Jahrgang 
27-52 (1867)
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Attention! nimmt Chriſtel das Wort.Ex⸗ cellenz, Herr Becker und Mamſell Neumann haben die Ehre, ſich geſund zu melden. Ob wir das Ge⸗ neſungsfeſt feiern? Darauf antworte ich mit einem lauten und vernehmlichen Ja! Was nun Fräulein Cornelia von Blumenthal betrifft, ſo bin ich von dem Fräulein erſucht worden, für ſie das Wort zu führen, und deshalb erkläre ich: unſere werthe Freundin wünſcht in dieſem Raume nicht geſehen zu werden, ſie bittet, die Herrſchaften möchten von ihrer Gegen⸗ wart nicht die mindeſte Ahnung haben; der Grund für dieſe Heimlichhaltung wird nächſtens bekannt werden.

Dieſer Wunſch wird mit Vergnügen gcceptirt; beginnt doch ſchon die Gewitterwolke, die auf Allen

liegt, ein wenig zu weichen. Und dieſer Urſache willen

läßt auch Goethe dencurioſen Einfall paſſiren; ſonſt würde er, der Feind alles Unklaren, doch wohl

Schwierigkeiten erhoben haben. .(Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Carl Haberland.

Im Gebirge.

Das iſt ein fröhlich Wandern Durch üppig grüne Au,

Mit leichtem Schritt und Herzen Und droben reines Blau!

Da ſchlägt die Bruſt zufrieden, Es lächelt Aug' und Herz,

Und in den Geiſt leicht ſchwebet+.

Frohſinn und Luſt und Scherz.

Doch trittſt du dann in Waldesgrün, Rauſcht über dir das dunkle Laub, Dann Weltgedanken von dir wirf

Und ſchüttle von dem Fuß den Staub; Stumm tritt in's grüne Heiligthum, Im Geiſt und Herzen ernſt und rein Nicht in dem ſtolzen Tempelbau,

Nein, hier biſt du mit Gott allein.

Hier kannſt du deine Noth ihm klagen Und hier dein Hoffen ihm vertrau'n, Brauchſt nicht zu fürchten, daß ein Fremder Mit Hohn auf dich mag niederſchau'n. Bald wirſt du fühlen, wie von oben

Sich auf dich ſenket Fried' und Ruh',

Wie neue Kraft den Buſeg füllet,

Dich neuen Pfaden treibet zu.

Novellen⸗Zeitung.

Und nun den Gipfel friſch erklommen,

Ein kurzer Kampf und er iſt dein!

Tief unter dir da ſiehſt du liegen

Nun Stadt und Fluß und Feld und Hain; Nur leiſe tönt der Menſchen Treiben

Und unbeſtimmt dir an das Ohr,

Es ſteigen aus den tiefen Thälern

Die weißen Nebel leis empor.

Von fern die Abendglocken ſchallen,

Zum Dorfe heim die Heerde zieht,

Und aus dem dichten Walde dringet

Der Vöglein müdes Abendlied.

Auf Thal und Berge ſenkt ſich leiſe

Die Nacht in ihrem düſtern Kleid

Und hüllet ein in tiefen Frieden

Der Menſchen Kampf und Luſt und Leid.

Am Morgen.

Wie lachſt du ſo freundlich,

Du grünender Wald! Wie der Vöglein Lied So lieblich erſchallt! Es rauſchet die Quelle So heimiſch und traut, Wohin das Aug' blicket, Nur Luſt es erſchaut

Und die Blumen 38 Lachen mich an, Und keinen Gedanken Mehr halten ich kann; Sie ſchweben alle

Zu Liebchens Gemach Und küſſen die liebliche Schläferin wach.

Dann ſchweben ſie wieder Neckiſch zu mir

Und lachen und plaudern Einzig von ihr; Dem Herz wird's zu eng In der wallenden Bruſt, Es möcht' ihr entſchweben Auf Flügeln der Luſt.

Jetzt lieg' ich im Graſe Von Duft berauſcht Und träumend das Herz Dem Winde lauſcht,