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les Champs-Elysées, Colonne Vendõme, Palais et Jardin des Tuileries, IOpélisque, Opéra-Comique.
Donnerstag: Musée du Louvre, les Gobelins, le Jardin des Plantes, IHoötel-de-Ville, la Seine et les Ponts, la Colonne de Juillet, le Canal Saint-Martin, les Boulevards du centre, Théätre-Italien.
Freitag: Le Bois de Vincennes, le Lac, le Polygone, Bibliothèque Sainte-Geneviève, la Banque, Sainte-Eustache, le Musée de Cluny, Saint-Sulpice, l'Odéon.
Sonnabend: Saint-Cloud et Versailles, Palais, Jardins et Musée, les deux Trianons.
Sonntag: Conservatoire des Arts-et-Métiers, Tour Saint-Jacques, Concerts populaires, I Eglise russe, 1e Musée d'artillerie, Folies-Marigny.
Hinzuzufügen ſind natürlich alle die Theater, deren ich im vorigen Hefte erwähnte; ebenſo die Cafés chantants, die Ballſäle und was ſonſt iſt, das in dieſem Blatte noch beſprochen werden ſoll.
Es iſt hart, während der Ausſtellungs⸗Saiſon in Paris ein Fremder zu ſein, und da derſelbe kaum Zeit haben kann, das eigentliche Pariſer Leben zwiſchen allen ſeinen Verpflich⸗ tungen als Voyageur de'Exposition näher kennen zu lernen, ſo glaube ich ihm, weniger grauſam in meinen Anforderungen als alle die Bädekers, Grieben's und wie ſie heißen, von den kleinen Tagesereigniſſen, dem Parfüm der Seineſtadt u. ſ. w. etwas bringen zu müſſen, und ſchleppe ihn dazwiſchen ſo ſchmerz⸗ los wie möglich hierhin und dorthin, wo er alle dieſe Odeurs zu finden gewiß ſein kann.
Es war eine ſturm⸗ und regenreiche Zeit, die Monate, welche der Weltausſtellung vorangingen, und ſelbſt der Monat April, da dieſelbe bereits eröffnet war.
Alle Leidenſchaften gingen zu Markte, die Zeitungen ſchnoben Haß und Krieg gegen Deutſchland. Held Girardin, der größte Hanswurſt ſeines Jahrhunderts, erklärte Frankreichs Ehre beleidigt durch die Anmaßung der Nachbarn, der wilden und barbariſchen Teutonen. Nur Blut konnte ſeiner Meinung nach die Frankreich zugefügte Schmach wieder abwaſchen. Er umgürtele ſich alſo mit einem großen Schleppſäbel und ging hin und ſchlachtete ein— Poulet, das ihm im Grunde lieber iſt als alles Preußenblut. 6
Ich habe nie geglaubt, daß ein Freſſer wie Girardin noch einen andern Gott als ſeinen Magen habe. Es hat auf mich ſtets einen überaus luſtigen Eindruck gemacht, wenn Girardin in ſeiner Zeitung funfzigtauſend Preußen abſchlachtete und hinter ſeinem bluttriefenden Artikel gleich den Speiſe⸗ zettel für den Wochentag brachte.— Hinter der Politik gleich die Küche!
Endlich zog an der Hand des Telegraphen einige Ruhe und Hoffnung in die ſturmbewegten Gemüther, während wir bis dahin ſtets im Begriff waren, unſer Bündel zu ſchnüren.
Die Friedensglocken läuten wieder und Alles löſ't ſich in Wohlgefallen auf. Trotzdem wird in den militäriſchen Werkſtätten für alle Fälle unaufhörlich weiter gearbeitet.
Wir können alſo wieder zu unſeren„internationalen“ Beſtrebungen zurückkehren und den Großmächten die Schlichtung der luxemburgiſchen Frage überlaſſen.
Im Grunde hat die letztere vielleicht weniger Schaden gethan, als es hätte geſchehen können, wenn das Wetter mehr zum Reiſen aufgefordert hätte, und ungeachtet des noch herrſchenden Mangels an Fremden war doch die Ausſtellung während der letzten Tage ſehr ſtark beſucht.
Trotz dem am Sonntag herrſchenden Sturm, der auch das Wettrennen im Bois verdarb, waren Tauſende auf dem Marsfelde. Man nimmt dort eben mit Dem vorlieb, was ſchon zu ſehen iſt, und da das Aprilwetter zu Excurſionen auf das Land nicht auffordert, ſtrömt Alles zur Expoſition hinaus.
In den dieſelbe umgürtenden Reſtaurants uud Kaffee⸗
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unverſchämten Preiſe, denn man bezahlt z. B. am engliſchen Büffet für ein gutes Weinglas voll Ale dreißig Centimes, von den übrigen Preiſen nicht zu reden.
