Jahrgang 
1867
Seite
505
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ſſſheſ

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Italia liberata.

Hier beichtet ein Sterbender dem Pater dort reicht der Guardian den Halbverdurſteten eine Labung aus ſteinernem Kruge. Noch iſt das Kloſtergitter der Büßer geſchloſſen. Sie ſind einer gewaltig ſtrengen Regel unterworfen, und ſelbſt der Donner einer Schlacht ſoll ihre Pforte nicht ſprengen. In der Kapelle, wo ſie abgeſondert von dem Publikum die heilige Meſſe hören, brennt nach wie vor das ewige Licht am Altare, und die Ruhe dieſes Grabes ſcheint nicht geſtört werden zu ſollen durch den Lärmen der aus dem Treffen von Cuſtozza kommender Maſſen.

Da Poch! Poch! Poch! Der Hammer an der Kloſter pforte wird gerührt, die ſcheuen Mönche laufen ängſtlich zu ſammen. Aber das Pochen hört nicht auf.Im Namen Gottes, wer iſt da? fragt endlich der Pförtner.

M

Truppen vom dritten Corps. Jäger von Bixio! Oeffnet, fromme Herrn! Quartierbillet für das Kloſter.

Der Abt iſt bereits im Gange. Er hat ſein ernſtes Geſicht in doppelt finſtere Falten gelegt und zaudert einen Augenblick. Da tönt der Hammer wieder und zugleich er ſchallt ein ſchrilles Pfeifen von der Gaſſe.Es leben die Berſaglieri! brüllt das Volk, welches ſchon ungeduldig wird über die Zögerung. In ſolchen Stunden gibt man nichts auf

Clauſur und auf die Inſchrift über der Pforte, die ſagt:

Solitudo est janua coeli. Der Abt kann nicht länger zögern.Oeffne! ſagt er halblaut. Vie Riegel fahren

zurück und vor den Mönchen ſtehen acht Mann im Kriegs

ſchmuck, im wirklichen, echten Schmude, das heißt zerfetzt,

blutend und mit Schmuz bedeckt. Einige haben die Arme in 64