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zu haben, worin alles Factiſche ſteht, welches ſich bis zum Jahre 1868 ergeben hat. Täglich neue Bücher erſcheinen zu ſehen, in denen dieſe und jene Hypo⸗ theſe über Shakeſpeare als wahrſcheinliches neues Factum niedergelegt iſt, muß das Publicum irre und über dieſe ſo ſchon leider dunkle Angelegenheit noch dunkler gemacht werden. Nicht minder dürfte es nothwendig ſein, die ſo zahlreichen, in letzten Tagen herausgegetretenen zu realiſtiſchen Anſichten über Shakeſpeare's Schaffen und Schöpfungen auf ihr be⸗ rechtigtes beſcheideneres Maß zurückzuführen. Unſere Gegenwart wird von dem Drange geiitzelt, trotz all ihrer ſoliden Wiſſenſchaftlichkeit ſtarke Polemik gegen traditionelle, oft wohlbegründete Annahmen zu treiben, ſollte dies ſelbſt mit Hülfe von paradoxen Behaup⸗ tungen und literariſchen Klopffechtereien geſchehen müſſen. Dieſer Neigung hat auch Rümelin in ſeinem ſonſt ſehr leſenswerthen, aus manchem Schlendrian aufrüttelnden Buche Tribut gezahlt. Man braucht indeß nicht auf den blinden Autoritätenglauben zu ſchwören, um den hier gemachten Uebergriffen mit ruhiger Beweiskraft entgegenzutreten. Dergleichen ſcheint mir in der Miſſion des Bodenſtedt'ſchen Werkes zu liegen, da es in der Wiſſenſchaft nun einmal un⸗ möglich iſt, ein Endurtheil ohne Meinungsgegenſatz und das Rechte ohne Berichtigung zu gewinnen.
Der zweite Band bringt König Johann, von Gildemeiſter überſetzt, gleichfalls eine liebevoll fleißige Arbeit. Der Genannte wirft ein ſehr hübſches Streif⸗ licht auf die Art und Entſtehung der engliſchen hiſtoriſchen Dramen Shakeſpeare's. Wir wollen Einiges davon recapituliren.
Auf den Pariſer Theatern ſieht man eine ganz beſondere Gattung von Stücken, halb Dramen, halb tableaux vivants, welche ſämmtlich das miteinander gemein haben, daß der Stoff aus der Geſchichte
—— Napoleons entnommen iſt. Die Hauptſache dabei
ſind die Schlachtſcenen, welche unter furchtbarem Lärmen von Trommeln und Schießen regelmäßig mit dem Triumphe der igroßen Armee enden, und die porträtähnlichen Figuren des Kaiſers und ſeiner Marſchälle, welche an Tapferkeit, Hochherzigkeit und Begeiſterung für Volkswohlfahrt das Erſtaunliche leiſten. Das Drama ſelbſt iſt nichts als der Rahmen, welcher die einzelnen Rühr⸗ und Spectakelſcenen zu⸗ ſammenhält, Machwerk der flüchtigſten Art, an welches irgend einen kritiſchen Maßſtab anzulegen Niemandem einfällt, am wenigſten dem zuſchauenden Publicum. Die namenloſen Anfertiger dieſer Stücke begnügen ſich, eine Anzahl von hervorragenden Momenten aus dem Leben ihres Helden loſe aneinander zu reihen; die Quellen, aus denen ſie ſchöpfen, ſind bonapar⸗
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tiſtiſche Geſchichtsbücher, wie ſie das Volk lieſt, in denen Wahres und Falſches bunt durcheinander läuft, der Kaiſer ſelbſt aber und ſeine Paladine und Sol⸗ daten immer im glänzendſten Lichte erſcheinen, ihre Siege ſtets gegen erdrückende Uebermacht erfochten worden, ihre Niederlagen unwandelbare Folgen ſchwar⸗ zer Verrätherei ſind. Von Compoſition, Motivirung, pſychologiſcher Malerei iſt wenig oder gar nicht die Rede. Der Erfolg des Stückes leidet aber unter dieſem Mangel nicht im Geringſten. Die Zuſchauer ſind befriedigt erbaut, enthuſiasmirt, wenn ſie die altbekannten glorreichen Geſchichten, an deren Wahr⸗ heit ſie glauben, leibhaftig vor ihren Augen erblicken, wenn ſie ihre Lieblingshelden mit den unvergeßlichen Uniformen von Angeſicht zu Angeſicht ſehen und Zeugen ſind, wie der große Kaiſer noch einmal bei Lodi, bei den Pyramiden, bei Aunſterlitz ſiegt, wie er in Fontainebleau den Adler der Garde umarmt, wie er, ein Märtyrer der Revolution, in St. Helena ſeiner Apotheoſe entgegengeht.
Ganz analog dieſen franzöſiſchen Spectakelſtücken entwickelte ſich im 16. Jahrhundert auf Londoner Bühnen das patriotiſche Schauſpiel, welches dem Volke aufregende Abſchnitte der Landesgeſchichte vorführte. Der Stoff war dem Publicum durch Chroniken, Bal⸗ laden und Ueberlieferung geläufig; die hervorragendſten Perſonen, Heinrich V., Heißſporn, Tabot, Warwick, Richard III. lebten in der Erinnerung des Volkes. Die Theaterdichter hatten daher nur die Aufgabe, den gegebenen Stoff für die Bühne einzurichten, wozu es großer Veranſtaltungen und feiner Ausarbeitungen nicht bedurfte. Sie konnten darauf rechnen, daß die entgegenkommende Phantaſie der Zuſchauer, welche im Voraus orientirt war, Lücken ergänzen und Andeu⸗ tungen vervollſtändigen werde. Es genügte, die Haupt⸗ begebenheiten nothdürftig zu dialogiſiren, die Schwerter und Schilder gehörig klirren zu laſſen, in die hoch— trabenden Tiraden der Könige und Barone derbe Späße und Zoten der luſtigen Perſonen zu miſchen
und vor allen Dingen die Ueberlegenheit der engliſchen
über die franzöſiſchen Fäuſte gehörig zu veranſchau⸗ lichen.
Shakeſpeare, als er für ſein Theater zu arbeiten anfing, fand dieſe Gattung von Stücken und die Nachfrage nach denſelben vor. Er lieferte, was Publi⸗ cum und Theatercaſſe verlangten; er arbeitete nach den vorhandenen rohen Vorbildern; er ſchöpfte aus den nämlichen trüben Quellen; er fügte ſich den Feſſeln, welche der populäre Geſchmack und die popu⸗ läre Tradition ihm auflegten; er acceptirte den über⸗ lieferten Stoff und ſelbſt in einem gewiſſen Grade die Vortragsweiſe ſeiner Vorgänger; er producirte mit


