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aufgenommen, deſſen Bewohner dem armen Sänger zu beſſeren Stellungen verhalfen. Weiſen wir nur auf den großen Reformator Luther hin, der ſein Emporkommen dem Inſtitute der Currende verdankte und durch ſeine treffliche Stimme die Aufmerkſam— keit und das Intereſſe der frommen Frau Cotta zu Eiſenach erregte, die ihm ein beſſeres Lvos bereitete. Wir kommen von dieſem Punkt aus zu dem hiſtoriſchen Theile der Currende, und ſie hat in der That eine Geſchichte, eine ſehr umfang— reiche ſogar. Schon ihr Name zeugt für das Alter des Brauches. Currere laufen, umherziehen.— Urſprünglich haben die Bettelmönche dieſes Gewerbe betrieben. Sie ſangen vor den Thüren der Häuſer. Man gab ihnen ſpäter den Namen „Bacchanten“ indem man die Theilnehmer der Bacchusfeſte, beſonders der nächtlichen, im Sinn hatte, denn die Mönche wichen ſchon im zwölften und dreizehnten Jahrhundert den Studenten, welche auch Beani oder Gelbſchnäbel hießen und vor den Thüren der Leute ſangen. Hieraus geſtalteten ſich im vierzehnten, funfzehnten und ſechzehnten Jahrhundert die fahrenden Schüler. Sie ſuchten durch Geſang und ſonſtige Productionen ſich ihre Unterrichtsgelder zu erwerben und zogen von Schule zu Schule. Durch die Sitten jener Zeit, beſon⸗ ders aber durch die Frömmigkeit wurden dieſe Leute ſehr unter⸗ ſtützt, und es finden ſich ſogar öffentliche Verpflegungsanſtalten für ſie, ſo daß es im ſechzehnten Jahrhundert für eine Schule rühmlich war, viele ſolcher Bacchanten zu beſitzen. Sie hatten jüngere Schüler unter ſich, welche ſie„Schützen“ nannten, die aber von ihnen höchſt tyranniſch behandelt, ſelbſt zum Stehlen oder Betteln verleitet wurden. Oft blieben die Bacchanten bis in ihr ſpäteres Alter an den Schulen, wo ſie dann mit Unterlehrerſtellen bedacht, ihr Leben hinbrachten. Buchard Zingy und der berühmte Thomas Plater waren Bachanten und haben ihre Abenteuer ſelbſt beſchrieben. Mit der beſſeren Organiſation der Schulen ſtellte ſich auch das Bedürfniß ein, die fahrenden Sänger zu beaufſichtigen. Hier⸗ aus entſtand die Currende. Man ſtellte die Schüler unter Aufſicht des Rectors und der Gemeinde, regulirte das Kaſſen⸗ weſen und überwachte den Unterricht. Die Freiſchüler der Schulanſtalten ſcheinen jedoch nicht immer den Erwartungen entſprochen zu haben, welche die Wohlthäter zu hegen berech⸗ tigt waren. Namentlich müſſen die Currendeſchüler ſich ſchon in älteren Zeiten durch häufige Uebertretung der Schulvor⸗ ſchriften ausgezeichnet haben. In der„Berliniſchen Kloſter⸗ und Schulhiſtorie von Martin Dietrich“ heißt es Seite 229: „Als man wahrgenommen hatte, daß die Current⸗Knaben deren Schulen ſehr verwildert wären, im herumſingen allerley Unfug trieben, ward ein eigner Aufſeher Nahmens Georg Schütze über ſie beſtellet, welcher mit ihnen ginge und alle Allotria ver⸗ hütete. Zu welchem Ende auch Anno 1704 aus mildem Beitrag auf des Probſtes Blankenberg's Vorſchrifft demſelben eine Wohnung hinten an der Mauer auff dem Kloſter⸗Kirch⸗
hofe erbauet worden und von dieſer Zeit an ſind beſtändig 24 Knaben in der Currente auſſer dem geſammelten Brodt mit Mänteln und übriger Kleidung, auch etwas in Gelde, vor⸗ nehmlich wenn ſie Abſchied nehmen und eine Handthierung lernen wollen, verſorget worden.“
In der von Kurfürſt Johann Georg 1579 beſtätigten Schulordnung heißt es:
„Die Choraliſten ſollen ſowol auf der Gaſſe als in denen Hochzeithäuſern, wenn ſie Collecte ſammeln, ſich züchtig und chriſtlich betragen, in der Kirche vor dem Pulpet ſtehen, in den Vespern ein Capittel aus der Bibel leſen, beſonders aber Voll⸗Zapfern und liederlichen Leuten zu Gefallen keine Zech⸗ und Buhllieder ſingen.“
In den neueren Zeiten ſtanden oftmals die Currende⸗ ſchüler auch nicht in dem Rufe, ſehr ordnungsliebende und empfehlenswerthe Zöglinge der Anſtalten zu ſein. Das Her⸗ umziehen in den Straßen hat wol häufig genug dazu beige— tragen, die jungen Leute ein wenig zügellos zu machen, mindeſtens erinnert ſich Schreiber Dieſes, daß die Currende⸗ ſchüler der Anſtalt, welche er beſuchte, den Ruf höchſt ausge⸗ laſſener Burſchen beſaßen. Das war die Kehrſeite der Medaille. Die Currende hatte ſich übrigens in Berlin einer großen Popularität zu erfreuen, wozu namentlich die oft wahrhaft komiſche Außenſeite beitragen mochte, durch welche die Schüler dem Stifte eines Hoſemann und der Feder unſerer humoriſti— ſchen Schriftſteller verfielen. Die Currende gehörte unter Anderm zu den bekannten Unvermeidlichkeiten eines Neujahrs⸗ morgens, und gewiſſe Perſönlichkeiten unter den Führern oder Chorvätern ſind ſtadtbekannt geweſen. Das Inſtitut überlebte ſich und war zuletzt nur eine Verſorgungsanſtalt für die Chor⸗ führer. Außer freiem Unterricht genoſſen die Schüler wenig Unterſtützungen. Die Gymnaſien erſetzten die Currende durch Geſangchöre für die liturgiſchen Geſänge in den Kirchen der Parochien, denen die Gymnaſien angehören.
