eine war
eckt. leid rere tere gen
ort hm eigt der che,
ihm len. hob eten nen, tten rat rtel und
eim⸗ ßer⸗ Sie hen
höflich zurück.„Sie erſchrak nur heftig, als ich ihr ſagte, ich ſei überzeugt, daß ſie durch meine Kunſt geneſen würde.“
Pr. Neefe trat wieder ins Nebengemach und ſchloß die Thüre hinter ſich.
Die Prinzeß war von Erſtaunen, Den vor ſich zu ſehen, mit dem ihr geheimſtes Denken ſich beſchäftigte, unfähig, eine Aeußerung zu thun. Agathos ergriff ihre Hand und flüſterte ihr zu:
„Anna! Gott und die heilige Jungfrau haben mich zu deiner Rettung hergeführt. Sei klug, verrathe mein Geheim⸗
— 183„—
niß nicht. Du haſt am längſten in der Gewalt deines Oheims geſchmachtet.“
„Garcia!“ In dieſem einen leiſen Ausrufe lag Annas Herz, all ihr Leid, all ihre Freude. Ohne daß Agathos es verhindern konnte, faßte ſie ſeine Hand und benetzte ſie mit den heißen freudenſtillen Thränen eines Glückes, das ſo uner⸗ wartet wie ein glänzender Sonnenblick nach banger, ſchwerer Wetternacht in ihr von tiefer Trauer und Verzweiflung um⸗ nachtetes Herz leuchtete.
(Fortſetzung folgt.)
Weltausſtellungs-Bilder.
W
Paris mit der Serviette.— Die Augen, Hände und Füße bei Tiſche.
*
— Die Boulevards am Abend.— Die Fremden und die Irrlichter.
— Clichy ruinirt.— Paris bei Racht.
Die Stunde der Tafel iſt dem Pariſer die heiligſte des ganzen Tages; ich ſagte es ſchon vorhin.
Um ſechs Uhr füllen ſich alle Reſtaurants. Treten auch wir bei einem derſelben ein. Iſt es ein prix fixe, bezahlen wir gleich unſer Couvert bei der Dame du comptoir und er⸗ halten dafür eine Marke, die uns zu ſo und ſo vielen Ge⸗ nüſſen berechtigt und uns erlaubt, ein Supplement zu nehmen, d. h. dem Kellner noch darauf zu zahlen, wenn wir über unſre drei oder vier Schüſſeln hinaus noch Appetit verſpüren.
Da ſitzen ſie in den größeren oder kleineren Salons um die Tiſche, die je für vier bis ſechs Perſonen berechnet ſind.
Bitten wir höflichſt um Erlaubniß, wenn ſchon andere Perſonen
an dem Tiſche ſitzen, den wir uns ausgeſucht. Um Gottes
willen aber vermeiden wir gewiſſe Tiſche, an welchen ſchon gewiſſe—
Schwarzes Augengefunkel auf allen Seiten; Feuer auf der ganzen Linie! Es ſind die kleinen Biches, die kaum erſt das müde Auge vom Traume geöffnet, Toilette gemacht und hierher geeilt ſind, um gegen ſechs Uhr Abends ihr Tage⸗ werk mit dem Diner zu beginnen.
Vielleicht dämmerte ſchon der Morgen, als ſie das matte Haupt auf das Kiſſen legten. Es iſt ſpät geworden im Café anglais oder bei Brebant in den ſo heimlichen und traulichen Cabinetten, in welchen man den ſüßeſten Champagner getrunken, und⸗ es iſt ſo ermüdend, das Schwelgen!
Man iſt vielleicht auf die Tiſche geſtiegen, um eine Qua⸗ drille zwiſchen den Aſſietten zu tanzen— man hat ein paar Spiegel zerſchlagen im göttlichſten Uebermuth,— ach, und das iſt ſo angreifend, das erſchlafft die Nerven, heute muß man elenden, mit Waſſer gemiſchten Macon trinken an einer gewöhnlichen Tafel für 2 ½ Franes ſpeiſen, während man in der Nacht eine Addition von einigen hundert Franken ver⸗ ſpeiſt, gar nicht gerechnet die Gläſer und die Spiegel, die man zerſchlagen.
Da ſitzt ſie mit den ſchwarzen, großen Augen und dem leichtſinnigen Herzen. Sie winkt ihren Nachbarinnen zu; es iſt ein Blick des Einverſtändniſſes, ein Freimaurerzeichen, das nicht Jeder verſteht, denn es ſitzen ſcheinbar vornehme Fremde an den verſchiedenen Tiſchen, Fremde, die ſo gleichgültig über die Speiſekarte hinweg blicken, während ſie auf allen Seiten von feurigen Blicken umzingelt ſind.
