in das Fenſter und barg ſich unter dem Bett.
ſtücke zuſammen und warf ſie dem Thiere hin. Kaum ſah dieſes, daß es ohne Gefahr, verfolgt zu werden, die Stücke nehmen dürfe, als es ſich allmählich vertrauensvoll näherte, und nachdem es gefreſſen, ſetzte es ſich hin und beobachtete wohlgefällig den Wohlthäter. Bald darauf ſchlich der Kater Er verließ die Wohnung nicht mehr, fühlte ſich wohl darin und dachte ohne Zweifel: die Angſt hat jetzt ein Ende; ich habe einen Beſchützer!
Champfleury gibt uns auch einen Beitrag zur Neugier und Scharfſicht der Katze. Er ſchildert uns ein eigenthüm— liches Stilleben:
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ſchen Lächeln hinter ihrem Bart denkt ſie über alle die Dinge nach, die da vorgehen; der Teppich, die Cigarre, der Wagen, der Hund, der Briefträger— Alles verarbeitet ſie in ihrem Kopf.
Voltaire behauptete, die Neugier ſei den Thieren ange⸗ boren.„Sie iſt dem Menſchen, den Affen und den kleinen Hunden eigenthümlich“, ſagte er in dem Dictionnaire philo- sophique. Wagen, er wird die Pfoten auf das Wagenfenſter legen, um zu ſehen, was draußen vorgeht.“
Was Voltaire Neugier nennt, bezeichnet Galiani als Scharfſinn. Die Katze beſitzt beides.
Juarez, Präſident der mexicaniſchen Repnblil.
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Das Fenſter wird geöffnet. Die Katze liegt auf dem Fauteuil; das Geräuſch weckt die Katze; ſie verläßt natürlich den Stuhl, um auf dem Balkon Luft zu ſchöpfen.
Hier legt ſie ſich an den Rand des Balkons. Bei jedem Geräuſch, das von der Straße heraufdringt, ſteckt ſie den Kopf aus, und über den Balkon, denn alle lebenden Gegen— ſtände intereſſiren ſie.
Das Fenſter gegenüber öffnet ſich. Ein Stubenmäden ſchüttelt den Teppich zum Fenſter hinaus, die Nachbarin be⸗ gießt ihre Blumen, der Nachbar drüben raucht ſeine Cigarre im Fenſter, ein Wagen fährt über die Straße, ein Hund läuft über den Damm, der Gemüſehändler ſchreit ſeine Waaren aus, die Kinder gehen zur Schule, der Brieſträger kommt— Alles intereſſirt die Katze. Die Augen halb geſchloſſen liegt ſie da, mit einem philoſophi⸗
Champfleurh gibt uns noch ein anderes kleines Stilleben, ein förmliches kleines Drama, das wir dem Leſer hier wieder erzählen. Er nennt es:
Das Dramn der Wanduhr. Erſte Scene.
Die Uhr(llein). Tiktak, tiktak, tiktak, tiktak!
Jweile Scene.
Die Uhr. Die Katze. (Die Katze kommt herein und macht eine Runde durch das Zimmer. Sie ſpringt auf den Kamin, betrachtet ſich einen Augenblick in dem Kamin⸗Spiegel, ſteigt wieder herab, wirft einen Blick auf die Mobilien und ſetzt ſich auf einen Fauteuil.)
Die Uhr. Tiktak, tiktak, tiktak!
Die Katze
fühlen).
(ſchließt die Augen, öſſnet ſie von Zeit zu Zeit und fängt an, ſich ungeheuer wohl zu „
„Setzt Euch mit Euerm kleinen Hund in den


