Jahrgang 
27-52 (1867)
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Berlin. Baldinger wollte ſich durch ne Feſſel anlegen, er hoffte in einiger Pr für die neuere Literatur zu werden. ar wieder heimgekehrt, nachdem er ſein en glänzend beſtanden. Ein alter Oheim, wel⸗ en Niemand in der Familie für reich gehalten, hatte ſeinem Pathen Eduard den größten Theil ſeines bedeutenden Vermögens hinterlaſſen und ſo war er jetzt mit dreiundzwanzig Jahren völlig unabhängig von ſeinen Eltern. Cornelia lebte noch immer in deren Hauſe geliebt und geachtet, außer ihr eine ent⸗ fernt Verwandte Doctor Sternberg's, ein ganz junges, reiches, liebliches Mädchen, Maria Berg. Ihr Vormund, Doctor Sternberg, und deſſen Gattin ge⸗ wannen das junge Weſen herzlich lieb; Eduard be⸗ mühte ſich, ihren bildungsfähigen Geiſt auszubilden, und ſeine Eltern hegten im Stillen die, Hoffnung, daß er ſich in einigen Jahren mit Maria verbinden würde.

Bankier Bernheim hatte ſich vor einiger Zeit verheirathet mit einer reichen jungen Dame aus Bremen, deren Vater ſein Geſchäftsfreund war. In Wahrheit hatte er ſich ziemlich deutlich gegen Corne⸗ lia ausgeſprochen, aber ſie hatte ihn um Bedenkzeit gebeten, nicht mit klaren Worten, ſondern in ihrer doppelſinnigen Weiſe. Den Tag darauf war er ihr in der Dämmerung begegnet; ſie ging mit Eduard Arm in Arm und Beide flüſterten ſehr vertraulich mit einander. Dieſes zeugenloſe Zuſammenſein mit einem jungen Manne, den Cornelia täglich ſehen und ſprechen konnte, überraſchte den mißtrauiſchen Mann, welcher von dem armen Mädchen Dank und Jubel, aber nicht eine zweideutige Bitte um Bedenkzeit erwartet hatte. Er trat am andern Tage eine bisher immer wieder verſchobene Geſchäftsreiſe an und⸗ kehrte als Bräutigam zurück, ſicher, daß Cornelia ihn nicht des Wortbruchs oder der Veränderlichkeit anklagen würde. Sie war auch zu klug, dies zu thun. Heute nun, am Neujahrsmorgen, ſaßen Herr und Frau Stern⸗ berg in ernſtem, eifrigem Geſpräch neben einander, als unangemeldet, wie es ſeine Weiſe war, Doctor Selten eintrat.

Glückliches Neujahr! Aber was ſeh' ich? Falten auf den Stirnen meiner ſonſt ſo heiteren Freunde!

Es iſt gut, daß Du kommſt, Selten, ant⸗ wortete Sternberg.Du findeſt uns uneinig mit uns ſelbſt und Deine Worte ſollen gehört werden. Eben hat uns Eduard mit dem Geſtändniß überraſcht, daß er heirathen will Cornelien!

Das hat Euch überraſcht? Ich habe das längſt kommen ſehen.

Novellen⸗Feitung.

darüber zu mir, Deinem intimſten Freunde, ge⸗ ſagt?

Weil ich mich nie in Herzensgeſchichten miſche, auch nicht bei meinem intimſten Freunde, Sternberg! Weder Emilie, noch ich würden das Geringſte gegen Eduard's Wahl einwenden, obgleich uns da⸗ durch die Erfüllung eines Lieblingswunſches vereitelt wird, wenn nicht Cornelia älter als Eduard wäre. Sie ſagt, ſie ſei fünfundzwanzig Jahre alt, aber ich halte ſie für bedeutend älter. Noch einige Fahre wird ſie blühen, denn ihr Antlitz iſt jünger, alß ihr Taufſchein, aber was dann? Wir Männer hängen faſt alle am Aeußeren und lieben an den Mauen nicht nur Geiſt und Herzensgüte, ſondern Jgend⸗ reiz und Schönheit; ich fürchte, Eduard wird, ffalls er Cornelia zur Seinen macht, die Wahl ſpätch be⸗ reuen. Das habe ich ihm auch offen geſagt, edoch tauben Ohren gepredigt.

Das hätteſt Du voraus ſehen können, lieber Sternberg; ich rathe Dir: gieb vor der Hand nach, verlange von Eduard nichts, als daß er no Jahr wartet, bis er ſich feierlich verlobt; in i Shie kann e ahechde⸗

Cornelia hätte ſelbſt ſo verſtändig ſein nd Eduard von ſich fern halten ſollen. Für Bernhen thätte ſie gepaßt, ſie iſt dazu geſchaffen, eine reiſe Weltdame vorzuſtellen; da ſie aber Ihren Son

liebt, denn weil ſie dieſen Mann wahrhaft lief, a

gab ſie ihr anlockendes Spiel mit dem Bankier af, ſobald Eduard hier erſchien. Am Weihnachtsabend, wo Bernheim ihr den Schmuck, Eduard die Ephi⸗ ranke ſchenkte, bemerkte ich Alles.

O Selten, warum warnteſt Du mich nid? Damaks hätte ich meinen Sohn auf Reiſen ſchich, Cornelia auf ziemliche Weiſe entfernen könnenz Geldopfer, ihre Zukunft ſicher zu ſtellen, wäre mt in Betracht gekommen.

Lieber Sternberg, ich habe Dir ſchon geſct, ich miſche mich nicht in Herzensgeſchichten, ich wide es kaum bei meinen Kindern thun, wenn ich wie beſäße.

Eduard liebt Cornelia mit glühender Leiſ⸗ ſchaft, er ſchwört, daß Trennung von ihr ſein dd ſein würde. Er iſt wie von einem Zauber beſt) ft und dennoch, obgleich ich alle Vorzüge dieſes Mädchus anerkenne, halte ich doch ſeine Liebe zu ihr für eſen Rauſch, aus dem er erwachen wird, um ſeine Ke

Du,

Selten? Warum haſt Du keine Sylbe

zu verwünſchen. Wenn Eduard dreißig Jahre

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nicht, daß unart Anſichten über ihre 1* unſerem Sohne ihr Herz von uns abwendig machken

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