Indeß dieſe Unglücklichen werden ihrem Schickſal nicht entgehen. Es werden noch andere Biches kommen und aus Mangel an Raum an ihrem Tiſche Platz nehmen. Sie wer⸗ den eine graziöſe Unterhaltung mit dieſen Fremden unter irgend einem bei Tafel leicht gefundenen Vorwand einfädeln, und es iſt hundert gegen eins zu wetten, daß ſie heute Abend im Café anglais in einem der verſchwiegenen kleinen Cabinets zuſammen ſitzen.
Sie ſind ſo artig, ſo zuvorkommend, ſo ſanft und ſo d-o-u-ce, dieſe kleinen Pariſerinnen mit den Alabaſterhändchen und dem Mignon⸗Füßchen, daß unter dem Tiſch ſo unruhig
Ihre Sprache iſt ſo obligirend, ſo anziehend und feſſelnd; ſie haben ihre ganz beſonderen Blicke für die Fremden, halb Mit⸗ leid und Barmherzigkeit für ihre Verlaſſenheit, halb berau⸗ ſchenden Champagner⸗Durſt verrathend. Sie ſind ſo bereit⸗ willig— dem Fremden die Speiſekarte zu erklären, zu ver⸗ mitteln, wenn der Kellner durchaus ſich mit dem Fremden nicht verſtändigen kann— kurz, es iſt nichts gefährlicher als dieſe Tiſch⸗Nachbarſchaft, und es gehört ſchon eine gewiſſe Un⸗ erſchrockenheit und Sicherheit dazu, ſich gefahrlos durch dieſes von Auſterbänken und Trüffelſchüſſeln garnirte Fahrwaſſer hin⸗ durch zu winden.
Um ſieben Uhr ſind älle Speiſeſäle gefüllt. Um halb acht Uhr bricht Alles auf, was die Theater ſucht. Was vom Reſtaurant zum Kaffeehauſe geht, bleibt bis acht Uhr, und um dieſe Zeit füllen ſich die Boulevards wieder.
Ein dunkler Strom wälzt ſich bis gegen Mitternacht über die von den Gasflammen der Magazine und Kaffeehäuſer er⸗ hellten Trottoirs; es iſt die große abendliche Promenade. Vor den Cafés und in denſelben ſitzt Alles, um ſeinen Mocca und allenfalls ſein petit verre de Cognac zu nehmen.
Arm in Arm flanirt der Pariſer über die Boulevards, durch die glänzend beleuchteten Paſſagen. Alle Magazine ſind bis in die Nacht hinein geöffnet.
Die Abendbörſe iſt geſchloſſen. Man erzählt ſich Can⸗ cans, ſpricht von Bismarck, Thiers, Olivier und Granier de Caſſagnac und verliert ſich dann in das Caſino, ins Eldo⸗ radv, ins Alcaſſar oder in irgend ein anderes der vielen Caté— Concerts.
Den Elfen gleich hüpfen die Pariſerinnen durch den ſchwar⸗ zen Strom der Promenirenden. Ueberall, wohin wir blicken, ſchwirren die Leuchtkäfer, dieſe Irrlichter dunkler Augen an uns vorüber und wie die Mücken vom Licht ſind auch ſie von den glänzenden Ausſtellungen der Mode⸗Schaufenſter bald hier, bald dort gebannt.
Ob, que c'est beau! Dieſer Cachemir⸗Shawl, dieſer reizende Paletot, würdig einer Fee; dieſes kokette Hütchen, dieſes Meer von Brillanten! Da liegen ſie müßig im Schaufenſter, und es iſt doch Frühjahr! Man braucht neue Roben, neue Hüte, und die Fremden, die doch nur hierher gekommen, um ihr Geld los zu werden, ſie gehen ſo gleichgültig an allen dieſen ſchönen Sachen vorüber, die doch Niemand ſo graziös zu tragen verſteht wie die Pariſerin!
Ach, dieſe Fremden! Da gehen ſie gelangweilt, gähnend und ermüdet vom Umherſtreifen, über das Trottoir. Sie reden eine Sprache, die kein Pariſer verſteht, barbariſche Idiome, die ſo rauh und unſchön klingen; ſie ſprechen, wenn ſie nicht umhin können, ein Franzöſiſch, daß es eine Schande iſt. Wie wohl thäten ſie, die Bekanntſchaft eines dieſer reizen⸗ den elfenfüßigen Kinder zu machen, mit ihren blonden Augen couleur de ponteille aus den ſchwarzen Blicken der Pariſerin den ſchönſten Sprachunterricht zu leſen!
Gäbe es ſchönere und intereſſantere Führer als ſie, dieſe Fremden mit all den Wundern und Gloiren der Stadt Paris
F. und ſich ſo leicht auf die Fußſpitze des vis-à-vis verirrt.
61*


