Jahrgang 
27-52 (1867)
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V vierte As anAus dieſen Geſprächen, ſchaltete Eugen ein, muude.können Sie ch den Charakter der Fürſtin vorſtellen. mäͤlen Prinz wig blieb als Gaſt bei ſeiner Tante, 5 Ana welche ihre Freude daran hatte, wenn Klagebriefe u babe uber ihn von ſeinem Vater oder der Prinzeſſin Adel⸗ 3 M. gunde einliefen. Die alte Durchlaucht bezahlte ihres Tanter Schützlings Schulden und ſah es nicht oder wollte es nicht ſehen, daß derſelbe ſich in Caroline nicht nur verliebte, ſondern ſie mit ächter, leidenſchaftlicher Loufine Liebe umfaßte. Caroline begegnete dem Prinzen an⸗ mir ge⸗ fangs kühl; endlich erfuhr er, daß ſie Braut ſei und geſett zuletzt verlangte er, ſie ſolle ſich für ihn oder für Herrn v. W. entſcheiden. Er, Prinz Ludwig von A., fühle wolle ſich öffentlich mit Carolinen vermählen, der Hätte ganzen Familie zum Trotz. Sie hörte ihn ruhig an sthron und bat nur um drei Tage Bedenkzeit. Sel⸗. So klug und berechnend Caroline auch war, ſie dines liebte den Prinzen, denn er war ſchöner, als Herr n widd, v. W., und hohe Geburt wirkt ſtets auf die Phan⸗ Sünde taſie. Doch viel zu ſtolz, um eine untergeordnete zu Pe Rolle zu ſpielen, wollte ſie erſt die Geſinnung der hmeder alten Fürſtin erforſchen. Prinz Ludwig war arm, erobern aber verwöhnt; wovon wollte er mit einer unbemit⸗ c nich telten Frau leben, wenn er nicht der Erbe der Fürſtin ge zeit wurde? Caroline wußte, daß die Durchlaucht bei aller ne auf Liebenswürdigkeit doch ein Bündel von Launen und e dafwrächen war, und daß ſie für ihren Liebling iz al, ſicherlicheine andere Verbindung wünſchte, als die mit ihrer Gſellſchafterin, die nicht einmal ein adeliges Dir Fräuleiz war. Es galt jetzt zu laviren; Caroline i zur bat denPrinzen, Geduld und Schweigen für ſie zu u ich haben. Mit Würde ſagte ſie und imponirte dem Prinzenpamit:Bedenken ie, daß ich Ihnen Nichts Auf zubringeſals meine Liebe, 1 ſelbſt, daß ich meinen nen Ruf wiebisher rein zu erhalten habe. Mein Ver⸗ hFältniß ¾ Herrn v. W. muß erſt aufgelöſt ſein und den ich muß ſes in ſchonender Weiſe thun. Dann, wenn nit das geſchhen, muß erſt eine Zeit verſtreichen, ehe ich lt er vor der Alt als Ihre Braut gelten kann.

Dem Prinzen leuchteten dieſe Erklärungen ein. clAu der alm Fürſtin äußerte Caroline ſeufzend, daß vdo⸗ Alfred v. J. ein vortrefflicher Mann ſei, daß aber iiten ſie mit jedn Tage lebhafter empfinde, daß ſie Alfred ur⸗ nicht ſo lieen könne, wie er es verdiene. Sie halte

es faſt für Pflicht, Herrn v. W. zu bitten, daß er gfſin ihr das gegpene Wort zurückgebe. lbet Die Dichlaucht entgegnete:Aber was wollen an⸗ Sie, Kind? Then aus gegenſeitiger leidenſchaftlicher renn Liebe geſchloen ſind nicht immer die glücklichſten. iich Die Heirath ſit einem jungen, begüterten Edelmann efin iſt über die Aſprüche, welche Sie haben können, ob⸗ 1 1 gleich Sie ſchy und geiſtvoll ſind; heutzutage ſehen

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Jolge.

die Männer bei der Wahl ihrer Lebensgefährtin auf Vermögen und einflußreiche Familienverbindungen. Indeſſen, wenn Sie ſich kein Glück in Herrn v. W.*s Hauſe verſprechen, ſo bleiben Sie bei mir.

Die Fürſtin ſagte die letzten Worte mit viel Liebenswürdigkeit. Sie war egoiſtiſch und hatte ihre Geſellſchafterin gern um ſich; doch ſchlau, wie die feine alte Dame war, erkannte ſie die Beweggründe von Carolinens Handlungsweiſe ſehr wohl und ſagte zu dem Prinzen:Ludwig, ſetze meiner Hagen nichts in den Kopf; ich wünſche ſie zu behalten, ſie iſt ein Charakter, keine leichtgläubige Närrin; zur Gemahlin kannſt Du ſie doch nicht wählen. 2

Der Prinz, dem es ebenfalls nicht an Schlauheit fehlte und der den Treuherzigen meiſterhaft ſpielen konnte, erwiderte:Wäre Fräulein Hagen mindeſtens eine Gräfin und vermögend, würde ich ſie vor allen Andern wählen, aber Liebe in der Hütte iſt nichts für mich. Endlich, gnädige Tante, Sie beſitzen wohl den Geiſt, ſich über Vorurtheile zu erheben, aber mein Papa, die Oheime, Tante Adelgunde! Sie würde raſend, und wenn ich ſie auch nicht liebe, ſo iſt ſie doch meines Vaters Schyeſter, meine Tante.

Die alte Fürſtin ſah den Neffen forſchend an, er erwiderte lächelnd ihren Blick.

Einige Tage ſpäter kam ein Brief von der Prin⸗ zeſſin Adelgunde an die Fürſtin, ein anderer an den Prinzen. Als die Erſtere eben beſchäftigt war, das Schreiben zu leſen, trat raſch und unangemeldet Prinz Ludwig bei der Durchlaucht ein.

Tante, gieb mir einen guten Rath: was ſoll ich auf dieſen Brief antworten? Tante Adelgunde ſchreibt mir in einer Weiſe, die mich auf's Höchſte empört. Caroline iſt mir theuer, ich verehre ſie wahrhaft, und die Tante

Ich kann es mir vorſtellen. Zum Glück habe ich ſeit Kurzem wieder helle Augen und konnte ſelbſt leſen, was mir Adelgunde zu hören giebt. Eine 1 affröſe Perſon! Alſo Spione hat ſie; was bei mir vorgeht, ſcheint ſie Alles genau zu wiſſen. Die arme Caroline iſt auch nicht geſchont.

Sie verlangt, daß ich heimkehre, die gütige Tante!

Natürlich, lieber Louis.

Was ſoll ich thun?

Hm, liebſt Du dieſes guter Ludwig?

Von Herzen, gnädige Tante, allein ich habe es ihr nie geſagt, ich vergaß Ihre Lehre nicht..

Laß Dich mit ihr trauen. Ich ſtehe noch in utem Andenken bei der Kaiſerin Mutter und erlange t einen Titel für Caro⸗

Mädchen wirklich, mein

g

durch deren Interceſſion leich