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Vierte Folge. V. Jahrgang.
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Eine WMWochenchronik für iteratur, Kunst, ſchöne Miſſenſchaſten und Geſellſchaft.
sgegeenen ceipiig, um 30. Auguſt 1867 Saerainhe Euphroſyne. Die Unruhe, in der er ſich befand, die Angſt, die ihn 1 1 drückte, wuchs mit jeder Secunde, und vergebens ſpürte er der Urſache dieſer ſonderbaren Stimmung Aus Weimars goldnen Tagen nach. Um Chriſtel brauchte er doch nicht weiter be⸗ von ſorgt zu ſein; erſt vor einer halben Stunde hatte ja Karl Neumann⸗Strela. Frau Neumann ſeinem Boten geantwortet: Der Tochter
gehe es beſſer, nur ſolle ſie das Bett nicht früher verlaſſen, als bis der Arzt dageweſen ſei.
Und es ward Tag... Woher nur dieſe Unruhe, dieſe Angſt? Er grübelte
Es war trübe und kalt und ſtill. Die Vögel vergebens darüber nach, er ſchalt ſich umſonſt einen ſangen nicht, der Wind, der in Weimar ſelten etwas Thoren. Rückte der Stundenzeiger zu langſam vor? von Ruhe weiß, ſchlief, kaum rührte ſich ein Blatt. um elf Uhr wollte er hin und Chriſtel begrüßen. Vergebens ſtrengte der Sonnenball ſich an, die Wolken Er rief die Magd. Er beauftragte ſie, zum Pferde⸗ zu durchbrechen; ſie hielten brüderlich zuſammen und verleiher zu eilen, damit ſchleunigſt die braunweiße gewährten nicht dem beſcheidenſten Strahle den Durch⸗ Stute, die er ſtets geritten, für ihn geſattelt werde. blick. Die Magd wandte ein, es würde bald Regen geben.
Am Fenſter, die Hände in den Taſchen, ſtand Er aber winkte ihr Schweigen zu, und ſie ging, den Heinrich Becker. Bald horchte er auf den Schlag der Kopf ſchüttelnd. 2 Rathhausuhr, bald ſchweifte ſein Auge über den Markt⸗ Einzelne ſchwere Tropfen fielen, als er zum platz, wo eben die Milchfrauen aus den nächſten Dör⸗ Frauenthor hinaus und die Straße nach dem Kirch⸗ fern ihre Kannen und anderen Gefäße ausbreiteten. dorfe Berka entlang ritt. Bis elf Uhr hatte er die
(Fortſetzung.)’


