen aufgegangen und roſig ſeine Träume hinſchwanden. Nach Monden trieben Geſchäfte ihn dem heimath⸗ lichen Herde wieder zu und ſchweres Leid umarmte dort das arme Vaterherz. Laut, verſtellten Jammer heuchelnd, kam die Gattin ihm entgegen; verſchwunden war, geraubt, wie ſie vermuthete, von wandernder Zigenner⸗ bande, Antonio, des Vaters Lieblings ſohn. Vergebens war ſein Forſchen, vergebens jeg⸗ liches Bemühen, der Knabe war für ſeine Eltern todt und Klaus, Graf von M. i, war nach der Mutter Anſicht jetzt der hoff⸗ nungsvolle Erbe.
Zwölf Jahre waren, ſeit Antonio fort, in Luſt und Freude der eitlen, lebensluſtigen Frau vorbeigerollt. Die Kunſt erhielt nur matt den letzten Schönheitsglanz, der auf des Zeitenrades Schwung ſchon mächtig fortgeeilt.
Froh ſah der Vater jetzt den einſt ſo zarten Knaben zur ſchönſten Blüthe ſich ent⸗ falten, indeſſen blutend oft ſein Herz des erſt⸗ gebornen Sohnes gedachte. Auch Klauſens kindliche Erinnerung, durch ſeines Vaters Reden ſtets genährt, behielt ein freundlich Bild in ſeinem Herzen von dem Geſpielen ſeiner früheſten Jahre.
Ein böſes Fieber raubte in dreimal vier⸗ undzwanzig Stunden dem 17jährigen Jüng⸗ liug beide Eltern. Das Teſtament des Vaters, vor mehreren Jahren feſt und bündig depo⸗ nirt, legte in eines würdigen Mannes Hand die Aufrechthaltung von Antonio's Recht. Durch alle Länder erging jetzt wiederholt die Aufforderung an den verlornen, doch hoffent⸗ lich nicht todten Erben. Klaus durfte ſeiner Neigung folgen, im freundlichen Gebiet der Künſte ſein jugendliches Sehnen walten laſſen. Das bunte Reich der Farben zog ihn mächtig an, und jene weltberühmte Stadt, die Alles, was nur Kunſt genannt, in ihrem Schooß von höherer Hand beſchützt, ſeitdem die holden
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Genien auf dieſe Erde niederſchwebten, will⸗ kommen freundlich bargen, aus der die Werke
7jährigen Knaben und folgte einer Einladung vor Jahrhunderten gelebter Künſtler noch
heute friſch und lebend ſich vor uns entfalten;
ſie führte auch den Jüngling in das Reich der magiſch feſſelnden Künſte und zeigte ſei⸗ nem forſchenden Geiſte vas tiefe Geheimniß der Kunſt, das in ſo mancher Bruſt lebens⸗ länglich ſchlummert. Sein warmes Herz er⸗ warb ihm manchen Freund, doch keiner ward ihm theurer als Felix, der ernſte, ſtille Jüng⸗ ling, den die hohe Macht der Kunſt beſeelte und unaufhaltſam feſt und liebend die reinen Jünglingsherzen zum ewigen Freundſchaftsbund zuſammenführten.
Felix, unſeren freundlichen Leſern bekannt, erreichte ſeinen hohen Gönner in dem Augen⸗ blick, als er im Begriff war, Berlin zn ver⸗ laſſen, um ſich an den Hof des Kaiſers von Rußland zu begeben. Er nahm den Jüngling mit und ſorgte gütig für ſeine Bildung, be⸗ nutzte ſpäter eine gute Gelegenheit, ihn der Huld des edlen Herrſcherpaares zu empfehlen.
Der feurige, lernbegierige Jüngling lohnte durch ſein Betragen, durch ſeinen Fleiß auf die ſchönſte Weiſe die väterlich liebende Sorg⸗ falt ſeines Wohlthäters. Die Gnade des Kaiſers, das Wohlwollen der Monarchin ge⸗ währte ihm manche Freiheit, manche Auszeich⸗ nung. Nicht ohne Theilnahme ſahen ſie den biedern Jüngling ſcheiden, der ihrer Huld ſo hoch verpflichtet war und jetzt dem ſchönen Lande, das ſchon früh der Künſte Wiege war, auf zwei Jahre zueilen ſollte.
Dort fand des Jünglings heiße Bruſt den treuen Freund und wechſelnd tauſchten ſie die jugendlichen Herzen; dort fand der Jüngling ſeinen einzigen Bruder, der jubelnd im Triumph ihn hin auf ſeine reichen Güter führte.
Gerichtlich wurden Felix Rechte jetzt er⸗ wieſen und er als rechtmäßiger Erbe des be⸗ deutenden Vermögens, des Namens ſeines Vaters, anerkannt.
Doch Felix, oder jetzt Antonio Graf von M„lehnte zum Vortheil ſeines Bruders


