Vierke tihre länder, jede Gelegenheit wahrnimmt, um ſich in Spannung nd den zu bringen, und dann ſeinen Gefühlen Luft zu machen, hat ſchreien auch dieſen Wurf des Schlüſſels unter ſeinen Beifall oder Schau⸗ Tadel geſtellt. Fängt der Unternehmer denſelben mit ſeinem d rau⸗ Hute auf, ſo erfolgt rauſchendes Geklatſche; fällt das Inſtru⸗ er Rei ment in den Sand, ſo lacht und pfeift das Volk. Der Unter⸗ nd die nehmer grüßte, und von dem Altane flog ein mit Bändern zſe In— reich geſchmückter Schlüſſel, doch flog er leider in den Sand. kunſten Man lachte und ziſchte. Neue Trompetenfanfaren und Töne Ne des einer Militär⸗Muſik ſchollen B iſterung erregend durch ſind die Lüfte. Ein herrlicher Shaüeswae uns zu Theil: die iſchen Eſpadas mit ihren Qnadrillen, di Picadores und Bande⸗ laare rilleros hielten in reicher, altſp iſcher Tracht mit ſtolzem, en ſch leichtem Schritte ihren Einzuge Es folgten ihnen die mit f den Fähnlein und Glöckchen geſchmückten Mauleſel, welche be— n von ſtimmt ſind, die getödteten Thiere fortzuſchaffen. Alt⸗Spa⸗ erhe⸗ nien nahte mit ſeinen Gebräuchen, mit ſeiner herrlichen nere⸗ Kleiderpracht, mit ſeinen impoſanten Bewegungen. Ihres uge Muthes, ihres Sieges bewußt, traten die Kämpfer mit ſtolzem ds der Blicke in die weite Verſammlung. Jubel begrüßte ſie von V 3 1 allen Seiten, die ſchönſten Augen glänzten ihnen von den Fend⸗ Galerieen feurig entgegen; es war einer jener Prunkzüge, bei anden— denen nicht das Geld, dieſes kleinliche Treibmittel neuerer 6, ſP Zeiten, das Beſte that; nein, nur das Gefühl, das Bewußt⸗ aale ſein der eigenen Kraft gab dieſen Männern ihre Würde. rzen; Wie reich, wie ſehr den ſchönen Bau hervorhebend war die üigen Kleidung der Eſpadas und ihrer Quadrille. Geſchmackvoll ddas geſtickte, ſchöne Seidenſpencer ſchloſſen ſich an den ſchlanken edul⸗ Leib; über die Achſeln ergoſſen ſich Stickereien von Gold euden und Silber gleich reichen Blätternetzen; den freien Hals ſich engte keine Halsbinde ein; die reichen Haare waren zum Ge„ Vortheile der edlen Züge zurückgekämmt, und endeten in chen einem kleinen Seidenzopfe, welchen ein reicher Buſch von itten ſchwarzen Seidenmaſchen zierte; auf dem Kopfe ſaß ein
Fnl⸗ pfiffiges Sammetkäppchen; den Leib umgürtete eine breite folgt unde, Schärpe; die kurzen Hoſen, auch mit Gold oder Silber ver⸗ teng⸗ ziert, waren von gleichem Stoffe wie der Spencer; vom elch Knie abwärts umſchloſſen das gut geformte, geleuke Bein
feine Seipenſtrümpfe, welche roſenfarb oder weiß waren; über den Schultern hingen graziös und in reichen Falten die mit reichgeſticktem Kragen verſehenen Seidenmäntel; ſo waren die Eſpadas, ihre Quadrillen und die Banderilleros gekleidet. Die— Kämpfer zu Pferde hatten die reichen Spencer, Schärpen und Haarputz mit den übrigen „Fechtern gemein, aber ſtatt des Sammetkäppchens ſaß der,
gungen.
Mantelſchwinger das in Wuth gerathene Thier.
