Jahrgang 
27-52 (1867)
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ſchloß, den Doctor Selten ernſthaft auszuſchelten, falls er noch einmal etwas gegen das liebenswürdige Mädchen ſagen ſollte.

Der zweite Sommer, den Cornelia im Stern⸗ berg'ſchen Hauſe verlebte, war vorüber, aber er hatte ſich nicht ſo friedlich und heiter geſtaltet, wie der erſte. Thereſe fing an zu kränkeln, ſie war außer⸗ ordentlich ſchnell gewachſen und huſtete oft. Doctor Selten hielt es für das Beſte, daß Thereſe den

Winter/in Italien zubringen ſollte und ihre Eltern

machten ſofort Anſtalten zur Abreiſe.

Lornelia ſchien mit ſich zu Rathe zu gehen, ob ſie die Familie begleiten ſollte, oder nicht. Gern hätte ſie ſich in Italien umgeſehen, aber ſie wollte ihre gehämen Pläne deshalb nicht aufgeben, denn Doctor Selkn hatte ſich nicht geirrt. Cornelia dachte an eine kurzen Aufenthalt bei der Baronin Waldeneck undſtoch an manches Andere. Unabhängigkeit, Reich⸗ thuſt, Einfluß! darnach ſehnte ſich ihr hochſtrebender

Sie grollte mit ihrem Schickſal; hatte ſie des von der Natur eine anmuthige Geſtalt, ein

reizelhes Antlitz, Talente und Geiſt empfangen, um

ihr Bben als eine abhängige Perſon, die ſich ihr Brod verdienen muß, zu verbringen? Was hatte ſie en Piles erduldet! Als Kind mußte ſie ſich in die gunen ihrer Verwandten fügen, bei denen ſie und ihr Mutter Unterſtützung fanden. Dann hatte ſie ein ßahr im Kloſter verlebt und dort ſeltſame Lehren fhalten. Wie hatte ſie ſich nach Freiheit, nach Glfk geſehnt! Später hoffte ſie auf ein glän zendes zos, es lag faſt ſchon in ihrer Hand, da entſank derſelben wieder und abermals mußte ſie das Jochder Dienſtbarkeit auf ſich nehmen.

Endoh kam ſie in Bezug auf die Reiſe nach Italieneinem Entſchluß. Sie kleidete ſich auf das Geſchackvollſte zum Ausgehen an, verließ un⸗ geſehen d. Haus und eilte zum Palais Waldeneck. Im Corrir gingen zwei Diener raſch an ihr vor⸗ über, ohnéie zu grüßen. Wa iſt geſchehen? banger Ahpng erfüllt.

Der err Baron ſind plötzlich ſchwer erkrankt, ſagte der qere Diener,ich eile zum Arzte.

Cornell trat in das Wohnzimmer der Baronin: es war lees Aus dem Nebengemache ſtürzte jetzt die Kamnetau der Baronin herein.

Der jhge Herr iſt todt! rief ſie Cornelia zu,die Fra Baronin liegen in tiefſter Ohnmacht, ich glaube, esiſt ihr Letztes!

Die ratverließ das Zimmer, nach Hülfe rufend.

fragte Cornelia, von

Folge. 787

Cornelia ſah ſich raſch in dem Gemache um, ein Secretär ſtand offen, ſie zog ein Schubfach auf. Dann verließ ſie ſchnell das Zimmer und das Haus. Was konnte ſie in dieſem Hauſe noch thun, noch hoffen? 1

Zu Hauſe angekommen, legte ſie raſch Hut und Mantille ab und ging zu Frau Sternberg.

Thereſe darf jetzt nichts lernen, vielleicht ein ganzes Jahr nicht, ſagte ſie ſanft,da wird die Gouvernante überflüſſig.

Sie thun mir weh, liebe Cornelia. Zwei Jahre und darüber leben Sie bereits mit mir und den Meinigen: haben Sie in dieſer Zeit noch nicht den Glauben gewonnen, daß wir Sie lieben? Oder wollen Sie nicht bei uns bleiben? Thereſe, ich, wir Alle hoffen, daß Sie bei uns bleiben, bis Sie zum Altar treten.

Cornelia antwortete nur durch eine ſtumme Um⸗ armung, innig drückte Frau Sternberg das junge Mädchen an ſich; noch an demſelben Tage traf auch Cornelia ihre Vorrichtungen und vier Tage ſpäter fuhr ſie mit der Familie Sternberg dem Süden zu.

An Eduard hatte ſie vorher eines ihrer reizenden Billets geſchrieben, ſie beklagte es, daß ſie ihn dies Jahr in den Herbſtferien nicht ſehen würde, falls er nicht auch nach Italien käme. Sie wußte, daß Doctor Sternberg dies nicht wünſchte; er war der Anſicht, daß eine Reiſe nach Italien ſeinen Sohn allzuſehr von den Studien abziehen würde. Doctor Sternberg war in ſeiner Jugend in Italien geweſen und be nutzte jetzt dieſe Kenntniß des Landes zum Beſten der Seinigen. Thereſe äußerte den Wunſch, in Rom zu leben, und die Eltern erfüllten ihn liebevoll. Eine kleine, angenehme Villa wurde gemiethet, außer dem treuen Diener, der ſchon ſeit Jahren im Stern⸗ berg'ſchen Hauſe war, noch eine Engländerin und ein ganz junges italieniſches Mädchen in Dienſt genom⸗ men: man fühlte ſich ſehr behaglich. Cornelia hatte jetzt, wo ſie Thereſen nicht unterrichten durfte, ſehr viel Zeit für ſich. Sie benutzte dieſelbe auf's Beſte; ſie zeichnete viel, ſchrieb und erſchien nur in den Abendſtunden und bei den Mahlzeiten, wo ſie dann ihre Zeichnungen vorlegte und bemüht war, die Familie nach Kräften zu unterhalten. Thereſe lebte jetzt viel mit ihrer Mutter zuſammen, Beſuche von Freunden, wie in der Heimath, kamen nicht: Cornelia wußte, daß ſie klug handelte, wenn ſie nicht oft bei Frau Sternberg erſchien.

Einés Abends brachte Doctor Sternberg einen Landsmann mit, den er als Herrn Eugen Baldinger vorſtellte. Die Herren hatten ſich in einem Kaffee⸗ hauſe getroffen, Gefallen an einander gefunden und