Jahrgang 
27-52 (1867)
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522 Novellen⸗ZJeitung.

heute die Fackel des Krieges zu entzünden, nicht mehr in den alten Feld⸗ und Kriegslagern faud, iſt dem iſt es Ländergier oder Eroberungsſucht, welche die tiefen Ernſt gewichen, mit welchem der intelligente Völker zu den Waffen ruft; nur für gewaltige, große, Soldat von heute, der Sohn eines gebildeten Volkes, geiſtbewegende Principien, deren Austrag auf allen den Krieg betrachtet, deſſen zweifelhafter Ausgang anderen Feldern vergeblich verſucht wurde, zur Abwehr ſein Vaterland bedroht. des Unbilligen, zur Vertheidigung des heimiſchen Daheim weiß er ſeine Familie, deren liebende Herdes, für das Recht und um es zu ſchirmen, nur Zärtlichkeit ſein Geſchick an das ihre bindet. Es dafür finden wir die civiliſirten Nationen noch auf fällt zwar auch heute noch, was fällt, und geht unter, den Feldern ſtehen, auf denen das Glück der Waffen was untergeht, aber Thränen, ungeſehene und offene, das letzte Wort redet. Und wie die Söhne des Vater⸗ fließen über die todten Helden, und ihre Gräber landes den Krieg führen, ſo ermeſſen ſie auch am werden geſchmückt, wenn es dem klagenden Schmerz beſten die Schwere, mit welcher er daſſelbe belaſtet. gelingt, ſie zu finden. Ihre Namen gehen nicht ver⸗ Unſer Zeitalter, großgezogen im Dienſt der vorwärts⸗ loren, ſie bleiben ein Beiſpiel für die tapferen Ge⸗ eilenden Cultur, alt geworden bei den Huldigungen noſſen, eine Erinnerung für treue Freundſchaft, für aller Wiſſenſchaften, mit den philoſophiſchen Lehren die Liebe ein Gegenſtand des Segens und einer ver⸗ der Weisheit genährt und ſtark durch den Reichthum lorenen Hoffnung. einer blühenden Induſtrie, deren Intereſſen mehr als Man iſt bemüht, die Zahl der Opfer auf ein heilſam ſich vor die Spitze jeder Bewegung drängen, Minimum zu beſchränken, man ſcheut die Leben, ſo unſer Zeitalter kann Kriege von langer Dauer weit es die gebieteriſchen Verhältniſſe und der rauhe nicht ertragen. Sie ſind unmöglich geworden. Wenn Krieg geſtatten. ihre nicht zu ſtillende Flamme emporlodert, bewirken Endlich iſt es die Feldſanität, die in ihr volles gigantiſche Anſtrengungen in ſchnellgeführten, vernichten⸗ Recht treten und zu ihrer ganzen rettenden Thätig⸗ den Schlägen ihre baldige Dämpfung. keit ſich entwickelt ſehen wird. Armeen, an Stärke den Völkerwanderungen gleich, Und dann:Soldaten, für einen Tag wie der eilen in forcirten Märſchen nach den Brennpuncten heutige, ſagte Wellington am Morgen einer Schlacht der Entſcheidung, jedes Opfer wird für ſie gebracht und zu den Seinen,lohnt Euch das Vaterland lang keine Anſtrengung geſcheut, nicht die Hitze des Tages, Eures Lebens! noch die Kälte der Nacht, nicht die wilde Unfreund⸗ Gewiß wird ſolche Schilderung Niemand ohne lichkeit der Witterung, noch der herbe Mangel, nicht Theilnahme, ja ohne innere Bewegung leſen können, Hunger oder Durſt: man trägt, kämpft, blutet oder denn es exiſtirt kaum Jemand, der nicht im Kreiſe ſtirbt; aber man ſchlägt den Feind oder man ſeiner Verwandten, Freunde oder Bekannten ein wird geſchlagen! Mitglied hätte, welches durch den letzten kurzen, aber Man erkennt die fremde oder die eigene Obmacht großen Krieg berührt worden wäre. Wie oft ſelbſt und iſt beeilt, zu dem Frieden zu kommen. war dieſe Berührung die jenes finſteren Genius mit DasNosce te ipsum hat freilich hierbei der umgeſtürzten Fackel, der ſeine vernichtende Hand einen höheren Kaufpreis, als ſonſt irgendwo. Indeß, nur einmal auf das Haupt eines Sterblichen legt! es iſt dann und wann vonnöthen, daß er gezahlt Der Verfaſſer beleuchtet wohl ſo ziemlich jeden wird. Punct, und es ſind leider noch manche dunkele, wenig Aber während der Krieg entbrennt, weilt das erfreuliche dabei, die auf die Pflege der Verwundeten Auge des Vaterlandes auf ſeinen kämpfenden Söhnen. und auf das Leben im Kriege Bezug haben, und geht In ſeinen Fahnen iſt es bei ihnen. Sie ſchlagen dann auch zu dieſem Gegenſtand bei anderen Na⸗ ſichfriſch, frei und fromm, aber die Fröhlichkeit, tionen über. Es zeigt ſich, daß auch hierin Preußen welche man bei dem Berufsſoldaten von ehedem und bis jetzt auf der Höhe der Einrichtungen ſteht.

Die ſchlimmen Freunde. Schriftſteller zum Thema ihrer Novellen und Erzählungen

Aus dem Tagebuche einer jungen Chefrau. gewählt haben, es ſind und bleiben die Variationen deſſelben Eheſtand iſt Weheſtand ſagt ein altes Sprüchwort, unerſchöpflich. Auch Amely Bölte, die beliebte Schrift⸗

und wie auch immer die Wahrheit deſſelben die Poeten und ſtellerin, hat in ihrer bekannten feſſelnden Schreibweiſe

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