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ſie ihr
Folge. 699 unbeſchreiblich die Spannung; der Stier iſt es, der ſchwarze Heerdenſohn, welcher mit mächtigen Sprüngen unter dem unendlichen Jubel, dem lauten Enthuſiasmus der Menge in den weiten Kampfplatz ſtürzt, mit dem erſten, von einem weiß und blauen Bande geſchmückten Pfeile im Nacken ver⸗ wundet. Plötzlich ſteht er wie feſtgebannt und blickt lange und wild die tauſend und tauſend Geſtalten an. Majeſtätiſch mißt er den Platz, auf welchem er kämpfen, auf welchem er ſterben ſoll. Da umſchwirren ihn die edlen Geſtalten der Kämpfer und laſſen die Falten ihrer Mäntel vor ſeinen Augen flattern. Gereizt beugt er das Haupt und ſtürzt den Mantelſchwingern nach; mit graziöſer, leichter Bewegung weichen ihm dieſelben aus. Von Neuem flattern ihm die Gewänder entgegen, von Neuem ſtürzt er mit ſeiner Wehr voran, den Uebermüthigen nach; ſchon glaubt man, er müſſe ſie im wilden Laufe erreichen, er müſſe ihnen das Horn in die Seite ſtoßen, da ſchwingen ſie ſich mit unglaublicher Leichtigkeit, mit unbeſchreiblicher Anmuth über die Wand der Arena, oder retten ſich hinter die kleinen Holzſchirme. Nun beſteht die Kunſt darin, den wüthenden Gegner ſo zu reizen, daß er den Picadores, die zu Pferde ſeiner warten, zurenne; einen Augenblick ſtutzt er vor den Reitern, dann ſtürzt er mit ganzer Kraft auf dieſelben los; man erwartet das Fürchter⸗ lichſte; doch gutgeführte Lanzenſtiche in den Rücken machen ihn das erſte Mal von allen drei Picadores abprallen. Der Stier iſt verwundet, Blut, warmes Blut iſt gefloſſen, der beginnende Kampf verwandelt meine bange Bewegung zum eigenthümlichen Reiz. Der Jubelrauſch oder das Pfeifen des Volkes begleiten den Fechter, den Stier und ſeine Bewe⸗ Ich betrachtete Spaniens ſchöne Töchter in meiner Nähe; die größte Ruhe lag auf ihren Zügen, kein Schauer zu ergreifen. Abermals o ſchönen Geſtalten der Es ver⸗ ſie raſend; iſt die Gefahr zu augenſcheinlich, ſo werfen u ihre Mäntel vor die Füße, und es dringt dann wü⸗ thend auf dieſelben ein, und läßt den Männern dadurch Zeit zum Entkommen, oder ein zuſpringender Kämpfer lockt den Verfolger mit ſeinem Mantel in eine andere Richtung. Von (Neuem erwarten die Picadores den kommenden Stier; ſie geben ihm den Lanzenſtich, doch ha! ſtatt diesmal zu fliehen, dringt der Gereizte mit ſeinen ſpitzen Hörnern in die Flan⸗ ken des Pferdes. Das Pferd hat eine Todeswunde, der Picador ſtürzt zu Bo Immer größer wird das Intereſſe, immer erregender der Kampf. Während ſich der Picador
vor den klaffenden Wunden ſchien ſie umſchwirren die in der Bewegung ſ
der
den.
verſenkt der Stier
durch Bilder berühmte, flache, breitkrämpige, graue Hut mit wieder auf ſein blutiges Pferd ſchwingt, den vielfarbigen Bändermaſchen, den der Zepf horizontal mit voller, herrlicher Wuth ſeine Hörner in das Pferd eines auf dem Kopfe des Reiters hielt. Unter den gelbledernen andern Fechters. So lange die Pferde ſich auf den Füßen Hoſen ſchützten ihn vor den ſpitzen Hörnern ſeines Gegners erhalten können, beſteigt ſie der Picador immer wieder; ſchon hohe Stiefeln, was man aus den ſteifen Bewegungen des hängen ihnen die Gedärme heraus, ſchon ſchleppen ſie ſich Mannes wahrnehmen konnte. In der Rechten führte er die todesmatt, da kommt ein neuer Stoß, der ſie hebt und wirft, Pica. Er ſitzt im hohen andaluſiſchen Sattel, der Fuß ruht bis das Pferd unter dem wüthenden Jubel der Menge dem im breiten, mauriſchen Steigbügel. Die Pferde ſind magere, Gegner erliegt. Stets ergreifender wird die Handlung, ſie alte Thiere, was ſich aus ihrer traurigen Beſtimmung er⸗ beſiegt jede Bangigkeit. klären läßt. Stöße beigebracht, bei welchen, Gott ſ Nachdem die Kämpfer ihren ſtolzen Einzug, begleitet verwundet ward, verkündet eine neue von dem rauſchenden Beifall des Volkes, gehalten hatten, Nahen der Banderilleros. Es ſind dies höchſt gewan vertheilten ſie ſich in der Arena, und vertauſchten ihre Män⸗ Männer, welche dem Stiere je zwei lange, mit Papierk tel mit ſolchen, welche für das Gefecht angemeſſener waren. geſchmückte Pfeile in die Schultern ſtoßen müſſen; ein neues Die Maulthiergeſpanne verſchwinden in einer Seitenpforte; Reizmittel für den Verfolgten. Bei ihrem Erſcheinen ver⸗ er Leichtigkeit, mit wel⸗
Nachdem der Stier mehrere tödtliche ei Dank! kein Picador Trompetenfanfare das dte
die Militär⸗Muſik verſtummt; gegenüber der Hauptloge ver⸗ ſchwinden die Picadores. Mit welch. kündet der Ton ſchmetternder Trompeten den großen Augen⸗ chem Schwunge ſtoßen die Banderilleros ihre Inſtrumente blick; es öffnen ſich die Thore; banger wird die Bewegung, dem gerare gegen ſie anrennenden Stier ins Fleiſch! Dann


