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unſerer Beute ſicher zu ſein, als plötzlich jede weitere Spur aufhörte.
Der Flüchtling hatte, ſich von Stätte zu Stätte ſchleppend, ein Dickicht erreicht, in welches hinein zu dringen unmöglich war. Wir ſahen uns gezwungen, unſer Suchen aufzugeben, um es ſpäter von neuem zu beginnen.
Erſt vier Tage darauf gelang es uns, den todten Löwen, ein Thier von rieſigen Proportionen, zu finden. Zuverläſſig war dies einer der größten ſchwarzen Löwen des Atlas. Die Beni⸗Saleh kannten ihn nur zu gut, denn während der letzten drei Monate hatte er ihnen an hundert Stück Vieh, Rinder, Pferde und Schafe weggenommen.
Wie man mir ſagte, marſchirte dieſer ſtolze Löwe ſtets an der Spitze einer Truppe von ſchmarotzernden Löwen, deren König und Verſorger er war.
Soweit die Erzählung Pertuiſet's von ſeiner letzten Jagd, die er vor etwa drei Monaten unternommen.
Heute ruft er nun, wie geſagt, alle beherzten Jagd⸗ liebhaber Europa's auf, ſich ihm zu einem Jagdvergnügen in großem Maßſtabe anzuſchließen, und wie ich höre, haben ihm ge—
ſich bereits einige unternehmende Abenteurer bei meldet.
Pertuiſet's Plan für dieſe Löwenjagd iſt folgender:
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Jede Woche ſollen zwei große Treibjagden mit hundert bis zweihundert eingeborenen Treibern, ſpeciell auf Löwen, angeſtellt werden. Auf dieſen Jagden dürfen keinerlei andere Thiere als eben nur Löwen getödtet werden.
Je nach den Umſtänden ſollen die theilnehmenden Jäger in Gruppen von drei bis fünf eingetheilt werden, nur Per⸗ tuiſet ſelbſt wird ſich, wie er in ſeinem Programm ſagt,„ein Vergnügen daraus machen, ſelbſt ſtets den gefährlichſten Poſten einzunehmen.“
Die nächtliche Jagd wird auf dem Anſtand gehalten, wenn das Wetter günſtig.
Ebenſo werden zum Veignügen jede Woche zwei Jagden auf Eber, Hyänen, Panther, Luchſe, Schakals, Stachel⸗ ſchweine u. ſ. w. angeſtellt, wieder mit einer großen Anzahl von Treibern. An dieſen Tagen haben die Jäger die Erlaubniß, auf Alles zu ſchießen, was ihnen aus dem Thierreich vor die Flinte kommt.
Wir werden alſo hoffentlich Weiteres über dieſe Jagden hören, da ohne Zweifel ſich Abenteurer genug zur Theilnahme finden werden. Nur eins erſchwert die Betheiligung: Per⸗ tuiſet veranſchlagt die Koſten für jeden Einzelnen auf 4500 Franes, die nicht jeder Thatendürſtige in der Taſche trägt.
Hans Wachenhuſen.
Feuilleton.
Die Krönungsfeier in Peſt⸗Ofen.
Der unermeßliche Jubel iſt verhallt, der Kerzenglanz erloſchen, die Zeitungen hören auf, ihre Spalten mit den Erzählungen zu füllen, welche uns von dem Wiederaufleben des ungariſchen König⸗ thums berichten. Nur der iſt im Stande, ſich von der Pracht der Ceremonie am 8. Juni einen Begriff zu machen, der Ungarn, ſeine Bewohner und ihren Charakter kennt. Unſern Leſern iſt der Kampf der Ungarn um ihre Selbſtändigkeit, mit den Waffen in der Hand und von der Tribüne des Reichsraths herab, hinlänglich bekannt. Sie haben in dieſem Kampfe geſiegt. Kaiſer Franz Joſeph hat die Selbſtändigkeit und Unabhängigkeit Ungarns von der Geſammt⸗ monarchie anerkannt, die Zeit wird lehren, ob zum Heil des ſchönen Landes und des ganzen Kaiſerreichs.
Am 8. Juni, morgens um 4 Uhr, verkündeten die Kanonen
der Feſtung Ofen dem Ungarlande, daß der große Tag der Krönung herangebrochen ſei. Vald waren die Bewohner der Stadt und ihre Gäſte auf den Beinen.
In den Straßen der Schweſterſtädte auf den beiden Donau⸗ ufern wogten bald die Volksmengen, vermiſcht mit den Magnaten in Gala⸗Uniform, den Deputationen der Comitate, den Würden⸗ trägern der ungariſchen Krone, dem kaiſerlichen Hofſtaat, den Mit⸗ gliedern des diplomatiſchen Corps, Alles drängte ſich zu Fuß, zu
Wagen und zu Pferde nach den beſtimmten Plätzen.
