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Blluſtrirtes Volksblatt.— Herausgeber: Haus Wachenhuſen.
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X. Jahrgang.
1867.
N 31.
Anna von Granien (Kurfürſt Moritz' Tochter) und ihr Schickſal.
Hiſtoriſche Erzählung von Franz Lubojatzky. (Fortſetzung.)
nna athmete tief auf, als fühle ſie ſich von einer großen
ſie niederdrückenden Laſt befreit. Der tiefe Haß, den ſie
gegen den Bruder ihres ruhmreichen Vaters empfand, ließ keinen verſöhnlichen Gedanken in ihr aufkommen. Ihm gab ſie Schuld, daß ſie in ein trauriges Geſchick hineingeſtoßen worden war, das wie ein wild aufgewühltes Meer ſeinen Wogenſchwall über ſie hatte herabſtürzen laſſen und ſie in die Tiefe des Unglücks begrub. Wie ein in dunkler Nachtzeit aufblitzender Stern des einſamen Wanderes Auge auf ſich zieht und ihm das tröſtende Gefühl einflößt, unter den Schlummernden doch nicht verlaſſen zu ſein, ſo auch tauchte die Erinnerung an Don Gareia de Rubero in ihrer Seele auf und ward ihr zum Troſte, denn von ihm wußte ſie, daß er der einzige ihrer in Liebe Denkende ſei.
Ja, der Gedanke an ihn mußte eine Erhebung ſein für ſie, da er zugleich die Rechtfertigung ihrer Frauenehre und Treue in ſich ſchloß. Eine große, herrliche Empfindung durch⸗ glühte ihr Herz, es war die Glorie einer Entſagung, deren hohen Werth nur ſie allein kannte. Sie liebte Don Garcia mit dem Feuer ihres lebhaften Naturells, er war in allem der Gegenſatz des Denkens und Treibens ihres Gemahls, ernſt, ſinnig, voll wiſſenſchaftlicher Bildung, glühend in ſchönem Eifer für ſeine Kirche.
Schon hatte ſie auf dem Punkte geſtanden, ſich dieſer,
ein leicht angeregtes Gemüth ſchnell gewinnenden und mit
ihren feierlichen, pomphaften Ceremonien den Sinnen ſich ein⸗ ſchmeichelnden Kinche in die Arme zu werfen, als Alba, der große ſpaniſche Henker⸗Herzog, von dem mit der weiſen Mäßigung der von der Herzogin⸗Statthalterin den aufrühreriſchen Nieder⸗ ländern entgegengeſetzten Maßregeln höchſt unzufriedenen König Philipp II. nach Brüſſel geſchickt, durch ſeine harten, jedes Mitleid, ja jede ſtaatsmänniſche Vernunft ausſchließenden Be⸗ fehle den Aufſtand erſt zur vollen Flammen ſchürte.
In dieſen verhängnißvollen Tagen erhob ſich Anna kraft⸗ voll über ihre Leidenſchaft zu Garcia, ſie erinnerte ſich, daß ihre Pflicht als Weib und Mutter ſie an das Schickſal ihres Gemahls knüpfte, deſſen Leben mit jeder verzögerten Minute verloren ſein konnte, und ſeinem Eide, ihr nie wieder Urſache Wachenhuſen's Hausfreund. X. 11.
zur Klage über Untreue zu geben, vertrauend, flüchtete ſie mit ihm aus Brüſſel. Das Unglück verfolgte die Unter⸗ nehmungen des Prinzen, und bald auch gelangte Anna zu der Ueberzeugung, daß deſſen erneuter Eid der Treue zu ihr nur das Ergebniß ſchlauer Berechnung war, den ſächſiſchen Kurfürſten, den Oheim ſeiner Gemahlin, und den Landgrafen von Heſſen, deren Großvater mütterlicher Seits, zu Freunden zu behalten, denn nicht allein, daß Kurfürſt Auguſt ihm die zur Belagerung Gothas*) geworbenen Kriegsvölker überließ, wo⸗ durch der Hranier ſogleich zu einem ganz reſpectablen Heer⸗ haufen gelangte, ſondern auch die für ihn in Sachſen, Heſſen und Zweibrücken geſchehenden Werbungen ſetzten ihn in den Stand, mit gewaffneter Hand gegen die Spanier vorzugehen.
Die Siege der Letzteren über den Oranier, der im wilden Wirbel der mannichfachen Kämpfe ſich nicht um Wohl und Wehe ſeiner Gemahlin kümmerte und als er ſich gezwungen ſah, nach Deutſchland zu flüchten, ſie hülf⸗ und mittellos und ſchwer gekränkt von fortgeſetzten Erfahrungen ſeiner Untreue zurückließ, gaben ihrem Geſchick eine neue Wendung. Ein trauriges Leben begann für Anna, flüchtend von Ort zu Ort, um den Spaniern zu entgehen, eilte ſie in die Rheinſtädte, nirgends bot ſich ihr ein Beiſtand, ſie verſank ohne Unter⸗ ſtützung in ſo große Armuth, daß auch der letzte ihrer Diener ſie verließ und ſie nur noch von der Gutmüthigkeit bürger⸗ licher Leute das Leben friſten konnte. Sie hatte keinen größeren Feind als ihren Gemahl, deſſen Helfershelfer ſeinen Wunſch, eine Trennung von ihr, deren Rache tiefverletzter Frauenehre er fürchtete, auf jede mögliche Weiſe herbeizu⸗ führen, durch Anklagen und böswillige Gerüchte über ſie ſich beſonders angelegen ſein ließen, und mit ſchwerem Unmuth vernahm Kurfürſt Auguſt, daß ſeine Nichte im engſten Ver⸗ kehre mit gemeinen Leuten ſtehe und ſich dem Trunke und liederlichen Lebenswandel ergeben habe.
*) Kurfürſt Auguſt war vom Kaiſer die Stillung der Grumbach'“ ſchen Händel, die 1567 durch die Belagerung Gothas und den Fall des Schloſſes Grimmenſtein beendigt wurden, übertragen worden. Der Prinzeſſin Anna Stiefvater, Friedrich II. von Weimar, wurde von Kurfürſt Auguſt dem Kaiſer zu lebenslänglicher harter Gefangen⸗ ſchaft eingeliefert, in der er auch ſtarb.
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