Zeitschriftenband 
1 (1867)
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18 Zerbrochen.

lichem, innerem Glück den leichten Druck des weißen Arms fühlen, der auf

dem meinen ruhte, und mit noch größerer, ſüßerer Freude die leiſe Heiter⸗

keit bemerken, die ſich ein paarmal über die ſanften Züge des ſchönen Ge⸗ ſichtes verbreit ete, ſich um die feinen Lippen und die großen dunkelblauen

Augen ſchmiegte. Mit einem Wort, es war eine Empfindung, wie ich ſie

ſelbſt ihr gegenüber nie wieder in dieſer Tiefe, in dieſer ſage ich: Selig⸗ keit gefühlt, als ich zum erſtenmal das alles in der Nähe vor mir ſah, das ich bisher nur aus der Ferne hatte belauſchen dürfen, als ich mir ſagen mußte, daß all das bisher doch faſt nur Geahnte, auch in Wirklichkeit da und um vieles lieblicher ſei, als es meine Träume ſich auszumalen vermocht.

An die Polonaiſe ſchloß ſich ein raſcher Walzer; doch war es nur eine Ronde geweſen, als der Tanz auch ſchon ſein Ende erreichte und ich die Dame zurückführte.Ihre Eltern haben ſich wo anders hingewandt, ſcheint's, ſagte ich, mich vergeblich nach ihren früheren Begleitern umſehend, die ich mir in jenem erſten Augenblick freilich wenig angeſehen hatte.Meine Eltern ſind nicht hier, erwiderte ſie;ich bin mit einer uns bekannten Fa⸗ milie gekommen. Da ſeh' ich ſie bitte, hier, mein Herr. So gab ich ſie denn ab die Leute waren mir völlig unbekannt ſicherte mir noch einen ſpäteren Tanz und trat in den Saal zurück ich wiederhol's: mit einem wunderbaren und doch kaum gerechtfertigten Glücksgefühl. Denn ich wußte auch jetzt noch nicht einmal ihren Namen und über meine Nachbar⸗ ſchaft hatte ich ſelbſtverſtändlich keine Silbe laut werden laſſen. Das wäre ein gar zu ſchnelles Ende meines Schmachtens geweſen.

Der General ſtreifte an mir vorbei.Gratuliere, mein Lieber, gra⸗ tuliere! Benehmen ſich doch wieder wie ein Menſch von Fleiſch und Blut hm, hab's geſehen und mein Compliment! Charmante Erſcheinung, bei Gott, und exquiſit. Wer iſt's?Ich verſtand den Namen nicht, Herr General, ſagte ich.Erkundigen ſich hoffentlich, meinte er, ſich weiter ſchiebend,iſt's werth, bei Gott!

Nun, damit war ich bekanntlich durchaus einverſtanden und hatte auch eine Frage im Sinn, ſobald ich nur jenem Feſtordner wieder begegnete, der mich ihr zugeführt hatte. Mich bei Anderen zu erkundigen, ſchien mir abge⸗ ſehen von dem inneren Widerſtreben, ziemlich ausſichtslos, da mich ein gele⸗ gentlicher Blick auf ſie und ihre Begleitung überzeugte, daß ſie ſehr wenig Bekannte hier gefunden. Es war indeſſen ein übel Ding, in dieſem Getreibe eine beſtimmte Perſon aufzufinden, und der verheißene Tanz war bereits