Um 7 Uhr verließen der Kaiſer, König Franz Jrſeph und die reizende Kaiſerin, Königin Eliſabeth, das königliche Schloß, um ſich nach der Kirche zu begeben. Der König war zu Pferde, in un⸗ gariſcher Generals⸗Uniform, in ſeiner Suite die ungariſchen Miniſter und die Großwürdenträger. Dann folgte die Königin in einer von Gold ſtrotzenden, mit acht herrlichen Pferden beſpannten Equiprge, ſodann in ſeparatem Wagen Kronprinz Rudolf und Prinzeſſin Ghiſc'a, die kaiſerlichen Kinder.
Der Fürſt⸗Primas von Ungarn empfing das Herrſcherpaar an der Pforte der Kirche, deren Inneres prächtig ansgeſchmückt war. Die Pfeiler waren mit Seidenſtoffen umgeben und untereinander verbunden. Vorhänge von leichtem rothen Stoff verhängten die Fenſter, die ganze Kirche war in feierliches Halbdunkel gehüllt. Vor dem Hauptaltar ſtanden zwei Seſſel für den König und die Königin, zur Linken erhob ſich ein Thron mit Baldachin, hinter dem Thron war eine Eſtrade für die Glieder der kaiſerlichen Familie und eine andere für das diplomatiſche Corps.
Während die Königin ſich direct nach dem für ſie beſtimmten Seſſel begab, ſchritt der König zur Kapelle, wo ſich die Kron-In⸗ ſignien befanden. Die Träger derſelben waren bereit, ſie folgten
dem Könige zum Altar. Der Fürſt Primas celebrirte die Meſſe. Königin Eliſabeth war weiß gekleidet. Sie ſtrahlte von Koſtbarkeiten und die ihr eigene Anmuth und Majeſtät eroberten ihr im Sturm die Herzen der ritterlichen Magharen.
Die weiteren Krönungs⸗Ceremonien ſind unſern Leſern jeden⸗ falls bekannt, es fehlt uns außerdem der Raum, dieſelben nochmals genauer zu beſchreiben. W. O.
Der ſpaniſche Volkscharakter.
Ueber das ſpaniſche Volk fällt ein engliſcher Touriſt ein ſehr ab⸗ fälliges Urtheil. Von der Königin und jhrem Cabinet an bis zum letzten Bettler herrſcht dieſelbe Gleichgültigkeit gegen eingegangene Verbindlichkeiten. Auf das ſpaniſche Worthalten paßt das„manana“ vortrefflich, das man alle Augenblicke hört, doch das„morgen“ kommt nie. Ein zweiter Charakterzug iſt die merkwürdige Ungaſtlichkeit. Im Vergleich mit andern Nationen machen ſich die Spanier in ihren Häuſern ſelten Beſuche. Man ladet blos zu Tertulias oder Abend⸗ geſellſchaften ein, bei denen nichts als ein Glas Waſſer mit ein paar Stückchen Zucker gereicht wird. Gibt es außerdem noch Eis, ſo iſt die Bewirthung eine üppige. Natürlich gibt es Ausnahmen. Dieſer Mangel an Gaſtfreundſchaft iſt höchſt ſchädlich, denn er verhindert den Ideenaustauſch. Auch das Mistrauen, mit dem jeder Spanier den andern betrachtet, leuchtet aus dieſem Mangel hervor. Der ſpaniſche Bauer iſt nüchtern und fleißig, aber in ſeiner Liebe und ſeinem Haß kennt er keine Grenzen und iſt oft wahrhaft brutal. Dieſe Brutalität iſt in allen Klaſſen wahrzunehmen. Briefe zu er⸗ halten iſt für einen Fremden nicht leicht; ſind ſie mit einem großen Siegel verſehen, ſo bleiben ſie lange unterwegs und werden ſtets
geöffnet, mit grünem Wachs wieder geſchloſſen und mit dem Poſt⸗
ſtempel verſehen. Iſt die Adreſſe ein bischen undeutlich oder fehlt in ihr der Vorname, der im Paſſe ſteht, ſo muß man unverrichteter Dinge abziehen.
Die Sündflut.
In einer Geſellſchaft, ſprach man von der ailgemeinen Sittenloſigkeit, welche immer mehr um ſich greife. Eine Dame bemerkte, ſie wundere ſich, warum Gott nicht wieder eine Sündflut kommen ließe.—„Weil ihm die erſte nichts geholfen hat“, antwortete Saphir.
Was iſt eine ſchüne Fran? Als man Fontenelle um die Definition einer ſchönen Frau an⸗
ging, ſagte er:„Eine ſchöne Frau iſt ein Paradies für die Augen, 5
eine Hölle für die Seele und ein Fegefeuer für den Beutel.“. ℳ
Der Hausfreund erſcheint in Bänden von je 16 Heften à 6 großen Bogen mit ſchönen Hriginal⸗Illuſtrationen, mit einem
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Preis pro Heft 5 Sgr.
Verlag der Hausfreund⸗Expedition(Lemke und Comp.) in Berlin, Kronenſtraße Nr. 21. Verantwortlicher Herausgeber: Hans Wachenhuſen.
Haupt⸗Erpedition und Druck bei F. A. Brockhaus in Leipzig.
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worin ſich auch M. G. Saphir befand,
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