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Vierte
Klapperſchlangengift.
Ein jedes Gift hat ſein Gegengift, ſo auch das der Klapperſchlange. In Ländern, wo dieſes Reptil vorzüglich gedeiht, findet man häufig Vegetabilien, gegen welche dieſes Thier einen förmlichen Abſcheu hat, ſo z. B. die Waſſereſche. Bricht man einen Zweig ab und nähert ſich mit dieſem der Schlange, ſo werden ihre Windungen und alsbaldige ſchleu⸗ nige Flucht die größte Angſt verrathen.
Wird der Indianer von dieſer Schlange gebiſſen, ſo legt er einen kleinen weißen Knochen, welchen er aus dem Kopf einer früher getödteten genommen und ſtets bei ſich trägt, ſchnell auf die Wunde. Dieſer Knochen ſaugt das Gift heraus, färbt ſich nach und nach gelb und fällt ſchließ⸗ lich ab(ganz ähnlich dem Krebsauge, welches Schmutz aus den Augen holt); in Milch geworfen, entleert er ſich im Nu und beginnt ſeine Thätigkeit von Neuem. Hat der Indianer keine Milch, ſo ſaugt er jenes Gift aus dem Knochen und ſpuckt es aus. Es iſt dies eine ſehr gefährliche Methode, denn die kleinſte Wunde an Lippen oder Zahnfleiſch vermag das Gift mit dem Blute in Berührung zu bringen und wenn auch nicht tödtliche, doch ſehr ſchmerzliche Entzündungen zu veranlaſſen.
Anderer, aber ebenfalls ſehr wirkſamer Mittel bedienen ſich die Blaßgeſichter. In Gegenden, wo die Klapperſchlan⸗ gen heimiſch ſind, hält man vorſichtshalber eine Quantität Schnapps vorräthig. Wird nun ein Menſch von einer Klapper⸗ ſchlange gebiſſen, ſo eilt er ſchnell nach dem nächſten Hauſe, im Fall er nicht das nöthige Getränk bei ſich hat, und trinkt ſo viel(oft 1 bis 2 Quart) davon, bis er ſich einen ganz gehörigen Zopf angeeignet hat, nachher ruht er aus und die Folgen des Biſſes ſind, bis auf eine geringe Anſchwellung, gänzlich gefahrlos und unſchädlich.
Daß in ſolchen an Klapperſchlangen reichen Gegenden das Temperanzgeſetz nicht in Kraft treten kann, liegt auf der
Hand.. 5.
Ein vielverſprechendes Kind.
Ein hübſches Wort eines ächten Pariſer Knaben— ſein Vater iſt einer der eifrigſten Verehrer des Baccarat.
„Wieviel ſind,“ ſagte dieſer zu ſeinem Knaben,„zwei und drei?“
„Fünf.“
„Und fünf und drei?“
„Acht.“.
„Und ſechs und vier?“
„Das macht Baccarat, Papa.“
„Kind, d wirſ die Ehre der Clubs ſein.“ C.
Ein neuer Baumrieſe.
Ueber die gewaltigen amerikaniſchen Mamouthsbäume haben wir bereits vor einer Reihe von Jahren berichtet und auch noch manches andere hierher gehörige Naturwunder den Pflanzenfreunden unter unſern Leſern hinzugefügt. Jetzt iſt wieder ein neues Monſtreexemplar entdeckt.
Nach einer Beſchreibung, welche das Melbourner Wochen⸗ blatt„Auſtralaſian“ mittheilt, iſt in dem Waldesdickicht bei Dandenong(in der ſüdauſtraliſchen Colonie Vietoria) ein Rieſenbaum entdeckt worden, welcher eine Höhe von 392 Fuß oder mit Hinzurechnung der abgebrochenen Krone, die
ſich nach anderen unverſehrten Exemplaren jener Wildniß
Folge. 4 367 auf 30 Fuß veranſchlagen läßt, von 420 Fuß beſitzt. Es iſt eine Eucalyptus amygdalina(der Pfeffermünzbaum oder auch der hängende Gummibaum von Vandiemensland). Nur noch die californiſche Wellingtonia gigantea, von welcher ein Exemplar in der Höhe von 450 Fuß bekannt iſt, macht dem auſtraliſchen Baumrieſen den Rang ſtreitig. Um ſich die Dimenſionen zu verſinnlichen, erinnere man ſich daran, daß die Thurmſpitze des Straßburger Münſters, die höchſte in Europa, ſich nicht mehr als 466 Fuß über die Erde erhebt. 6.
Die große internationale Ausſtellung in Paris. Schon um der Chocolate willen allein wird es ſich der Mühe verlohnen, künftiges Jahr die große Ausſtellung zu be⸗ ſuchen. Nach einer neuern Ankündigung ſoll ein Kiosk ganz der Chocolate gewidmet ſein. In der Mitte dieſes Kiosk wird ſich der Cacaobaum finden. Ein vollkommen damit vertrauter Mann wird das Verfahren des Sammelns der Cacaobohnen und wie dieſelben getrocknet und bereitet werden, erklären. Ein Anderer wird zeigen, wie die Bohne zermalmt und mit Zucker und Gewürzen vermiſcht wird. Maſchinen werden fort⸗ dauernd beſchäftigt ſein, von dieſer zubereiteten Chocolate Bonbons und Chocolatetafeln zu fertigen, und zuletzt wird den Beſuchern von jungen Damen eine Taſſe Chocolate ſervirt werden, um ſie in den Stand zu ſetzen, ſich durch eignen Geſchmack von der Reinheit und Güte des Getränks
zu überzeugen. C.
Eine dreifache Hochzeit.
In Waſhington feierte kürzlich ein dort wohnender Herr ſeine goldene Hochzeit, während an demſelben Tage ſeine älteſte Tochter ihre ſilberne Hochzeit beging und ſeine jüngſte Tochter in den Eheſtand trat. Die dabei anweſenden Gäſte waren in den Staaten Ohio in Indiana und in Deutſchland zu Hauſe. C.
Misrellen.
Eines Weibes Leben beſteht aus lauter Zeiträumen von fünf Minuten, denn nie braucht ſie ihren Reden nach mehr, um ihren Hut aufzuſetzen, ſich umzukleiden, einen Gang oder Einkauf zu beſorgen, das Eſſen herzurichten oder irgend etwas Anderes zu thun.— r.
Ein franzöſiſcher Schriftſteller ſagte kürzlich:„Wer nichts Böſes von den Frauen ſpricht, liebt ſie auch nicht, denn die tiefinnigſte Weiſe, Jemanden zu lieben, iſt die, durch denſelben zu leiden.— r.
Bei einem Concert, welches kürzlich in einer kleinen Stadt von mehreren berühmten durchreiſenden Künſtlern veranſtaltet wurde, fanden ſich natürlich ſo viele Bekannte zuſammen, daß man ſich ganz en famille wähnte, und die gegenſeitigen Begrüßungen und Unterhaltungen wurden daher bald ſo laut, daß ſie alle Vorträge der Concertgeber übertönten. Einer der anweſenden Herren, den dies ärgerte, hatte die glückliche Idee, die neben und vor ihm Sitzenden zu bitten, ein kleines Billet von Hand zu Hand bis zu dem Virtuoſen zu befördern, welcher eben die erhöhte Eſtrade beſtiegen hatte, um ein Clavierſtück zu ſpielen. Das Billet lautete, wie folgt:
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