Vierte Folgs 697
aiie eine Genoſſenſchaft von zehn Theilnehmern an der ſchraffiren, etwas Erfreuliches hat. Dieſe ſinnige, it den Paſſahmahlzeit, zu der es beſtimmt war aunahm. immer nach einer gewiſſen Hoheit ſtrebende Gediegen⸗ auben An dem Morgen, wohin wir uns zurückverſetzen, heit zieht ſich liebevoll durch das Ganze hindurch. helab⸗ war der fürchterliche Krieg, in welchem der Tempel b Der Landpfleger, der Oberſtatthalter, die gläubigen enaſe und die heilige Stadt der Zerſtörung von Grund Juden, die jüdiſchen Frauen, die Gettbegeiſterung der e bi aus verfallen ſollten, noch nicht zum Ausbruch ge⸗ fleinen Chriſtengemeinden, die Eroberungen der ein⸗ er he. kommen. Noch lagen die Straßen rings nach Jeru⸗ V zelnen Städte wäͤhrend des Krieges, die römiſchen 6ih ſalem— außer wo ſie durch die eine oder andere Heerführer und Titus und endlich der Sturz von Gläu⸗ der vielen Räuberbanden aus den Höhlen und Schluch⸗ Jeruſalem mit dem ſchauerlich großartigen Todten⸗ delnd ten der Wüſten des Landes her unſicher gemacht opfer sraelitiſcher Glaubenstreue, alle dieſe Einzel⸗ 3 wurden— für den friedlichen Wanderer offen und heiten ſind mit mit anſpruchsloſer, ungeſchminkter Alaſ unbehindert. Unter dem Schirme dieſes noch fried⸗ Einfachheit erzählt, und wenn man auch zumeilen über d dr lichen Standes der Dinge hatte ſich das Gewühl der einen ſehr retardirten, breitſchweifig darge eu Gang Niig Pilger, die zu dem bevorſtehenden Oſterfeſte zuſam⸗ ungeduldig wird, ſo ſtellt ſich doch endlich ein Ge— J ni men zeſtrömt waren, und dazu der zahlreichen Ein⸗ ſammtbild heraus, welches wirkliches Leben hat und dn wohner der dichtbevölkerten Stadt, ſchon zu einer durch den inneren Kern hhiſtoriſcher Wahrheit werth⸗ nir Höhe geſteigert, welche Alles, was man je in den voll gemacht wird. Dieſe emſig angeſtrebte, durch Di⸗ größten Städten unſerer Zeit von ähnlichem viel- Kenntniſſe unterſtützte Tüchtigkeit läßt es überſehen g del⸗ köpfigen Gewimmel geſchaut, weit hinter ſich ließ. oder weniger e daß die Schilderung und ocie Die Mehrzahl der Wallfahrer war bereits angelangt. namentlich di ug der Perſonen und ihrer cend, Man befand ſich nur erſt. am Vortage des Feſtes, Leidenſchaft eensneigungen ſich nirgend ge⸗ endet deer jedoch, obwohl zu den eigentlichen Feſttagen nicht nialer Mi!, um ihren Zweck in ergreifender nbeit gehörig, durch die eigenthümlichſte und dedentungs⸗ ſbeiſ zu erreichen. Dieſer Mangel iſt nicht Schuld vollſte Feier dieſer Volks⸗ und Religionsfeſte verherr⸗ des Autors, denn es liegt in keines Menſchen Macht,
gliche licht war: jenem vierzehnten des Monats Niſan, an dagegen anzukämpfen. Möglicher wäre es wohl ge⸗ ahrts⸗ welchem Abends von allen Bekennern des Glaubens weſen, wenn Uechtritz einen einfacheren und ſchöneren n Israels, die ſich zum Feſte eingeſtellt hatten und ſich Styl ſich angeeignet hätte. Jedoch ſteht dieſe etwas u nicht mit einer Verunreinignng nach dem Geſetze be⸗ ſchwerfällige, von vielen Zwiſchenſätzen unterbrochene K ſi vaftst und deshalb ausgeſchloſſen ſahen, das Oſter⸗ Ausdrucksweiſe mit der gründlichen Natur des Autors 87 lamm gegeſſen wurde. im innigſten Zuſammenhange. Wer weniger zu ſagen 117 Wir brauchen dem Verfaſſer nicht weiter zu hat und ſagen will, hat es leichter, dies einfacher zu 1 ffelgen, um zu empfinden, daß dieſe ſolide Weihe, thun. 1 mit welcher im Obigen die Gegenſtände und Zuſtände Sehr dankbar kann das Publicum dem Verfaſſer 4 und ſpäter auch die P rſonen vorgeführt werden, bei für die Beleuchtung eines hiſtoriſchen Stoffes ſein, ba unſerer oberflächlichen rt, Romane zu verfaſſen und der in demſelben Grade in ſeinen Details unbekannt 5* hiſtoriſche Hintergrnde in ſeichter Paſtellfarbe anzu⸗ ithls er Richtigkeit und Größe hat. de 7 W dran” ¹ 2.
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Pich—
Zeuillelon
rung 6 Erzherzog Marimilian in der Arenn zu Sevilla auch ſchon beſchrieben worden ſind, ſo haben ſie doch noch
Er⸗ Es war im September des Jahres 1851, als Arzherzog nie einen Schilderer gefunden aer⸗ wie Erzherzog Maximi⸗ nyel Marimilian, deſſen wildbewegtes Leben und tragiſches Ende lian, von ihnen ein Bild mite ſo jugendfriſchen Vaxben der
. in dem unwirthbaren Mexico eines der dunkelſten Blätter in Begeiſterung entworfen, ſie in ſo plaſtiſchem und doch dabei ſo lbare der Geſchichte unſerer Tage füllt, bei ſeiner Seereiſe auch elegantem Style gezeichnet hätte. Er ſchreibt darüber, wie folgt: nach Andaluſiens glüglliche Geſtade berührte. Was er über dieſen Heute ſoll es mir zu Theil werden, eins jener vielge⸗ icchte Aufenthalt im nigen Spanien ſchreibt, flößt das höchſte V nannten Stiergefechte zu ſehen, durch welche Sevilla's Arena
3 4 Ontereſſe ein; aus jeder Zeile leuchtet die Empfänglichkeit ſo berühmt geworden iſt. Die Stunden verflogen mir. nicht
1 einer für alles Schöne erglühenden Seele. Mehr jedoch ſchnell genug, Ungeduld und Unruhe hatten mich ergriffen.
man. als alles Andere, was g in Spanien geſehen und durchlebt Zum Mittagsmahle hatten wir uns, um den Geſchmack 1
nut hat, haben ihn die Stülkkämpfe gefeſſelt. So oft dieſelben und die Liebhabereien des ſpaniſchen Volkes in allen Phaſen
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