Jahrgang 
1-26 (1867)
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Vierle

das wirklich der Fall iſt und wenn ich Georgina liebe und ich weiß, daß ich das thue ſo ſcheint mir das bei der ganzen Angelegenheit die Hauptſache zu ſein. Ich meinerſeits mache mir wegen der Anſichten des alten Herrn über dieſen Gegenſtand gar keine Beſorgniſſe. Ihr ſeht, daß es ganz unſere Georginens und meiner Perſon Angelegenheit iſt und nicht die ſeinige, obſchon es eine ſchwere Aufgabe iſt, ihn die Sache in dieſem Lichte erblicken zu laſſen. Ich bin aber überzeugt, daß am Ende doch Alles richtig werden wird. Das ſage ich Georginen, wenn ſie ſich wegen der ſchlechten Laune ihres Vaters Beſorgniſſe gemacht. Sie iſt ſehr ver⸗ ſtändig und ich glaube, ſie betrachtet die ganze Angelegenheit ziemlich in demſelben Lichte, wie ich es thue nur kann ſie natürlich nicht vergeſſen, daß er ihr Vater iſt, während ich Gott danke, daß er nicht der meinige iſt. Ich danke Euch Allen nochmals für Eure guten Wünſche.

Aus dieſen Worten wird man leicht erkennen, daß Ned Stone nicht zu den leidenſchaftlichen Liebhabern gehörte. Was dasSchreiben einer Ballade an die Augenbrauen ſeiner Geliebten betrifft, ſo glaube ich nicht, daß er eine ſolche hätte zu Stande bringen können, ſelbſt wenn ſein Leben davon abgehangen hätte, daß er ſie ſchriebe. Sein Puls ſchlug immer gleich ruhig und pünctlich. Das Thermometer ſeiner Liebe ſtand auf temperirt und zeigte nicht die ge ringſte Tendenz zum Steigen. Mochte Cupido thun, was er wollte, ſo ſchien er doch nicht im Stande zu ſein, in dieſer Beziehung große Veränderungen zu bewirken. Augenſchein⸗ lich betrachtete Stone Liebe und Ehe von dem proſaiſchen und praktiſchen Geſichtspuncte. Poetiſche und gefühlvolle Ideen über dieſe oder irgend andere Gegenſtände waren ihm nicht möglich. Seine geregelte Heiterkeit weigerte ſich, durch dastägliche Liebesfieber geſtört zu werden. DieMerk⸗ male des Verliebtſeins, wie man ſie gewöhnlich annimmt, waren an ihm nicht zu bemerken. Er war in der That für die allgemein verbreiteten Ideen über die Liebe ein großer Querſtrich. Viele mögen vielleicht geneigt ſein zu glauben, daß er gar nicht als ein Verliebter betrachtet werden könne; daß er blos ein Mann war, der im Begriff ſtand, ſich zu verheirathen, was keineswegs bedingt, daß man auch verliebt ſein muß. Sicher zeigte er weder in ſeiner Haltung, noch in ſeinem Reden und ſeinem Benehmen das excentriſche Weſen, das man gewöhnlich von einem Verliebten erwartet. Er affectirte kein beſonderes Entzücken über die beabſichtigte Veränderung in ſeinem Leben, obſchon er der Zukunft mit einer Art von ruhigem Vergnügen entgegen ſah. Ueber den aufgeregten Zuſtand ſeines Gemüths oder über die Aufregung ſeiner Gefühle ſagte er nie ein Wort. Er betrachtete Miß Warren weder als einen Engel, noch als eine Gattin, und hätte ſich Jemand einfallen laſſen, ſie als ein Weſen dieſer Art zu bezeichnen, ſo würde er wahrſcheinlich der Erſte ge⸗ weſen ſein, Widerſpruch dagegen einzulegen. Die Leiden⸗ ſchaft ſtörte ſein Geſicht durchaus nicht. Miß Warren er⸗ ſchien ihm blos als ein hübſches, gefühlvolles, engliſches Mädchen, das ſie in den Augen Aller war, die ſie kannten. Wenn Ned Stone überhaupt als ein Verliebter zu betrachten

Folge. 379 für das Leben geeignet: ein ſolider, dauerhafter Artikel, und in dieſem Lichte verdiente ſie Beachtung. Sie war kein Wein, der mouſſirte und aufbrauſte und roſenfarbig über den Rand des Glaſes ſchäumte, trotz Allem aber war ſie ein ge⸗ ſunder, haltbarer und kräftiger Wein. Es war recht gut möglich, daß ſie ſi beſſer und werthvoller als ihr ſchäumender Nebenbuhler bewährte.

