Zeitschriftenband 
1 (1867)
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12 Zerbrochen.

um mein Bureau zu erreichen, und mein Weg zur Kaſerne und zum Parade⸗ platz kaum ein weiterer war. Ueberdies zeigte ſich die Straße, die faſt nur von wohlhabenden Leuten bewohnt wurde, welche die Unruhe belebterer Stadt⸗ theile ſcheuten, außerordentlich ſauber und ruhig und hatte endlich noch den in meinen Augen nicht geringen Vorzug, hinter unſerer Häuſerſeite rück⸗ wärts von großen Gärten begrenzt zu werden, welche den ganzen Raum bis an die Höfe und Hintergebäude einer weiteren, parallel laufenden Gaſſe aus⸗ füllten. Ihr wißt von mir, ich liebe Luft, Licht und Sonne, und ich that das damals ſchon ebenſo wie heut. Ich machte daher, zumal es Winter wurde und ich parterre wohnte, mein Hinterzimmer zum Wohngemach, denn es lag gegen Südoſt und war ſehr freundlich, und ſelbſt die Schneedecke der Gärten und ihre kandirten Zweige, die Vögel, die ſich bald zahlreich zu meinem Fen⸗ ſter fanden, die ehrbaren Krähen, die ſich Abends auf der Firſt des Hinter⸗ gebäudes um die Schornſteine ſammelten, das alles hatte für mich ſeine ſtil⸗ len Reize. Auch arbeitete es ſich hier ganz vortrefflich ich hatte meinen Plan in Betreff der Vorleſungen ausgeführt und war ſehr fleißig und es

ſtörte mich gewöhnlich nicht ein Laut in meiner Beſchäftigung, wenn nicht

ein Hausgenoſſe einmal an den Brunnen im Hofe ging, oder Fabri, der über mir ſchlief, das Zimmer beim Aus⸗- oder Ankleiden mit ſeinen Schritten durchmaß.

Die Gärten dehnten ſich, wie ich ſagte, weit und breit aus und wurden nur auf einer einzigen Stelle einigermaßen durch ein weit vortretendes Hin⸗ tergebäude der anderen Straße beſchränkt. Das Haupthaus, deſſen Rück⸗ wand man gleichfalls erblickte, war anſcheinend ein neuer gewöhnlicher Bau, der vorſppingende ſage ich: Flügel jedoch zeigte ſich als der Reſt eines nechämie mit düſteren, maſſiven und doch ſchon hie und da geriſſe⸗ nen Mauern, mit hohem, ſpitz zulaufenden Giebel und kleinen vergitterten, in der Höhe mit Luken verſchloſſenen Fenſtern in unregelmäßiger Reihe. Nur in einer Höhe, die etwa der Beletage entſprach, fanden ſich an der langen Front gegen den Hof zu einige neu eingebrochene größere Fenſteröffnungen mit ſauberen Kreuzſtöcken und hellen Glasſcheiben, und ein einzelnes ähnli⸗ ches Fenſter zeigte ſich auch an der Giebelſeite, welche gegen die Gärten ge⸗ kehrt und für mich völlig ſichtbar war. Man konnte annehmen, daß es zum Eckzimmer gehöre, und dieſes mußte dann trotz der düſteren Umhüllung ein ganz freundliches ſein. Endlich, etwa zehn Schuh über dieſem letzteren

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