Jahrgang 
1867
Seite
561
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X. Jahrgang.

1867.

N 36.

Die

Waffe.

Erzählung von Otto Girndt.

(Fortſetzung.)

Bin ungeſtümer Schlag auf die Thürklinke, und der Graf Wbetrat das Gemach ſeiner Schweſter. Auf dem Fuße Wfolgte ihm der Baron. Aber beide Männer verharrten wie angewurzelt an der Schwelle; Keiner von ihnen hatte den Maler hier vermuthet.

Gott ſei gedankt, er trägt keine Waffe! flüſterte die Comteſſe beim erſten Blick auf ihren Bruder.

Herr, Sie hier? keuchte Alexander und ballte die Fäuſte.

Wie Sie ſehen, Herr Graf! warf Weikert, die Arme über der breiten Bruſt verſchränkend, ihm faſt ſpöttiſch ent⸗ gegen.

Soll ich Sie rief der Offizier.

Alexander! unterbrach ihn Margarethe, und gleichzeitig faßte Hochberg energiſch Falkenſtein's Arm:Halt! Was haben Sie mir auf Cavaliersparole gelobt?

Ich danke Ihnen, Herr Baron, erklärte der Künſtler mit vollſter Gelaſſenheit;es bedarf Ihrer Vermittelung nicht; der Herr Graf wird in ſeinem Hauſe Gaſtrecht gegen mich üben, wie ich in meinem gegen ihn.

Geben Sie ſich kein noch größeres Dementi! raunte der Baron dem Wuthbebenden an ſeiner Seite zu.

Herr! knirſchte Alexander, ohne die Mahnung zu be⸗ achten,den Augenblick ſtehen Sie mir Rede: was ſuchen Sie bei der Comteſſe?

Ich ſuche die Pflicht der Höflichkeit zu erfüllen und einer Dame, die ich über Alles verehre

Zum Teufel mit Ihrer Verehrung!

Herr Graf, erwiderte Weikert mit Nachdruck,ich be⸗ merke Ihnen, daß Sie nicht vor Ihrer Schwadron ſtehen. Wollen Sie mich anhören oder nicht?

Natürlich will ich Sie anhören, um Ihnen nachher

Gut denn! ſchnitt ihm der Maler die Rede ſo kraft⸗ voll ab, daß Jener förmlich betroffen ſchwieg. Und in rollen⸗ dem Fluß der Worte fuhr Weikert fort:Ich ſage der Com⸗ teſſe Lebewohl, da ich Stadt und Land verlaſſe.

Wie? rief Hochberg überraſcht dazwiſchen.

Ja, Herr Baron, ich ſcheide, um mich in Rom als Maler zu vervollkommnen. Ich habe die Comteſſe erſucht, meinem Cromwell einen Platz in ihren Zimmern einzuräumen; denn ihr allein bin ich das Werk ſchuldig, mithin gebührt ihr allein der Beſitz.

Wachenhuſen's Hausfreund. X. 12.

Was? fragte der Graf gedehnt und ſtemmte die Hände in die Hüften.Wir ſollen uns etwas von Ihnen ſchenken laſſen?

Zuvörderſt, Herr Graf, verſetzte Weikert ironiſch,biete ich Ihnen nichts an; zur Würdigung künſtleriſcher Arbeiten gehört künſtleriſch gebildeter Sinn.

Die Comteſſe hat hoffentlich Ihre Offerte abgelehnt, ſtieß Falkenſtein heraus.Es wäre das erſte Mal, daß ein Glied unſrer Familie ſich herabließe, Präſente von Leuten an⸗ zunehmen

Die, vollendete der Maler,eigentlich gar nicht zur Menſchheit zählen, wie ſchon der Fürſt Windiſchgrätz geſagt hat, nach deſſen Auffaſſung der Menſch erſt beim Baron an⸗ fing. Und achſelzuckend knüpfte er raſch an:Ja, ſehen Sie, Herr Graf, das Geſchick ſpielt mitunter wunderlich. Glieder einer jüdiſchen Familie kommen auf merkwürdige Manier in die Höhe und werden geadelt, während andere Glieder derſelben Familie verarmen und

Alexander hinderte ihn, zu enden.Was wollen Sie? Was ſcheeren uns die Juden?

Nach dieſer Aeußerung ſind Sie unbekannt geblieben mit Ihrem mütterlichen Stammbaum..

Herr, ſind Sie bei Sinnen? fuhr der Wilde los. Ein Falkenſtein und er brach in rauhes Lachen aus.

Zufällig ſcheine ich von Ihrer Abkunft doch beſſer unter⸗ richtet als Sie! lächelte Weikert.

Der Graf, der bis dahin unverrückt auf ſeinem erſten Platz geſtanden, trat haſtig in die Mitte des kleinen Salons, ſofort folgte ihm der Baron, der immer noch einen Gewalt⸗ act befürchtete, und Margarethe, der ebenfalls davor bangte, ſtellte ſich wie zufällig hart an Weikert's Seite. Alexander hob den rechten Arm und ſagte:Jetzt fangen Sie beinahe an, mich zu amüſiren, Mann! Sie ſollen mich meine Ahnen kennen lehren! Vorwärts! Und er lachte wiederum grell auf.

Alexander, ich bitte dich ſuchte die Schweſter den Ausgelaſſenen zu zügeln. Er wies ſie mit herriſcher Geſte ab⸗

Potz Wetter, ſtill! Die Geſchichte verſpricht intereſſant zu werden.

Möglich! beſtätigte Weikert, und flüſterte Margarethen zu:Sie iſt die Waffe, durch die ich ihn ſchlagen muß. Ruhig kehrte er ſich wieder dem Grafen entgegen.Im ſieben⸗ jährigen Kriege