Jahrgang 
1-26 (1867)
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hat nach altherkömmlicher Sitte das Strandrecht, und ich habe Euch drüben am Vagnafjord ſo zu ſagen aus dem Meere gefiſcht; nun ſeid ihr mein und bleibt eine gute Weile beim Norſen auf Vidöe. Wißt Ihr, über vier Wochen um die Vollmondszeit iſt die Kirch⸗ meſſe zu Reikiavig, da reite ich mit Euch hinauf und wir beſuchen gemeinſam Euren frommen Ohm, den Biſchof; iſt's Euch recht, Erich, denn ich habe Euch ſchon herzlich lieb gewonnen und muß Euch darum bei Eurem Taufnamen nennen, ſo ſchlaget ein und bleibt bis zur Meſſe bei mir auf Vidöe!

Und Erich, den es gar nicht drängte zum from⸗ men Onkel, an deſſen Hand er in Gedanken immer die Tochter des Grundbeſitzers von Island in der Seehundsrobe ſah, ſchlug freudig ein und meinte, es würde wohl noch zeitig genug ſein, wenn er mit dem Vollmond zur Meſſe nach Reikiavig käme. Und ſo ſaßen ſie denn am Camin, Beide zufrieden mit dem eben geſchloſſenen Vertrag, als Norſen wieder begann:

Bälle und Gaſtereien können wir Euch freilich hier nicht bieten, wie Ihr ſie drüben haben mögt in Kopenhagen; Island iſt arm und dürftig, aber was es Euch bieten kann, das ſollt Ihr haben, ſo wahr

ich Norſen Kordrauſon heiße. Seid Ihr ein Jäger, llt Ihr Möven und allerlei Seevögel oder das Rennthier ſchießen; die Eidergans ſollt Ihr heimſuchen an ſchwindelnder Klippe, weit in das blaue Meer will ich Euch hinausfahren, daß Ihr das Netz wimmelnd von Fiſchen emporziehen könnt. Den Surturbrand wollen wir graben, der uns das Holz erſetzt und in deſſen Kohlenſchichten mannigfache Verſteinerungen ſich finden; ſeltene Steine und Pflanzengebilde decken des Eilandes Boden. Oder liebt Ihr Naturſchönheiten umgeben von ſtürmiſchen, die meiſte Zeit mit har⸗ tem Eis bedeckten Meeren, mit vielen Felſen und Klippen und immer höher ſich thürmenden Eisfeldern, gewährt Island mit ſeinen hohen, kahlen, mit ewigem Schnee und Eis gekrönten Gebirgen, mit zahlreichen ſchroffen Felſen, ungeheuren Lavafeldern und den überall ſich bietenden Spuren fürchterlicher Erdbeben und ver⸗ wüſtender Revolutionen, mit dem Hekla und den Gei⸗ ſern einen höchſt intereſſanten Anblick. Und doch iſt das Leben auf Island nicht ſo ganz freudelos; wenn es Euch beliebt, reiten wir morgen ſchon hinaus an den

Ifſefjord zum Knut Hioreif, dem reichſten Grundbe⸗ ſitzer aus Island: der feiert morgen der ſchönen Edda ſechzehnten Geburtstag und Geſang, Tanz und Spiel wird uns den Tag verkürzen. Doch, edler Junker, habt Ihr nicht ſchon daheim in Kopenhagen ein Mägdlein, deſſen Bild in Eurem Herzen wie in einem ſtachelichten Reifen ruht, ſo daß Niemand ſich unge⸗ ſtraft ihm nahen darf, ſo haltet Euer Herz ja morgen

Vierte Folge.

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feſt. Islands Frauen ſind ſchön, freilich nicht glühend, wie ſie der Morgen und Süden erzeugen, aber ſanft und reizend in wunderbarer Art, und um die ſchöne Edda, die Tochter Knut Hioreifs wird ſich morgen ein blühender Kranz aus den Töchtern der edelſten Ge⸗ ſchlechter von Island ſchlingen: mögen ſie aber noch ſo ſchön ſein, Knut's Edda bleibt doch die Schönſte und der Freundinnen Schönheit dient nur dazu, um Edda's Pracht zu heben, wie die Sterne am nächtlichen Him⸗ mel nur glänzen, um des Mondes ſanftes Licht recht hervorzuheben. Gelt, Junker! Ihr lacht, daß der alte dicke Norſen Kordrauſon, der Stiftsamtmann von Vidöe, aufflackert wie ein Strohwiſch bei der ſchönen Edda allein ſeht ſie nur erſt ſelbſt und dann wollen wir abwarten, ob Ihr noch über den alten Norſen lacht!

Erich lachte allerdings, allein weniger über den Eifer ſeines Wirthes, als vielmehr in dem Gedanken an den morgenden Ball in den Seehundsroben; gern hätte er dem Amtmann ſeine Gedanken mitge⸗ theilt, allein er fürchtete denſelben als Isländer zu verletzen, und ſchwieg deshalb.

Allein, fuhr Norſeu fort,es iſt ſchon ſpät; wir werden morgen in der Frühe aufbrechen, denn der Weg iſt weit bis an den Iſefjord darum gute Nacht auf Island!

Und Norſen leuchtete dem Junker vor in das Gaſtzimmer des Stiftshauſes zu Vidöe und ſchied von ihm mit herzlichem Händedruck. Erich hörte ihn die Stiegen hinabſchreiten, dann ward es ſtill im Hauſe. Der Junker öffnete das Fenſter und ſchaute hinaus: es war dunkel, nur in weiter Ferne ſah er einen leichten Streifen und ein dumpfes Brauſen be⸗ lehrte ihn, es ſei dort das Meer, das ihn heute her beigetragen nach Island zur Freite, und wie er ſeiner Freite gedachte, fiel ihm ein, wie Norſen ihn morgen nach Iſefjord zu führen verſprochen.

Iſefjord Iſefjord, ſprach er bei ſich ſelbſt, ſeltſamer Name, wo hörte ich dich ſchon einmal? Iſefjord! ja, ich hörte dich ſchon, aber wo wo? War es in den Balladen und Romanzen meiner Hei⸗ math, in den Märchen und Wiegenliedern meiner Kindheit wo war es doch wo? Iſefjord?

Und über dem Sinnen entſchlief er, und ein wunderbarer Traum überkam ihn im Gaſtbett zu Vidoͤe. Er ſah ſich im Traume mitten in den Reigen vieler in Pelz gekleideter Mädchen verſchlungen, die drehten ſich und wanden ſich, bis ſie Alle verſchwanden und nur Eine bei ihm zurückblieb, die ihn bei der Hand faßte und das Antlitz zu ihm erhob, und ihrer wunderſamen Augen Pracht drang ihm tief in das Herz und Erich konnte nicht anders, von unendlicher