Jahrgang 
27-52 (1867)
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Dem Präſidenten Hiram Clowſon iſt es gelungen, durch ſeinen Director das Theater zu dem gemacht zu haben, was nach ſeiner Meinung ein Schauſpielhaus ſein ſoll. Friede und Ordnung herrſchen drinnen und draußen; von dem Lärm, dem Gedränge und den Taſchendiebereien, wie ſie in und vor anderen Theatern gewöhnlich ſind, iſt hier keine Spur.

Da ein Mormone nie geiſtige Gedränke zu ſich nimmt und ſelten Tabak raucht, ſo beſteht ſeine Erfriſchung im Theater nur im Ausſaugen einer Pfirſich.

Kurze Schauſpiele und kurze Predigten ſind Vorſchrift. Der um acht Uhr aufgezogene Vorhang fällt um halb elf Uhr wieder. Vor dem Ausgehen ißt der Mormone und geht direct zum Schlafengehen nach Hauſe, denn um ſechs Uhr früh läutet ſchon wieder ſeine Frühſtücksglocke.

Die Hauptſchönheiten dieſes Muſtertheaters liegen hinter der Scene; in dem weiten, lichten Raume herrſcht die ſorgfältigſte Reinlichkeit und nirgends findet man wohl ſo rück⸗ ſichtsvolle Einrichtungen für die Bequemlichkeit der Spielen⸗ den, als hier am Salzſee. Das Verſammlungszimmer oder was man Foyer nennt, iſt ein ſchöner Salon; die Maler, Garderobiers und Decorateure haben ihre Arbeits⸗ und

Vorrathsräume; jede Dame, ſo klein auch ihre Rolle ſein

mag, hat ihr Ankleidezimmer für ſich allein.

Young beginnt ſeine Verbeſſerung hinter den Couliſſen; er will die Schauſpieler heben, ehe er die Bühne reinigt; daher baut er Ankleidezimmer und eine beſondere Loge für

die ſpielenden Damen.

Als Hauptdrücker dieſer Tendenz zur moraliſchen He⸗ bung der menſchlichen Geſellſchaft ſchickt er auch ſeine eigenen Töchter auf die Bühne als Beiſpiel und zur Aufmunterung Anderer; Alice, Emilie und Zira treten in den verſchieden⸗ artigſten Rollen auf.

Alice iſt die jüngſte Frau Hiram Clowſon's, des Ge⸗ hülfen und Günſtlings ihres Vaters; ſie tritt nicht gern auf der Bühne auf, da ſie den Mangel an Talent hierzu fühlt, allein ihr Vater wünſcht es, da er für unrecht hält, den Kindern anderer Leute etwas zuzumuthen, was ſeine eigenen Kinder nicht auch thun würden.

Young muß ſein Theater in Utah, welches 700 Meilen von dem nächſten Theater entfernt iſt, mit großer Mühe ge⸗ ſtälten und verbeſſern. Er ſucht ſeine Talente bald in einem Schuhladen, bald in einer Meierei, in einem Comptoir oder ſonſt wo, nur darf er nie verlangen, daß ein junges Mädchen eine Rolle übernehme, die ſeine Töchter ſich weigern würden zu ſpielen...

In Neu⸗York, St. Louis, London und Paris wie in allen größeren Städten gilt das Theater nicht für eine Tugendſchule, die ein Vater ſeinen Töchtern anempfiehlt; daher kämpft Young gegen ein Vorurtheil, wenn er die Bühne als Moralinſtitut behandelt. Darum bietet er einem Theil von ſich ſelbſt, ſeine Kinder, als die einzigen Perſonen, welche das Werk der Reinigung vollbringen können, und ſo ſind Alice, Zira und Emilie als Prieſterinnen zu betrachten, welche von ihrem Vater auf die Bühne geſandt wurden, um dieſelbe von allem Makel zu befreien.

Außerdem geben ſich Young und Clowſon aber auch große Mühe mit der Ausbildung junger Damen für das Theater, und ihre talentvollſten Schauſpielerinnen ſind un⸗ ſtreitig die Miſſes Adams und Alexander. Dabei fällt uns eine Anekdote ein, welche beweiſt, daß Young auch witzig ſein

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kann. Ein lebhafter junger Schauſpieler aus San Francisco verliebte ſich ſterblich in Miß Alexander und begab ſich in das Haus des Propheten, um die Erlaubniß zu erhalten, ſich um die junge Dame bewerben zu dürfen.