Indeß hindert das nicht einen gewiſſen Theil unſerer Damenwelt, dem lieben Gott und dem Kalender zum Trotz ihre Ideen durchzuführen, denn dann und wann ſcheint ja doch die Sonne.
Man wird, wie es mir ſcheint, ſo wenig Coſtüm als möglich tragen. Junge Damen, die nicht mit Vorurtheilen behaftet ſind, erſcheinen auf der Promenade in kurzem, ganz engem, unter gezacktem Seidenrock, einen zugeklapptem Regen⸗ ſchirm ähnlich, an welchen ſich oben eine kurze Jacke ſchließt, während das Bein volle Freiheit hat, einen weißen Strumpf, mit Allem, was darunter iſt, und einen zierlichen ſchwarzen Stiefel zu zeigen, an deſſen graziöſem Schaft natürlich der geſinnungsloſe Troddel baumelt, um die Aufmerkſamkeit auf das ſchöne Fußgelenk zu ziehen.
Wie gern ſie das knappe Röckchen tragen, man ſieht's ihnen an, ſie ſind genirt darin. Aber es muß doch ſein. Ich bilde mir ein, natürlich ſo weit ich davon verſtehe, es wird das wohl das Erpoſitions-Coſtüm werden. Ich habe nur munkeln gehört, daß man anſtatt der ſchwarzen künftig auch rothe Stiefelchen tragen werde, und wenn das der Fall iſt, ſehen wir lauter kleine graziöſe Satanellen auf den Boulevards umherlaufen. Iſt doch der kurze ausgezackte Jupon roth, das knappe Röckchen oft mit rothem Beſatz verſehen, das Hutband roth und was ſonſt noch zu röthen vorhanden iſt.
Die Modefarbe des Haares iſt auch noch immer roth, mindeſtens aber blond. Die ganze weibliche Generation iſt blond geworden, ja es iſt eine Geſchmackloſigkeit, noch ſchwarzes Haar zu tragen. Wem von Natur nicht die Mittel geworden, blond zu ſein, der bezieht dieſelben vom erſten beſten Parfumeur.
Eine Löwin muß nicht allein blond, ſondern ſogar roth ſein, muß eine ganze Haar⸗Entzündung auf dem Kopfe tragen, und geſchieht dies nicht durch den Färbungsprozeß, da gibt es Perrücken.
Wenn ich ferner nicht irre, ſtudiren die Damen jetzt hin⸗ ſichts ihrer Haartracht über chineſiſche Moden. Mir kommt das nämlich ſo vor, da ich bereits verſchiedenen, ſehr tonan⸗ gebenden Chignons auf der Promenade begegnet bin, deren Form ſich unverkennbar der chineſiſchen Sitte accomodirt. Es iſt auch das eine internationale Studie.
Die junge Männerwelt trägt die kurze, gewiſſenhaft nur bis auf das Ende des Rückgrats reichende Jaquette, den kurzen ruſſiſchen Mudſchicks⸗Hut, Pantalons von preußiſchem Militärſchnitt und die„Favoris de l'Exposition“ das kurze ſpaniſche Backenbärtchen.
Der Leſer möge nicht glauben, ich ſei bei einer Modiſtin oder einem Marchand-Tailleur in die Lehre gegangen, wenn ich hier von den Moden ſchreibe. Es fährt Einem das ſo in die Glieder, man weiß nicht wie, wenn man die Feuilletons der Pariſer Modeſchriftſteller lieſt.
Ich glaube auch, eine Berechtigung zur Erörterung ſolcher Intereſſen zu haben, ſeit ich höre, daß einer der hieſigen Wiener Schriftſteller als Mitglied in die Schneider⸗Jury der Erpoſition gewählt worden iſt, und da ſonach einem Jeden von uns dergleichen Ehren widerfahren können, ſo iſt es rath⸗ ſam, ſich bei Zeiten zu orientiren.
Aus ſchlechten Schriftſtellern können immer noch gute Schneider werden, ja ich ſtelle ſogar den umgekehrten Fall nicht in Abrede.
Für jeden Schriftſteller ſind jetzt jede Mittel erlaubt, en vogue zu kommen. Emil Girardin z. B. ſchreckte nicht davor zurück, ſich wegen eines Artikels in 5000 Fr. Strafe verur⸗ theilen zu laſſen; er riskirte ſogar einen zweiten, der ihn noch mehr koſten konnte; er khut Alles um ſeines Namens willen. Um aber ſeine Zeitung beliebt zu machen, nimmt er ſich den Speiſekünſtler, den Baron Briſſe, zu Hilfe, der ihm nicht nur einen täglichen Speiſezettel für ſein Blatt ſchreibt, deſſen 365 Speiſezettel er ſogar jetzt ſeinen Abonnenten als Prämie
häuſern werden die glänzendſten Geſchäfte gemacht, trotz der
bietet.


