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Buſen ſenkte? Einerlei; genug, daß Goethe über⸗ raſcht aufathmete, daß Böttiger kein einziges ſchiefes Geſicht zog, ſondern ein gnädiges„Hm, hm“ hören ließ, daß Karl Auguſt jenen halb brummenden, halb ſingenden Ton ausſtieß, mit dem er ſeinen Beifall auszudrücken pflegte. Ja, dieſelbe Menge, die über Goethe's„Thorheit“, eine Dichtung Shakeſpeare's einzuſtudiren, gewitzelt hatte, die bisher nur an Stücken wie Hagemann'’s„Martinsgänſe“ oder Kranz' „Theatraliſche Abenteuer“ Gefallen gefunden, die mit geringen Ausnahmen nur die liebe Neugierde hergetrieben— dieſelbe Menge ſaß jetzt ſo an— dächtig lauſchend da, als würde ihr von der Stätte des Vergnügens herab ein neues Evangelium verkündet. Sonderbar. Dieſer„König Johann“ war doch auch nur eine„Komödie“, aber die Worte darin waren doch wieder ſo ganz andere; ſie bohrten ſich in's Herz und machten es hoch und höher ſchlagen, ſie erweckten kein Gelächter, dafür aber Begeiſterung, ſie rüttelten den Menſchen förmlich zuſammen. Daß Goethe, obgleich ſeine Erwartungen weit überflügelt wurden, und mit ihm die Einſichtsvolleren im Publi⸗ cum Vieles anders und beſſer gewünſcht hätten, daß Corona als Lady Faulconbridge und Chriſtel als Arthur auch bei der Darſtellung die Palme davon⸗ trugen— alles das liegt auf der Hand. Anfangs zwar haftete Chriſtel eine für uns wohl erklärliche Unruhe und Aengſtlichkeit an, aber als ihr die Menge mit brauſendem und immer wachſendem Beifall lohnte und— als ſie Becker(er verließ auch während ſeiner größeren Pauſen den Platz hinter der erſten Couliſſe nicht) ein paarmal in's leuchtende Auge geſehen, da kam wieder die gewohnte Ruhe, Wärme und Sicher⸗
heit über ſie und da— eben begann die Scene, in
der Hubert Arthur das Augenlicht rauben will und Arthur es ſich durch ſeine Liebenswürdigkeit, Schärfe und Feinheit des Geiſtes zu erhalten weiß— da mußte ſelbſt eine Corona Schröter gegen ſie in den Schatten treten.
Wie rührend klangen aus dieſem Munde die Worte:.
„Habt ihr das Herz? Als euch der Kopf nur ſchmerzte,
So band ich euch mein Schnupftuch um die Stirn,
Mein beſtes, eine Fürſtin ſtickt' es mir,
Und niemals fodert' ich's euch wieder ab.
——— Wollt ihr mir die Augen blenden?
Die Augen, die kein einzig Mal euch ſcheel
Anſahn, noch anſehn werden?“
„Was braucht ihr, ach! ſo ſtürmiſch rauh zu ſein?
Ich will nicht ſträuben, ich will ſtockſtill halten.
Um's Himmels willen, Hubert! Nur nicht binden!
Nein, hört mich, Hubert, jagt die Männer weg,
Und ich will ruhig ſitzen, wie ein Lamm;
Will mich nicht rühren, nicht ein Wörtchen ſagen, .*
Folge.
Noch will ich zornig auf das Eiſen ſehn. Treibt nur die Männer weg, und ich vergeb' euch, Was ihr mir auch fuͤr Qualen anthun mögt.“
Und dann, nachdem Hubert das„Gut, leb!“ geſprochen, wie wunderbar ſchön brach Arthur in die Worte aus:
„Nun ſeht ihr aus wie Hubert! All' die Zeit Wart ihr verkleidet.“
„Ah, ah, der Tauſend!“ machte Böttiger im Parterre, und hundert Köpfe vor ihm drehten ſich und hundert Stimmen echoten:„Der Tauſend!“
„Superbe!“ ſchnarrte der Herzog von Gotha, und „Superbe!“ krächzte auch der Fürſt von Deſſau, und Anna Amalia, Karl Auguſt und Thusnelda von Göxhauſen applaudirten um die Wette, und die Herzogin Louiſe nickte ſehr freundlich.
Auf der rechten Galerie ertönte„Charmant! Reizend! Niedlich! Allerliebſt! Wer hätte das von der kleinen Perſon erwartet!“ wirr durcheinander; und auf der linken? Schiller und Wieland vergaßen eine Priſe zu nehmen, und das wollte ſehr viel ſagen; Einſiedel und Bertuch klatſchten ſich faſt die Hände wund; aber der Major von Knebel? Warum ſaß er ſo ſtumm, ſo ſtillvergnügt da? und warum blickte er zuweilen auf die Uhr?
Im„Ziegenſtall“ drückten ſich Chriſtel's Collegin⸗ nen vor lauter Enthuſiasmus die Hände, ſie freuten ſich „königlich“ über„das liebe ſüße Ding“.— Wenn Chriſtel Neumann den Arthur heute ſpielte? Min⸗ deſtens würden da ſämmtliche Inſaſſen der Schau⸗ ſpielerinnenloge vor lauter Aerger blau und grau und grün und gelb anlaufen und den chhriſtlichen Wunſch hegen:„Das kokette alberne Ding, das gern einen Baron angeln möchte, aber keinen kriegen könnte,“ möchte dreitauſend Klafter tief verſinken und da unten gezwickt, geſchmort, gebraten und ge— ſotten werden!
Goethe erhob ſich geräuſchlos und trat einige Schritte zurück. Nahe der Logenthür ſtand ein Stuhl. Darauf ließ er ſich nieder, er mußte im Verborgenen weinen.
Und während nun die zweite Scene abgeſpielt ward, begab ſich etwas Merkwürdiges. Mit vor Er⸗ regung und Erſchöpfung glühenden Wangen war Chriſtel in die Garderobe geeilt, und flugs hatte ſie den Riegel vorgeſchoben und ſich athemlos auf den nächſten Stuhl geworfen. Dann ſprang ſie wieder em⸗ por und warf die Schifferkleider über. Kaum damit ffertig, pochte es. Nur mit Widerſtreben öffnete ſie. Aber ſtatt der Garderobenfrau, die ſie zu erblicken glaubte, ſtand der ſpindeldürre Beuther vor der Thür. Er ſchob ein Zettelchen hin und kicherte dazu ſehr ſeltſam und ſagte:„Ein ſchönes Compliment von