Ei, mein braver Burſche, ſagte Young,ich habe Dich Hamlet ſehr gut ſpielen ſehen und Julius Cäſar ziemlich gut, aber Du mußt Dich nicht bis zu Alexander verſteigen.

Der Prophet, Papſt und König der Mormonen, Brigham Young, ſieht mit ſeinem dicken Kopf, braunem Haar, blauen Augen, hübſcher Naſe und fröhlichem Mund einem Engländer mittleren Standes aus einer Provinzialſtadt ähn⸗ lich. Eine ſeiner Frauen, die prächtig ſchöne Amalie, ſaß einfach gekleidet neben ihm und gewährte eine förmlich poe⸗ tiſche Erſcheinung. Das Parterre war mit Mädchen und Kindern von Kimbold, Cannon, Smith und Wells zu zwanzig und dreißig in einer Abtheilung gefüllt. Young ſelbſt hat blos 48 lebende Kinder, von denen einige ſchon verheirathet ſind, wie z. B. Alice mit Hiram Clowſon, was denſelben aber keineswegs verhindert, auch der zweiten Schweſter Alicens, Emilie, ſein Herz zu ſchenken, die er demnächſt ebenfalls ehe⸗ lichen wird. Alice hat bereits vier Knaben und gehört zu den fröhlichſten und liebenswürdigſten Frauen, die man ſehen kann.

Das erſte Schauſpiel, welches der Berichterſtatter mit anſah, hießCarl XII. und in demſelben kommt eine Scene vor, wo ein gewiſſer Adam Brock ſeine Tochter vor militäriſchen Stutzern warnt; hierüber lachten die jungen Damen im Par⸗ terre kindiſch, denn ſie bezogen es auf das Lager von Douglas und die dort befindlichen Officiere der Vereinigten Staaten, von denen einige der Vorſtellung beiwohnten. Die Anſpielungen auf Soldaten und deren Liebſchaften wurden von den Heiligen auf ihre örtlichen Angelegenheiten bezogen, denn der Umgang dieſer Officiere und Soldaten mit den Frauen der Mormonen iſt ein ſehr runder Fleck bei den Heiligen, da ſchon mehrere Frauen verführt und entführt worden ſind.

Young ſprach mit Unwillen darüber, er ſagte:Dieſe Leute verurſachen uns Unruhe, ſie drängen ſich gewaltſam in unſere Angelegenheiten, ja, in unſere Familien, wir können das nicht ertragen, und ſind ſie ſchuldig, ſo müſſen ſie ſterben.

Als Carl XII. in dem Stücke von den Liebſchaften ſeiner Officiere ſprach, lehnte ſich der große Prophet in ſeinen Schaukelſtuhl zurück und erſtickte faſt vor Lachen; die ernſtere Amalie aber betrachtete die Verſammlung ruhig durch ihren Operngucker und ſchien ſich gar nicht um die Bühne zu be⸗ kümmern. Sr.

Fould und Veron.

In dieſen Tagen hat das kaiſerliche Frankreich zwei bedeutende Perſönlichkeiten durch den Tod verloren: Fould und Véron. Beide Männer haben inhaltreiche Tage verlebt, ſo daß ihre hier folgenden Lebensſkizzen ſicher allen unſern Leſern von Intereſſe ſein werden.

Achille Fould, einer der älteſten Diener des zweiten Kaiſerreichs, ehemaliger Finanzminiſter, Senator und Mit⸗ glied des geheimen Raths, wurde 1799 zu Paris geboren. Er gehörte einer bekannten iſraelitiſchen Bankiersfamilie an ſein Bruder Benoit Fould iſt Chef des bekannten Bankierhauſes Oppenheim und trat erſt als reifer Mann in das politiſche Leben, indem er im Jahre 1842 von der Stadt Tarbes in die Deputirtenkammer gewählt wurde, wo er in allen ökonomiſchen Angelegenheiten einen hervor⸗ ragenden Antheil nahm und der regierungsfreundlichen

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