Jahrgang 
27-52 (1867)
Einzelbild herunterladen

638

richtspräſident ſeine Stelle einnehmen. aber Juarez zwei Decrete, in welchen er unbeſtimmte Zeit zum Präſidenten erklärte,

wie bekannt, dort einige Zeit gefangen gehalten. Hauptur⸗ ſache hiezu war wohl ein Speculationsgeſchäft. Juarez hatte nämlich einer New⸗Yorker Geſellſchaft die Genehmigung ertheilt, eine Eiſenbahn über die mexicaniſche Landenge zu bauen gegen einen Vorſchuß von 100,000 Dollars. Hätte nun Ortega ſchnell als Präſident Glück gemacht, dann wären ohne Zweifel die 100,000 Dollars verloren gegangen, denn er hätte für ſeine Rechnung ſofort ein ähnliches Vorſchußge⸗ ſchäft unternommen. Allein die Gefangenhaltung Ortega's ließ ſich doch auf keine Weiſe rechtfertigen, und ſo kann man mit Sicherheit vorausſagen, daß zwiſchen Juarez und Ortega, der viele Anhänger im Lande zählt, in kurzem ein Kampf entbrennen wird. In dieſen zerrütteten, aufgelöſten Zuſtand wollte Maximilian Ordnung bringen, und ſetzte ſein Leben daran. Es wäre ihm aber bei dieſer verdorbenen Generation nicht gelungen, auch wenn Nordamerika ſich gänzlich fern gehalten hätte. DerNew⸗York Herald behauptet: das mexicaniſche Volk ſei ein rabblePöbelhaufe, eine disgraceSchande für die civiliſirte Welt. Es ſei nur gut, daß ſich dieſes vermin,Ungeziefer, durch fort⸗ währenden Bürgerkrieg immer mehr vermindere. Es gelang Maximilian und Napoleon, einen und den andern der mächtigſten Bandenführer, Miramon, Mejia, Cobos, Marquez ꝛc. auf ihre Seite zu bringen, andere hingegen, wie Carvajal, Escobedo fanden es für beſſer, ſich als Republikaner zu erklären. Es war nichts gewonnen, daß Einige ſich dem neuen Kaiſerthum anſchloſſen, ein Paar mehr oder weniger änderten die unglückliche Lage des Landes nicht. In Mexico giebt es über 400 Generale und eben ſo viele Oberſten, welche mit ihren Haufen plündernd umherziehen und ſich, wenn es der Vortheil erheiſcht, der einen Partei anſchließend heute Republikaner und Guerrillasführer nennen, um morgen an einem andern Ort als Kaiſerliche wieder zu erſcheinen. Ein Heer, eine Armee, nach europäiſchen Begriffen die zuſammengeworfenen oder auch bei Raubzügen zuſammen⸗ gepreßten Haufen zu nennen, ſelbſt wenn mehrere Anführer oder Generale ſich vereinigen, wird wohl Niemandem in den Sinn kommen. Es iſt keine Uebertreibung, wenn wir behaupten, daß von den 800 Generalen und Oberſten möglicherweiſe acht leſen und ſchreiben können.

Dieſem gedrängten Ueberblick fügen wir noch die mexicaniſche Zuſtände bezeichnende Schilderung über Kaiſer Maximilians Zug nach Querétaro aus demNew⸗York Herald hinzu. Es heißt daſelbſt alſo: 7

Der Kaiſer brach am 13. Februar mit kaum 3000 Mann von Mexico auf, zum größten Theil Leuten, welche mit Gewalt gepreßt waren, etwa 750 waren Reiter.

340,000, Indianer 5,000,000, Miſchlinge, Meſtizen und Zambos(von Weißen und Indianern) 2,300,000. Der gegenwärtige, vielgenannte Präſident Juarez iſt ein Indianer aus dem Stamme der Mijes. Er iſt ſchlau, ausdauernd und von einem ungezügelten Haß gegen die Weißen beſeelt. Früher Vorſitzender des Obergerichts, ſibernahm er 1867, da bei der allgemeinen Verwirrung eine Wahl unmöglich war, die Regierung kraft eines Artikels der mexicaniſchen Verfaſ⸗ ſung. Laut dieſes Artikels ſollte aber ſeine Präſidentſchaft am 30. November 1864 zu Ende gehen und der Oberge⸗ Statt deſſen erließ ſich ſelbſt auf und ſeinen Nebenbuhler Ortega des Amts eines Obergerichtspräſidenten entſetzte. Ortega flüchtete ſich nach Nordamerika, und wurde,

Novellen⸗Zeitung.

