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ſeit der erſte Hioreif in das Land zog und mit ihm
Ingulf's, des Normanns, ſchöne Tochter, die Ahne meiner Familie. So gingen Jahre hin und Knut Hioreif, der letzte männliche Sproſſe der adeligen Banernfamilie, ſitzt auf Iſefjord; er hat keinen Sohn, der ſeines Namens Erbe werden ſoll und ſein Haus weiter führen, er hat nur ein Töchterlein, das nennt er Edda, weil es ſchön iſt, wie Edda, die Tochter des Islandskönigs. Alles wird aufgewendet, um die Edda in ihrer Pracht zu entfalten, beim Biſchof von Reikiavig wird ſie erzogen und in Allem unterwieſen, und freudig begrßt Knut Hioreif die herrliche Roſe, als ſie heimkehrt vom Biſchof auf die väterliche Diele. Edda duftet auf Iſefjord und Knut's Herz hüpfet vor Freude; Alles geht gut und das Mädchen neigt ſich dem Jugendgeſpielen, der einſt ſein Leben für die Freundin geben wollte, zu— wiſſet Ihr, wen ich meine, Junker?“—
„Ich verſtehe Euch, Knut, ſo redet nur weiter!“ entgegnete Erich..
„Freudig begrüßt der Bauer von Iſefjord den
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es ſchlecht verſtanden, Herr Ritter, Euch Eurem Stande gemäß zu benehmen und habt ein wackeres, ehren⸗ haftes Stücklein vollbracht, bei Gott und Chriſti Leiden!“
„Knut, vergeßt Euch nicht!“ rief Erich zornig und trat auf den Bauern zu.
„Hört mich nur erſt weiter,“ ſprach Knut.„Was Eure Künſte geweſen, Herr Junker Erich Niegelſon, davon hat der einfache Bauer von Island keine Kunde: glatte Zunge, falſcher Blick und heuchleriſche Rede mögen wohl Eure Waffen geweſen ſein, der Bauer weiß es nicht, da derlei Sachen bei uns auf Island nicht im Handel und Wandel des Lebens gang und gäbe ſind; allein das weiß er, daß Ihr das Mädchen berückt habt, daß Ihr ſie dazu bewegt, den Nielſen Trampe zu verſtoßen, daß er auf iſt nach Grönland, und daß die Edda Hioreif bleich wie der Tod daheim am Meere ſitzt, ſeit der adelige Herr von Seeland ihrer ſatt geworden und weiter gezogen iſt, um noch mehr zu brechen auf Island von des Landes duftigen Blüthen!“
Bauernſohn von Enkernäs auf ſeinem Bauernhofe, denn der dünket ihm gut als Freier um die Bauern⸗ tochter: ich bin reich, ſehr reich, Junker Erich, und ich zaͤhlte in Gedanken meine Schätze, um eine Bauern⸗ hochzeit zu rüſten, wie ſie noch nicht dageweſen im Banne der ganzen Inſel; die Armeu wollte ich ſpeiſen und die Dürftigen kleiden, der Kirche zu Holum eine
Decke ſchenken von Sammet um Altar, Beichtſtuhl
und Kanzel— und ſchon redete ich nach Schwäher⸗ weiſe mit dem Klaus Tramve, dem alten Bauern von Enkernäs, da—“ und mit hohler Stimme fuhr er fort, indem er die Hand von Erichs Arm zog und vom Felſen aufſprang, auf dem er bis dahin geſeſſen —„da führte Norſen Kordrauſon Euch in mein Haus und wir begrüßten Euch freudig, denn Gaſtlichkeit ſitzt allezeit am Herde von Iſefjord. Ohne Furcht und Zweifel ließ ich Euch daheim allein mit der Edda, denn ſie war die Verlobte Nielſen Trampens und der Bauer von Enkernäs hatte mein Wort zum Ehe⸗ gelöbniß. Da nun, Herr Junker Erich Niegelſon, hab Ihr Euch die Zeit zu Nutze gemacht und es ſchien dem adeligen Herrn von des Königs Leibgarde zu Fuß der Mühe werth, dem armen einfachen Bauern⸗ mädchen von Iſefjord den Kopf zu verrücken und es zu blenden mit thörichter Rede. Ihr traget Säbel, Helm und Schärpe, weil Ihr Euch zu einem Stande rechnet, der aus dem Ritterthum hervorgegangen iſt: der Officier iſt durch ſeine Stellung ſchon ein Edel⸗ mann und Ritter, allein, wenn es von jeher Pflicht des Ritterthums war, Unſchuld und Tugend zu ſchützen und ein biederes Vertrauen zu ehren, ſo habt Ihr
Und der Bauer reckte ſich auf und ſeine Stimme rollte wie der verhaltene Donner zwiſchen den Bergen.
„Was meinet Ihr dazu, Herr Junker?“ ſprach er.„Dünkt es Euch nicht noch gar komiſch, daß der Bauer von Island die Vermeſſenheit beſitzt, den ade⸗ ligen Herrn von Seeland gar noch daran zu mahnen, daß er ſeinem Herzblatt, dem Liebling ſeiner Seele und ſeinem einzigen Kinde, um einer Spielerei willen das Herz gebrochen hat?“
Erich erwiderte Nichts und ſtille lagerte rings auf dem Grabe Norſen Nadocks.
Da trat der Bauer plötzlich auf den Junker zu, legte ihm beide Hände auf die Schultern und ſprach mit weicher Stimme:
„Das, Junker Erich, wollte ich Euch ſagen: als der Norſen Kordrauſon zum erſten Male wieder vor⸗ ſprach auf Iſefjord, wollte ich Eurem Helfershelfer den Hals umdrehen, weil er meinem Mädchen zum Unglück verholfen, und der Knut Hioreif ging mit dem Plaue um, die Schande ſeiner Tochter an dem Buben zu rächen, der ſie berückt hat: ſie hat ihr Wort gebrochen und ihren Vater meineidig gemacht, den Nielſen in das Elend gejagt, und bin ich daheim, ſo ſchaue ich ihren Jammer und fahre ich hinaus auf das Meer, ſo ſehe ich in der Fluth ihr thränenreiches Bild; bin ich allein, ſo fürchte ich mich vor meinen eigenen Gedanken, und gehe ich unter die Leute, ſo meine ich in jedem Blick eine Frage um das Geſchick unſeres Hauſes zu leſen! Auf Island gilt noch die
Blutrache und es haben ſich Geſchlechter gegenſeitig