Seit 1851 hat man verſucht, das Inſtitut der Currende neu zu beleben und den Gemeinden die alten, guten Kirchen⸗ lieder dadurch nahe zu bringen. Dieſe neuerrichteten Singe⸗ chöre ſingen gegen Jahres⸗Abonnement von zwei Thalern monatlich einige Choräle in den Häuſern. Solch neue Currende ſtellt unſere Flluſtration dar. Man hat vor allen Dingen dafür geſorgt, daß die Kinder eine ſaubere und wohlgefällige Außenſeite zeigen; ſie ſind höflich und geſittet, auch ihre Leiſtungen unterſcheiden ſich höchſt vortheilhaft von denen der früheren Currende, und wenn die klaren Kinderſtimmen ertönen, ſo greift jeder gefühlvolle Menſch gern in den Beutel, um dem kleinen Sänger eine Gabe zu reichen, der beſcheiden und freund⸗ lich in die Thüre der Wohnung tritt, um den geringen Lohn für ſeine und ſeiner Kameraden Leiſtungen dankend in Empfang zu nehmen.
G. Hiltl.
Im Oberinnthale.
Elf Meilen von ſeinem Urſprunge— im Schweizer Canton Graubündten— entfernt, verläßt der Inn das Gebiet der Schweiz und bricht durch eine ſchauerliche Felſenſchlucht in einen Bergpaß, der an romantiſcher Wildheit ſeinesgleichen ſucht. Drohend hängen furchtbare Felſenmaſſen über der dämmernden Kluft— in hölliſcher Finſterniß rollt brauſend und ſchäumend der reißende Bergſtrom ſeine Wogen darunter hinweg. Die Straße, welche vom Comerſee kommend das
Wormſerjoch überſchreitet, ſenkt ſich an dieſer Stelle in die
Tiefe des furchtbaren Bergpaſſes herab, ein hölzernes Dach, aus mächtigen Balken gezimmert, ſchützt den Wanderer vor den drohenden Gefahren des Weges, da es die Steine, die der Regen von den überhangenden Felſen abſpült, auffängt und unſchädlich in den Abgrund rollen läßt.
Von hier aus eilt der Inn durch ein anſehnliches Längen⸗ thal, dem er nebſt den beiden nördlichſten Kreiſen der ge⸗
am weiteſten zurückterten.
fürſteten Grafſchaft Throl den Namen des Oberinnthales gibt. In wildromantiſcher Einſamkeit beſpült der Fluß mit ſeinen bläulich-grünen Wellen den Fuß mächtiger Felſen, an deren Abhängen entlang die herrliche Kunſtſtraße führt und in mannichfaltigen Schlangenwindungen dem Zuge der Berge folgt. Bald ruht ſie auf mächtigem Unterbau, der oft mehrere Stockwerke hoch iſt, bald windet ſie ſich gleich einer Ringel— natter um die Vorſprünge der Felſen, hoch über dem Fluße hängend, und ſchlängelt ſich dann wieder in die Tiefe des Thalgrundes dicht an ſeinen Ufern dahin.
Von dem Dorfe Pfunds ab beginnt das Thal indeß ſeine ſchauerlich ſchöne Großartigkeit zu verlieren, die Cultur tritt allmählich an die Stelle derſelben, und hie und da zeigen ſich Hütten auf den verſchiedenen Stufen des Gebirges, vorzüglich auf dem rechten Ufer des Inn, wo die Felſen Noch immer bildet die obener⸗


