Jahrgang 
27-52 (1867)
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824 Novellen⸗ Gedichte von Franz Frenzel.

Sylveſterlied.

Mein Auge ſiehet zum Himmel: Es fleugt eine Wolke dorthin, So iſt's im Erdengetümmel, Da ziehen die Jahre dahin.

Wie Wolken fliehen die Zeiten An unſerem Leben vorbei,

Indem ſie es ſicher geleiten Zum Ziele, wo Alles iſt frei.

Bald ziehen ruhig vorüber Die Wolken mit goldenem Saum; Bald eilen andere, trüber, Am Himmel, wie düſterer Traum;

Bald als ein grollend Gewitter, Mit furchtbar gewaltiger Macht, Daß wir darüber erzittern Wie Kinder in finſterer Nacht.

Doch Wolken ziehen all' weiter Entſchwinden dem Auge dann mir,

Drauf blicket wonnig und heiter Das friedliche Blaue herfür.

Mein Auge ſiehet zum Himmel,

Es fleugt eine Wolke dorthin, So iſt's im Erdengetümmel,

Heut ziehet ein Jahr auch dahin.

Der Bach und mein Leben.

Auf dem Brückchen ſteh' ich, ſchau' hinab zum Bach, Wie's da rauſcht und eilet, nimmer geht's gemach, Wie die Wellen treiben ihr vergänglich Spiel

Und mir bildlich zeigen unſer Daſein, Ziel.

Gleich ſah ich die Welle hier, ein Feenkahn, Schon iſt ſie vorüber, weiß nur ihre Bahn, Neue kommen, bieten mir ein neues Bild: Dieſe rauſchen heftig, jene floß ſo mild.

Dort ein Wellchen, darauf Silberſchaum, Der zerrinnt allmälig wie ein ſüßer Traum, Und die Welle drehet ſich im Zauberkreis, Murmelt ſo Geheimes zu dem Ufer leis.

Alſo geht es weiter, mir doch immer neu,

Die Natur, ſie bleibet ewig ſich getreu;

Aber ich! mein Leben bleibt einſt ruhig, ſtill, Wie es die Natur als Weltenlenker will.

Zeitung.

Drum friſch auf, mein Leben, zeige deine Kraft, Die umſonſt nicht thätig Menſchenwerke ſchafft; All' dein Thun und Handeln, deine Werke nur Bleiben deines Daſeins einzig wahre Spur.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Die Wunder der Pariſer Weltausſtellung. Von A. Ebeling. Cöln, Verlag von Bachem. 1867.

So wie die Wiſſenſchaft, die Kunſt und Literatur durch ihre Schöpfungen der Gegenwart ein Merkzeichen giebt für den Gradmeſſer der Culturhöhe, ſo laſſen ſich auch die großen Induſtrieausſtellungen der neuen Zeit, deren Geiſteskinder ſie ſind, als monumentale Maßſtäbe für den Höhenſtand vom modernen Bildungs⸗ niveau anſehen. Die zu dieſem Ziele hin gemachten Anſtrengungen werden Sie in den letzten zwei De⸗ cennien hierdurch in immerwährender Steigerung an⸗ treffen, und wir dürfen die letzte Pariſer Weltaus⸗

ſtellung als den höchſten Gipfelpunct dieſer öffentlichen

Culturzeugniſſe, Examen und Atteſte betrachten, ein Aufſchwung, der bereits in das Reich der phantaſtiſchen Ueberſpannung aller Kräfte ſiegreich, aber zugleich ſterbend hineinragt. Ich ſage ſterbend, denn dieſer Triumph iſt zugleich der Tod von der Großartigkeit des ganzen Genres. Es läßt ſich weder eine Stei⸗

gerung, noch eine ebenbürtige Fortführung denken

und nur einzelnen Landes⸗ und Provinzialausſtellungen wird es vergönnt ſein, die Verkörperung dieſes Stre⸗ bens bis zu einer neuen, noch unberechenbaren Phaſe der Zukunft fortvegetiren zu laſſen.

Selbſt den großen PariſerFührer nicht aus⸗ genommen, liegen die literariſchen Werke verhältniß⸗ mäßig ſehr hinter jener Großthat zurück, welche ſie beſprechen und in Worten auf die Nachwelt zu bringen ſuchen. Deutſchland hat hierin nicht geleiſtet, was es geleiſtet haben könnte. Wir haben erſt kürzlich eine dieſer Beſtrebungen erwähnt. Nicht ohne Ge⸗ wicht und auf den Gegenſtand ſelbſt mit einiger Specialität und theilweiſe mit Ernſt eingehend, iſt die vorſtehende von Ebeling, welcher auch dieleben⸗ den Bilder aus dem modernen Paris verfaßt hat. Ohne den induſtriellen oder den Kunſtgegenſtänden im Urtheile gewachſen zu ſein, ſchildert er doch mit Lebendigkeit und giebt ein Geſammtgemälde. Wir wollen ein paar Worte aus der Beſchreibung vom Parke des Marsfeldes hervorheben. Die dort am ſtärkſten vertreteue Proſa des Maſchinenweſens wech⸗ ſelt mit Poeſie ab:

Dicht neben dem rauchenden Dampfſchlot die zierlichen vergoldeten Minarets einer türkiſchen Moſchee,

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