Jahrgang 
27-52 (1867)
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dort unter dem Laube die verborgen gehaltenen Piſtolen hervorholten, kam es Ihnen da nicht eben⸗ falls ſo vor, als wenn zwei dunkle Schatten in der Ferne auftauchten?

Sollten mich denn diesmal meine Augen und Ohren getäuſcht haben? erwiderte Georg ungläubig mit dem Kopfe ſchüttelnd und ſich von Neuem vor⸗ ſichtig umſehend.Doch nein, ich weiß, ich kann mich auf mein Geſicht und mein Gehör verlaſſen und ſo denke ich, wird Ihre Einbildungskraft Sie ge⸗ täuſcht haben, welche durch das Bewußtſein, daß Sie durch die Polizei verfolgt werden, aufgeregt iſt.

Dieſer Benard iſt ein wahrer Spürhund, wenn es gilt, Leuten auf die Fährte zu kommen, welche ihm bei ſeinen nichtsnutzigen Plänen im Wege ſind,

ſa gte Thalheim.

Sie liefen dem Wolfe aber auch gerade in den Rachen, bemerkte Georg lachend.Sie waren durch Fräulein Emma gewarnt, Sie wußten, daß der Fuchs bereiks Ihre Anweſenheit gewittert hatte und dennoch ſetzten Sie alle Vorſicht bei Seite und umſchlichen am hellen Tage ſeine Wohnung.

Das iſt wahr, entgegnete Herr von Thalheim,

aber ich wußte meine geliebte Emma in Verzweiflung und das zerriß mir das Herz; ich wollte ſie wenig

ſtens durch einen Blick tröſten, und kurz und gut, würden Sie nicht daſſelbe für Ihre Suſanne gewagt haben?* 4

Das iſt etwas Anderes, ſagte Georg;dabei habe ich es blos mit Leuten zu thun, die ich mir nothigenfalls durch einen tüchtigen Meſſerſtich vom Leibe halte.

Hätten Sie nicht den Kerl, welcher mich vor⸗ geſtern ſo plötzlich verfolgte, noch gerade zur rechten Zeit, wie zufällig über den Haufen gerannt, als er u um die Ecke bog, ich glaube, ich wäre verloren geweſen und ſäße jetzt wohlverwahrt hinter Thür und Riegel, bemerkte Thalheim.

Gefährlich genug war's, antwortete Georg, doch das Schickſal hat uns ja zu Freunden gemacht, und wem ich einmal die Hand gedrückt habe, den verlaſſe ich nicht.

Sie ſind auch mehr, als Sie ſcheinen wollen, warf Thalheim ein.

Still, davon kein Wort, das iſt gegen die Ab⸗ rede!

Nun gut; was gehen mich am Ende auch Ihre Geheimniſſe an? Genug, Sie haben ſich als ein treuer bewährter Freund gezeigt und hätten Sie mich die letzten acht Tage nicht ſo gut verſteckt gehalten, ſo

wäre ich dennoch wahrſcheinlich bereits dem Herrn

d'Aubignoisce in die Hände gefallen.

Folge. 727 Vergeſſen Sie dabei die ⸗Tante» im ⸗wilden Mann, nicht, ſagte Georg lachend,denn dieſer ge⸗ bührt dabei das Hauptverdienſt. Und dann Meiſter Stich, den Pathen meiner Suſanne, wiſſen Sie wohl, wie ſchnell ich ihn letzthin zur Thüre hinaus expedirte, als er, ſeiner Gewohnheit gemäß, im Einhorn⸗ hinter dem Bierkruge wieder laut politiſirte und be⸗ hauptete, die Zeit käme jetzt bald, wo alle Franzoſen zum Lande hinausgejagt werden würden?

Ja, das war eine ſonderbare Art, mit dem alten Kauz Freundſchaft zu ſchließen, lachte Thalheim.

Und doch hat er mir dies Hinauswerfen nachher gedankt, antwortete Georg,denn gerade ein ver⸗ kappter Polizeiſpion war es, dem er ſein Herz öffnete.

Woraus Ihnen nun der Vortheil erwachſen iſt, daß Sie jetzt in ſeinem Hauſe Zutritt haben und nunmehr Ihre Suſanne täglich ſehen können.

Und war es nicht ein wunderbarer Zufall, fuhr Georg fort,daß Meiſter Stich gerade für den Kutſcher des Herrn Benard arbeitet? O, ich ſage Ihnen, in dem alten Schneider ſteckt eine poetiſche Natur. Er iſt noch zu jeder Zeit bei der Hand, einem unglücklich Liebenden Beiſtand zu leiſten, und ſo über⸗ nahm er es denn auch bereitwillig, mit der neuen Kutſcher⸗Livrée, die er geſtern ablieferte, ein Brieſchen von Ihnen mit einzuſchmuggeln, das er geſchickt genug in Fräulein Emma's Hände zu ſpielen wußte.

(Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Ernſt Jurk.

Auf Julius Moſen's Grab.

O, ſchneidend iſt's in deutſches Mark gedrungen Und klagend hallt's im Walde deutſcher Eichen: Ein Dichter Deutſchlands wandert zu den Leichen Und eines Sängers Harfe iſt verklungen.

Ein treuer Kämpfer hat den Sieg errungen Und gab der Welt ein unauslöſchlich Zeichen. Kein Leiden war dem ſeinen zu vergleichen, Doch hat er nie ein Klagelied geſungen.

O Deutſchland, ſtimm' zur Trauer deine Töne, Denn er verdient den Schmerz, den namenloſen; Du weinſt um einen Deiner beſten Söhne!

Unſterblichkeit dem Duldernamen: Moſen! Das ſei die Inſchrift, die ſein Denkmal kröne, Das Deutſchland ihm errichtet, ſeinem Großen,