u Kall Sidonie
Mann.
lke ieben heit.
Vierte
Ihr Echo überfluthet alle Schranken; Und will kein ander Mittel mehr verfangen, So iſt dem Manne auch das Schwert gegeben.
7 3. Shakeſpeare.
Ich habe deine Werke aufgeſchlagen,
Und ſuch' in deinen Geiſt hineinzudringen. Du Dichterheld aus längſt verfloſſ'nen Tagen, Du ſollſt mir meinen Frieden wiederbringen.
Dein Hamlet mag mit müden Räthſelfragen Sich durch das Labyrinth der Skepſis ringen, Du ſollſt mich hoch zum blauen Aether tragen, Wo Harmonieen Ariels erklingen.
Da will ich lauſchen dann dem Chor der Geiſter, Und frei, die Bruſt geſchwellet von Entzücken, In's Wunderland der Poeſie dort blicken.
O Shakeſpeare, du, geliebt von Nationen: So lang' noch Menſchen auf der Erde wohnen, Verehrt man dich als aller Dichker Meiſter.
4. Freiligrath.
Den bunten Turban um das Haupt gewunden, Auf ſtolzem Roß von Bab⸗el⸗Mandeb's Küſte, Den Natagan am Gürtel feſtgebunden:
So ritt er durch den gelben Sand der Wüſte.
Zur Löwenjagd! Gebell von Jägerhunden
Und Roßgewieher! Rings umher Gerüſte!
Ein wilder Kampf! Es bluten friſche Wunden! Die ſichre Kugel ſpaltet harte Brüſte!
Sie haben ihn verehrt und hoch geprieſen, So lang' ſein Zelt ſtand auf Oaſenwieſen; Man ſprach von ſeinem Ruhm auf allen Gaſſen
Nicht länger! Als er deutſche Löwen hetzte, Zur deutſchen Tigerjagd ſein Meſſer wetzte, Da mußte er ſein Vaterland verlaſſen.
d
Literariſche Briefe von Otto Banch.
Neueſtes Geſprächmit dem Grobian. Leipzig,
bei Brockhaus. 1867. Wie Sie wiſſen, liegt es außerhalb unſerer Be⸗
Folge. 359
ſtrebungen, rein politiſche Werke in den Kreis unſerer Beſprechungen zu ziehen. Es lohnt ſich für Kunſt, Wiſſenſchaft und ſchöne Literatur auch, vom Streite des Parteitreibens fern zu bleiben und ſich in ſeinem Intereſſe zwiſchen dem Poſitiven, Realen und dem Aeſthetiſchen, Idealen zu theilen.
Doch es giebt auch eine, freilich nur ſehr ſelten zur Erſcheinung kommende Art, die Politik, ja ſelbſt die des Tages humaniſtiſch⸗philoſophiſch und doch zu⸗ gleich ſo verſtändlich zu behandeln, daß ſie gerade in dieſer idealen Färbung am meiſten dazu geeignet iſt, von der gebildeten Menge beachtet zu werden. Die Anſichten werden durch eine ſolche Auffaſſung des Gegenſtandes geklärt und die ſtörende Beimiſchung der Parteileidenſchaften wird als etwas Würdeloſes, die geſunde Einſicht Verfinſterndes abgeſtreift.
Dieſer Geſichtspunct veranlaßt uns, auf ein vor⸗ zügliches Buch hinzuweiſen, welches die Fortſetzung eines ſchon von uns mit beſonderer Auszeichnung be⸗ ſprochenen bildet. Dieſes neueſte Geſpräch mit dem Grobian geht allerdings ganz auf die Geſtaltung und Hoffnungen unſerer deutſchen Zukunft ein; aber da es keinen Gebildeten giebt, den dieſe Fragen nicht mehr als alles Andere bewegen ſollten, ſo wird gerade dieſes Thema Jeden intereſſiren. Der Verfaſſer ſteht ganz auf der Seite Derer, welche durch Verſöhnung hülfloſer Leidenſchaften und durch Zutageziehung der wahren bleibenden Nationalvortheile Verſtändigung, Einheit und Kraft befördern wollen und ſogar bei denjenigen Theilen, welche ſcheinbar als die momentan Beſiegten eine Urſache zum Groll in ſich nähren dürften. Dieſer Wunſch des Segens bezieht ſich auch ganz ſpe— ciell auf Oeſterreich. Die beiden den Leſern ſchon bekannten Perſönlichkeiten Edmund und Victor unter⸗ halten ſich über einige Veränderungen und daraus entſpringende mögliche Conſequenzen für die kommende Zeit, und wir wollen dieſe Scene ſchönen, zu maß⸗ voller Vereinigung führenden Gedankenaustauſches hier mittheilen. Es liegt geſunde Belehrung in und zwiſchen den Zeilen. Edmund, der Verſöhnende, Hoffende, ſagt zum Zweifler Victor:
„Betrachten wir,“ entgegnete ich mit Ernſt,„die Wirklichkeit!— Zu den ſubjectiven Gelüſten Oeſter⸗ reichs gehörte es, Italien zu beherrſchen. Es war ein Erbſtück; die Kaiſerfamilie der Habsburger hatte den Hang und Drang deutſcher Nation in ſich herüber⸗ genommen und ihn auſtriacirt. Es ging auch, ſo lange die lange mittelalterliche Form des lockern Zu⸗ ſammenhangs durch die Gewaltmittel des Abſolutis⸗
mus verbeſſert wurde. Die Herrlichkeit auf der Halb⸗ inſel wurde gewonnen, verloren, wiedergewonnen; und dem Wiedergewinn konnte man wohl
nach