Ich liebte den Mann. Sein innerer Werth wurde von Allen, die ihn kannten, vollkommen gewürdigt. Ueberdies war er ein großmüthiger, braver Camerad, ein zuverläſſiger, entſchloſſener Freund. Für mich war der Fortſchritt ſeiner Liebesgeſchichte ein Gegenſtand des intereſſanteſten Studiums. Ich erwog oft die Fragen: Wird dieſe Heirath ihn ſehr verändern? wird ſein praktiſches Weſen zuletzt unterliegen? wird ſeine Philoſophie ſich gegen die Leiden⸗ ſchaft probehaltig beweiſen? oder wird er nicht zuletzt, wie die meiſten anderen Männer, wie kühl er auch in das neue Verhältniß eintreten mag, in ſeiner Bruſt ganz unerwartet ſich ein Feuer entzünden und auflodern finden?

Eines Abends machte ich ihm einen Beſuch. Er war allein. Er ſah etwas ernſt aus und in ſeiner Hand hielt er ein kleines, verſiegeltes Packet. Wir ſprachen von manchen gleichgültigen Gegenſtänden; dann erkundigte ich mich nach dem Befinden der Miß Georgina Warren.

O, haben Sie es nicht gehört? ſagte er ruhig.Aber ganz natürlich konnten Sie noch gar nichts davon gehört haben. Die Sache iſt vorüber; aus der Heirath wird nichts, Alles iſt zu Ende.

Das iſt doch nicht wahr?

Doch; die Sache iſt abgebrochen, wie man zu ſagen pflegt; es iſt ein harter Schlag, über den ich ſehr bekümmert

bin; aber es iſt nicht zu ändern. (Schluß folgt.)

Das Leben der Frauen auf Cuba.

Wer nicht auf Cuba war, hat gewöhnlich ganz falſche Begriffe über die dortige Lebensweiſe und die Gewohnheiten der Bewohner. Die Frauen, meint man, liegen auf weichen Kiſſen neben marmornen Springbrunnen und ſchlürfen beim Duft der Trepenblumen und dem Geſang buntgeſiederter Vögel Nectar aus ſilbernen und goldenen Schalen. Aber dies Alles exiſtirt nur in der Phantaſie des Dichtes, der gar zu gern dieſe Schönheitsinſel, dies Land der Citronen und

Orangen, mit den glühendſten Farben ſchildert. Gewiß iſt aber, daß Mutter Natur hundertmal mehr gethan hat, um dieſen Fleck Erde anziehend zu machen, als die civiliſirten Menſchen, denn nirgends werden die letzten Spuren des Bar⸗ barismus mit ſolcher Zähigheit feſtgehalten, als auf Cuba. Creoliſche Frauen, welchem Rang und Stand ſie auch angehören mögen, genießen ihr Leben ſehr wenig, und doch beſitzt eines reichen Pflanzers Frau ſo viel von dem, mit deſſen Hülfe man ſich alles mögliche Wünſchenswerthe auf der Erde verſchaffen kann. Aber die Hülfsquellen, welche durch eine gute Erziehung dem weiblichen Geiſte geboten werden, ſind

war, ſo herrſchte doch in ihm der Geſchäftsmann vor. Dabei ihnen meiſt verſchloſſen; ihr Verſtand iſt beſchränkt, ihr Ideen⸗

muß gleichzeitig erwähnt werden, daß er als Geſchäftsmann durchaus ehrenhaft und ein vollkommener Gentleman war.

Stone's Liebesgeſchichte war ſehr intereſſant, und wenn ſie überhaupt ein R

werden könnte, ſo war er unbezweiſelt etwas ſchwerfällig. Seine

Liebe war durchaus nicht zu einer Schauſtellung, aber ganz

Dennoch war darin etwas ſehr Achtenswerthes.

V kreis bewegt ſich nur in dem kleinen Cirkel, in dem ſie ſelbſt leben. Und warum das Alles? Weil der ſchöne Boden un⸗

für den Zuſchauer nicht fruchtbar bleibt, weil man von dem üppigſten Unkraut die oman genannt prachtvollen Blumen erſticken läßt, die trotz aller Vernach⸗

läſſigung hier und da emporblühen und zeigen, was eine ſorgſame Cultur bewirken könnte. Hier herrſcht noch überall die Neigung vor, daß das Lernen ausſchließlich für das