griffen worden, mehrmals in Engpäſſen, worin eine Handvoll tapferer Leute ein europäiſches Heer hätte aufhalten können. Ich ſelbſt verließ Mexico am 14. Februar, um der kaiſerlichen Armee zu folgen. Bei den Wachthäuſern der Stadt wurde mein Poſtwagen drei Viertelſtunden lang angehalten; wir wurden genau unterſucht, und mußten die Päſſe vorzeigen. Kaum eine Stunde von Mexico kamen wir mitten in ein Lager der Liberalen. Ein Officier in einer buntgeſtreiften Decke und mit mehr Blei und Firlefanz behängt, als ein Comantſche⸗Indianer, hielt uns an, fragte und gab dem Commandanten Rapport. Eine Stunde nachher hieß man uns weiter fahren, und ſo kamen wir dann zu den kaiſerlichen Truppen. Zuerſt ſahen wir etwa 100 Stück halbwilden Rindviehs, dann ein gut berittenes und auch gut bewaffnetes ſogenanntes Regiment Lanciers, die aber eher den Picadores in einem Stiergefecht, als Soldaten ähnlich waren. Nachher zwei Regimenter Fußſoldaten, die ihre Schuhe auf dem Rücken hängen hatten und barfuß gingen; ferner einige Frauen zu Pferd, und ſehr viele, die in kurzem Trott liefen, natürlich alles Indianerinnen, mit einer ungeheuern Schaar Kinder. Endlich kam die Artillerie: ein Zwanzigpfünder, 2 Zwölfpfünder, 5 Achtpfünder und 2 Haubitzen. Jedes Geſchütz wurde von 6 8 Ochſen gezogen. Dann wieder Reiter und Fußvolk durcheinander, und weiterhin die Generale Marquez und Miramon und der Kaiſer in blauer Huſaren⸗ uniform, einen Strohhut auf dem Kopfe. Er ritt inmitten der

Soldaten, die er mit Wort und Beiſpiel ermunterte. Die

Truppen übernachteten beim Dorfe San Francisco, ſie durften

nichts mit Gewalt fortnehmen, und mußten Alles, was ſie

bekamen, baar bezahlen: ſo war der ausdrückliche Wille

Maximilians. Gegen Mittag wurde der Kaiſer bei

Copalupam von 500 Reitern angegriffen; er ſetzte ſich, unerſchrocken dem Kugelregen aus. Die Gefangenen wollte Marquez gleich auf dem Fleck erſchießen laſſen, aber der Kaiſer verbot es; trotzdem wurden ſie aber abgethan, ohne daß er es

erfuhr. Unſer Wagen kam dann dem Heere voraus, und traf mit den berüchtigtſten Guerrilleros desGenerals Carvajal zuſammen. Derſelbe hat eine dunkle Hautfarbe, trug einen zerlumpten blauen Rock und Pantoffeln. Er fragte den Poſtillon, ob er dasBewußte aus Mexico mitgebracht habe, und derſelbe übergab ihm dann ein Viſir für einen Zwölfpfünder. Die liebenswürdigen Guerrilleros waren halbnackte, mit Lumpen und einem Strohhut bekleidete Kerle, natürlich barfuß; außer Flinte und Revolver führte jeder noch ein großes Meſſer. Etwas weiter vor wurde unſer Wagen vollſtändig von ſolchen Leuten ausgeplündert. In Querétaro erfuhr man dann von uns, daß der Kaiſer auf Letzteres anrücke. Beifügen muß ich noch, daß, als der Kaiſer Mexico verließ, ſein Reſidenzſchloß Chapultepec von ſeiner eigenen Hofdienerſchaft ausgeplündert wurde. Man ſchleppte die Möbel und andere dorthin aus Europa gebrachte Sachen mit fort. Den wenigen europäiſchen Schloßwächtern war es unmöglich, der Plünderung Einhalt zu thun. Bei dem erſten Verſuch, ſich zu widerſetzen, wurden ſie entwaffnet und eingeſperrt. Die Diebe waren alleſammt Leute, welche der Kaiſer mit Gnadenbezeugungen überhäuft hatte. L.

Eine moderne Exiſtenz.

Manche unſerer Leſer werden von dem plötzlichen Tode des Freiherrn von Wellens, des Generaldirectors der Curhaus⸗Geſellſchaft zu Ems und Wiesbaden, gehört oder

Maximilian war gleich, nachdem er Mexico verlaſſen, ange⸗

geleſen haben, und es dürfte ihnen ſicher nicht unintereſſant

ſein, Leben Stel illuſt

melde Vorzit Audien An ſic die So Roman ſei, un Glück

Genere Auch d der G 40,00 ſeinen Wellen einem aus d reichte

Liiden

harml ſonſti Leider Hom Einſi Einn beſan decke falle verlo Leute nach öe und der