Jahrgang 
27-52 (1867)
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Troſt.

Klage nicht, wenn Dir ein Loos beſchieden, Wie es Deinen Wünſchen nicht gefällt;

Suche nicht der Seele ſtillen Frieden

Im Gewühl der prahleriſchen Welt.

Glaube nicht, nur Der ſei Menſch im Leben, Der mit ird'ſchen Ehren reich geziert Denn Du weißt ja, was ihm Menſchen geben, Ach, wie bald, wie bald er es verliert.

Klage nicht, wenn auf der großen Leiter Andre weit und glänzend vor dir gehn, Steigſt Du auch nur immer langſam weiter, Bleibſt Du doch nicht müßig unten ſtehn. Suche nicht die Höhe zu erreichen

Mit zu raſchem und verfehltem Schritt Sondern blick' auf Die, die unten ſchleichen, Reiche Deine Hand und nimm ſie mit.

Höher kannſt Du nimmer ſteigen,

Als Dich die Beſtimmung führt und trägt;

Mehr kann all' Dein Ringen nicht erreichen,

Als die Stunde, die ihm endlich ſchlägt.

Darum fühle groß Dich in dem Kleinen,

Und Du wirſt der Großen Einer ſein!

Strebſt Du nach dem Wahren nur und Reinen Nennſt Du Alles, was der Menſch braucht, Dein.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

William Shakeſpeare's dramatiſche Werke. Herausgegeben von Friedrich Bodenſtedt. Leipzig, bei Brockhaus. 1867.

Es ſind zwei nennenswerthe Shakeſpeare⸗Ueber⸗ ſetzungen, welche Sie in der neueſten Literatur als rühmlich begonnene Werke vorfinden: das oben⸗ genannte und durch Bodenſtedt's treffliche Redaction und Ueberſetzungskunſt geleitete und ein anderes, welches im bibliographiſchen Inſtitut zu Hildburghauſen durch den rüſtigen Meyerſchen Verlag erſcheint. Auch über dieſe letztere, ebenfalls höchſt verdienſtliche Er⸗ ſcheinung ſprechen wir noch, wie über die Edition Bodenſtedt's.

Der Ebengenannte, welchem ſeit einiger Zeit die Leitung des Theaters zu Meiningen übertragen iſt, hat ſich ſtets mit vieler Gründlichkeit dem Studium des britiſchen Dichters hingegeben und für deſſen würdige Verbreitung und richtige Auslegung Sorge getragen. Seine Redaction des Shakeſpeare⸗Albums, herausgegegeben von der Shakeſpeareſtiftung, gab davon wieder das beſte Zeugniß ab.

Novellen⸗Zeitung.

Zur Mitwirkung der obengenannten Uebertra⸗ gung ſämmtlicher Dramen hat ſich Bodenſtedt noch zu Mitwirkenden Freiligrath, Gildemeiſter, Heyſe, Kurz, Wilbrandt und Andere erwählt.

Der erſte Band bringt von des Herausgebers Hand die Tragödie Othello, dieſes zu vielfachen Kriterien und äſthetiſchen Streitfragen veranlaſſenden Werkes, welches Bodenſtedt durch eine oft eigenthüm⸗ liche, aber durchaus tiefſinnig gehaltene Erklärung dankenswerth beleuchtet hat. Ueber ſeine feingeſchulte Kunſt des Ueberſetzens haben wir bereits bei Gelegen⸗ heit eines anderen Dramas jene große Anerkennung ausſprechen müſſen, welche eine ſo ſeltene, auf reifſten Studien geſtützte Begabung in Handhabung der Mutterſprache bei jedem unbefangenen Gebildeten hervorrufen ſollte. Die vielen anmaßenden Stümper, welche ſich an Alles wagen, ohne nur das Kleinſte als Ueberſetzer bewältigen zu können, ſollten täglich zur Beſchämung und Belehrung, wenn eine ſolche ihrer Arroganz noch zugänglich iſt, ein Shakeſpea⸗ reſches Sonett, oder eine Strophe des Puſchkin'ſchen Eugen Onägin leſen zwei Meiſterwerke der Boden⸗ ſtedt'ſchen geiſtigen wie techniſchen Werktüchtigkeit.

Eine ſolche bewährt ſich auch beim Othello. Das Beſtreben, die Uebertragung dadurch dem deutſchen Leſer heimiſch zu machen, daß der Geiſt Englands, welcher ja mehr als mancher andere erſter Größe der geſammten Culturgeſchichte angehört, ganz in jenem Gewande erſcheint, das wir beim Genius der deut⸗ ſchen Mutterſprache gewohnt ſind, dieſes Beſtreben

wird faſt überall vom trefflichſten Gelingen gekrönt.

So ganz beſonders in den ſchwierigſten Stellen, den Monologen Othello's nach dem finſteren Momente ſeines gefaßten Argwohns gegen Desdemona und vorher in der Scene, in welcher er dem Senat das Entſtehen ſeines Liebesbundes erzählt.

nur die zwei erſten Theile zugegangen ſind, wird in 37 Bändchen die aus der gleichen Zahl beſtehenden Stücke des Dichters bringen, während im 38. Bänd⸗ chen eine biographiſche und literarhiſtoriſche Einlei⸗ tung verſprochen wird. Es muß als wünſchenswerth hervorgehoben werden, daß dieſe Schlußarbeit ſo ein⸗ fach verſtändlich und ſo ausführlich wie möglich aus⸗ falle und es nicht unterlaſſe, dem Laienpublicum gegenüber die zahlreich eingebürgerten planen Erfin⸗ dungen und phantaſtiſchen Willkürlichkeiten aufzu⸗ decken, welche von Büchermachern und Romanſchreibern über das Leben des Dichters ausgeſtreut ſind. Für intelligente literaturfreundliche Perſonen, die nicht ſelbſt ſich durch Quellenforſchung unterrichten können,

würde es ſchon angenehm ſein, ein Buch in Händen

Das Unternehmen, von welchem uns bis jeßt

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