lehrten Landgrafen Moritz, heirathete und
chte, das Schickſal Dieſe erſte jüngere Margarethe Salome war an den
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von 1517 fand Fürſten vor, die, neidiſch auf die Güter der
Geiſtlichkeit, ſich an die Spitze der Bewegung ſtellten und wo nicht ihre Urheber, doch ihre eifrigſten Förderer wurden; jetzt war ein Kaiſerhaus da, das ſein zeitliches und ewiges Heil in der Unterdrückung des umſichgreifenden neuen Glaubens ſah. Die früher unterlegene katholiſche Partei hatte ſich bereits in dem Jeſuitenorden eine einheitliche Phalanr ge⸗ ſchaffen; und dies Rüſtzeug erwies ſich bald ſtark genug, daß ſeinem Anprall nicht blos der böhmiſche und öſterreichiſche Adel erlag, ſondern beinahe auch der ganze deutſche Proteſtan⸗ tismus ihm erlegen wäre.
Zu der Zeit unſerer Erzählung nahm der böhmiſche Auf⸗ ſtand ſeinen glücklichen Fortgang. Graf Thurn eroberte und
inſurgirte Mähren, Graf Ernſt von Mannsfeld belagerte
Pilſen, das noch von den Kaiſerlichen gehalten wurde. Hier fiel der junge heißblütige Smirczickh als eins der erſten Opfer des Kriegs. Khevenhüller erzählt:„daß ihm die Erden, ſo eine Kugel vom Stück aufgeworfen, ins Geſicht geſprützt, da⸗ von er ein hitziges Fieber bekommen und alſo Namen und Stamm und das anſehnliche Gut lachenden Erben hinterlaſſen.“ Andere gleichzeitige Schriftſteller argwöhnten Vergiftung, die jedoch nirgends erwieſen. Er ward nach Prag gebracht und ſtarb dort in ſeinem Palaſt am 18. November 1618.
Er war noch unverheirathet und nur verlobt mit der berühmten Gräfin Amalie von Hanau, die ein Jahr ſpäter den Erbprinzen Wilhelm von Heſſen-Kaſſel, Sohn des ge— nach dem Tode ihres Mannes in der letzten Hälfte des großen Krieges die energiſche Regentin ihres Landes und treueſte Verbündete der Schweden wurde.
So waren von dieſen großen Beſitzungen ſeine beiden Schweſtern die einzigen lachenden Erben. Allein nur die Eine der Anderen war nicht darnach ange—
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Freiherrn Heinrich Slavata, einen entfernten Vetter des aus dem Fenſter geſtürzten kaiſerlichen Rathes, verheirathet. Ihr Gemahl war calviniſch und hielt natürlich zur Partei des Aufruhrs. Die andere, an zehn Jahre ältere Schweſter, Eliſabeth Katharina, ſaß unter dem Richterſpruch ihres Vaters auf einem einſamen Thurme des Gutes Schwarz⸗Koſteletz. Das Gefängniß dauerte ununterbrochen bereits zwölf Jahre, und den Grund hierzu gab eine ziemlich romantiſche Liebes⸗ neigung des Mädchens, deren nähere Data die Specialge⸗ ſchichte zwar verſchweigt, deren Stärke und Ausdehnung aber, von den Maßregeln des Vaters zu ſchließen, ziemlich bedeutend geweſen ſein müſſen. Sie hatte ſich nämlich, die reiche Gräfin, die das Auge zu einem Fürſten hätte erheben können, mit einem jungen lutheriſchen Geiſtlichen, dem Hauslehrer ihrer
jüngern Schweſter, in ein ſchwärmeriſches Liebesverhältniß ein⸗ gelaſſen, und der Vater als ſouveräner Herr, gereizt durch den Widerſtand des Mädchens, hatte ſtrenges Gericht geübt, der junge Liebesheld war unter Staupenſchlag und Schwörung der Urphede, d. i. mit dem Gelöbniß bei Strafe des ver⸗
wirkten Lebens ſich niemals wieder auf dem Territorium des
und der Tochter hatte ſich niemals wieder die Gefängniſſes geöffnet, weil
Smirczicky blicken zu laſſen, des Landes verwieſen worden, Pforte ihres ſie, in ihrer Charakteranlage eben
ſo hartnäckig als ihr Vater, nicht zu bewegen geweſen, be⸗ treffs ihrer Liebe in Entſagung zu willigen.
So ſtarb ihr Vater und ihre aufſteigende Hoffnung, jetzt
frei zu kommen, ſetzte ſie in fiebernde Aufregung. Sie wandte
ſich flehend an ihren Bruder. Regent der Familie, dieſelben adeligen Pflichten in ſich und verlangte zuvor genügende Garantieen über die beregte Ausſchreitung ihres Herzens, lich verrathen, daß die Gefangene immer noch unſtandesgemäßen Geliebten
Allein, dieſer, wenn auch
als milder
neuer geſinnt, ebenfalls
fühlte,
denn die zweite Schweſter hatte ihm gelegent⸗ hartnäckig ihres gedenke und wol gar im geheimen


