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„Geht,“ antwortete Georg, höchſten Grade entrüſtet ſtellte,„geht, Ihr ſeid weiter nichts, als ein armſeliger Prahler und jetzt, wo das Vaterland Eurer bedarf, zeigt Ihr die Haſenpfote. Nun gut, morgen ſoll es ganz Hamburg wiſſen, was von Euch zu halten iſt.“
„Was Ihr auch gleich aufbrauſt,“ antwortete ſein Begleiter, durch dieſe Drohung eingeſchüchtert; „eine ſolche Blamage würde mir den Tod bringen.“
„So beweiſt, daß ich Unrecht habe und beſorgt den Brief,“ ſagte Georg in einem Tone, der kein weiteres Unterhandeln zuließ.
Der alte Schneider ſann einen Augenblick nach. „So gebt das Schreiben her,“ rief er,„ich werde es beſorgen.“
„So merkt wohl auf,“ erwiderte Georg erfreut. „Ihr begebt Euch nach Altona in den tapferen Dragoner⸗ und bindet es dem Wirth auf die Seele, dieſes Billet dem Fremden, der ihm geſtern einen Ring von mir brachte, ſofort zu übergeben.“
„Es ſoll geſchehen,“ antwortete der alte Meiſter und ſteckte das Schreiben in die Taſche.
„Und hier ſind wir an Eurem Hauſe,“ fuhr der junge Mann fort,„gute Nacht! Grüßt die Suſanne von mir und wenn Ibr es erlaubt, ſpreche ich morgen
bei Euch an.“
Der tapfere Schneider antwortete hierauf Nichts und ſchien abſichtlich den Gruß an Suſanne zu über⸗ hören; ja, wenn die Finſterniß es nicht verhindert hätte, ſeine Geſichtszüge zu beobachten, ſo würde man in denſelben vielleicht einen Zug von Schlauheit und Hinterliſt haben beobachten können, der auf irgend eine verſteckte Abſicht hindeutete, die er für angemeſſen fand, ſorgfältig vor ſeinem Begleiter zu verbergen.
„Ich werde mich hüten,“ murmelte Meiſter Stich, indem er den langen Gang, welcher zu dem Wohn⸗ zimmer führte, durchſchritt,„ich werde mich wohl hüten, meine Haut zu Markt zu tragen. Als wenn ich nicht wüßte, welche Strafe darauf ſteht, wenn ich mich bei einer ſolchen Briefbotenpoſt erwiſchen laſſe! Proſit die Mahlzeit, da weiß ich noch einen anderen Ausweg, um mein Renommée zu retten! Die Suſanne — ja, ſo ein junges Ding ſchlüpft leichter durch, das öffnet ſich mit ſeinen ſchwarzen Augen einen Weg und die Herren Franzoſen ſchäkern gern, ſie ſind galant. Die Suſanne werden ſie nicht viſitiren und der Zweck iſt erreicht, ohne daß ich mich der Gefahr des Er⸗ ſchießens ausgeſetzt habe.“
Unter dieſen Betrachtungen trat Meiſter Stich in die Wohnſtube, wo ihn das junge Mädchen, das er ſoeben ſeiner Selbſtſucht zu opfern beſchloſſen hatte, noch erwartete, denn Frau Gertrud, die gar kein
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Folge. 741
indem er ſich im Verlangen fühlte, die Schwätzereien ihres Mannes
noch ſpät am Abend anzuhören, hatte ſich bereits zu Bett begeben.
V„Ihr ſeid heute wieder recht ſpät ausgeblieben, Pathe,“ ſagte Suſanne, indem ſie Meiſter Stich die Pantoffeln zurecht ſtellte.
„Das verſtehſt Du nicht, Mädchen,“ antwortete dieſer, ſich in die Bruſt werfend;„wenn Du wüßteſt, welches ſchwere und gefährliche Amt mir in dieſer ſchlimmen Zeit auferlegt iſt, wie ich die Gemüther anfeuern und begeiſtern muß, ſo würdeſt Du anders ſprechen. Doch ich will Dir Deine Unwiſſenheit ver⸗ zeihen. Im Uebrigen habe ich einen Auftrag an Dich.“
„An mich, Pathe?“
„Ja, an Dich. Der tolle Burſche, der Georg — nun, es war doch nun einmal Dein Wille, Dich an ſolch einen Springinsfeld, der täglich ſeinen Kopf auf's Spiel ſetzt, zu hängen—“
„Um Gotteswillen,“ rief das junge Mädchen, indem ihm das Blut in die Wangen ſtieg und es unwillkürlich nach ſeinem Herzen faßte,„ſprecht, Pathe, iſt irgend etwas vorgefallen, was Georg Gefahr bringen könnte?“
„Nun, beruhige Dich nur,“ ſagte der Meiſter, welcher jetzt, wo er die Angſt Suſannens bemerkte, die Sache nicht zu weit treiben wollte,„noch befindet er ſich auf freiem Fuße, denn ich ſprach ihn erſt dieſen Abend, aber es muß Etwas vorgefallen ſein, was ſeine Sicherheit gefährdet, denn er ſah verſtört und bleich aus und beim Nachhauſegehen gab er mir dieſen Brief.“
Bei dieſen Worten zog uuſer Held das Schreiben aus der Taſche, welches er von dem jungen Manne empfangen hatte.
„Es handelt ſich um deſſen Beſorgung nach Altona, an einen Herrn, welcher ſich dort im ⸗tapferen Dra⸗ goner» verborgen hält. Georg meinte, es hinge Tod und Leben davon ab und Du würdeſt vielleicht aus Liebe zu ihm den Muth haben, Dich damit auf den Weg zu machen.“
„Gebt her,“ rief das junge Mädchen, indem es das Schreiben an ſich riß,„gebt her, er ſoll ſich in mir nicht getäuſcht haben!— Morgen mit dem Früheſten breche ich auf und Gott wird mich auf dieſem Gange beſchützen.“
„Aber ſei vorſichtig,“ ſagte Meiſter Stich, der ſeine Lüge ſchon zu bereuen begann, als er an die Gefahren dachte, welchen ſich das edle, hochherzige Mädchen bei der Uebernahme einer ſolchen Botſchaft ausſetzte;„vor Allem zeige keine Furcht und hörſt Du, ſollten die Douanen oder die Gensd'armen ſich einen


