Arbeiter ſich Knochenhände und Todtenſchädel zeigten; wie tief hinab die„Aufbewahrungs⸗Räume“ gehen, das hat noch kein menſchliches Auge erforſcht, eben ſo wenig weiß man mit Beſtimmtheit, wie breit ſich das Labyrinth dieſer Gänge aus⸗ dehnt. Die erſten dieſer Gewölbe zeigen nur ſpärliche Kno⸗ chenüberreſte auf, eine trockene reine Luft hält jeden Moder⸗ geruch fern. Je weiter wir vordringen in das finſtere Reich der Grüfte, deſto ſchauerlicher wird der Eindruck. Große Knochengerüſte, mit einer Sorgfalt und Symmetrie aufge⸗ ſtapelt, wie Stöße Holz auf Zimmerplätzen, ſind hier, an den Wänden entlang, emporgeſchichtet, Arm⸗- und Fußröhren, dabei die hohläugigen Schädel, die Rippenwölbungen, Alles in einer Ordnung, wie Säbel und Bajonnete in Zeughäuſern kunſtgemäß arrangirt ſind. Vorwärts! Ueber Hügel und Moder und anderen Attributen der Verweſung finden wir einen Schacht der ſinnverwirrendſten Regelloſigkeit. Als ob ein Heer von Todten aus unbekannten Urſachen die Flucht ergriffen und Wehr und Waffen von ſich geworfen, ſo liegen hier geſprengte Särge, mit und ohne Inhalt, zerſtreute Ge⸗ beine, zuſammenhängende Gerippe, aufrechtſtehende und ge⸗ krümmte Mumien in grauenvoller Unordnung durcheinander. Dazu die geſpenſtige Beleuchtung der Fackeln, welche das Reich der Nacht nur nothdürftig erhellen— es gehören ſtarke Nerven dazu, um dieſen grauſigen Anblick ohne Erſchütterung zu ertragen. Unbegreiflich bleibt es, warum der Verweſungs⸗ proceß bei einigen Leichen nur ſo weit gediehen iſt, daß alles Fleiſch mumienartig eingetrocknet erſcheint, während zahlloſe vollſtändige Knochengerippe die Fortſchritte der animaliſchen Zerſtörung bekunden und Berge von Leichen das letzte Sta⸗ dium der Vergänglichkeit alles Irdiſchen andeuten. Die ſcharfe, trockene Luft kann nicht allein dieſe verſchiedene Wirkung bei den zu gleicher Zeit in dieſen Mauern eingeſperrten Todten hervorgebracht haben, es müſſen andere, mir unbekannte Ur⸗ ſachen dabei von Einfluß geweſen ſein.
Die letzten, am beſten erhaltenen Särge tragen die Jahreszahl 1775.
Wir treten in einen Salon dieſer Leichen⸗Wohnungen. Die Mumie eines rieſengroßen Mannes lehnt halb aufrecht, in der Stellung eines ermüdet Ausruhenden an der Wand, Lappen eines früheren Prunkkleides von dunklem Sammet umſchlottern ſeine Glieder, eine Hand iſt noch mit dem Hand⸗ ſchuh, ein Fuß noch mit einem Schnallenſchuh bekleidet, den Kopf bedeckt eine Allongenperücke. Ihr gegenüber kauert eine Mumie, die ſich, wie verwundert, über ein zu ihren Füßen liegendes Gerippe beugt. In dem nächſten Gewölbe ſcheint die gewaltige Wand nicht mehr Kraft gehabt zu haben, die Wucht des gegen ſie ſtemmenden Inhaltes zu ſtützen, ſie iſt auseinander geborſten und durch die breite Spalte drängen ſich eine Unzahl übereinander geſchichteter Särge, Leichen, Ge⸗ rippe hervor, letztere ſcheinbar mit den Händen nach außen ringend, mit den Füßen ſich Luft ſchaffend, mit den augen⸗ loſen Schädeln vorwärts dringend,— eine grauenvolle Breſche, geeignet, auch den beherzteſten Feind in die Flucht zu jagen.
Einen wahrhaft entſetzlichen Eindruck macht eine Mumie, welche, vollſtändig erhalten, auf einem wohlgeordneten Kno⸗ chenhaufen ſitzt; Alles iſt noch da, bis auf einen Fuß, der bis zum Knie nicht nur die Bekleidung, ſondern auch das Fleiſch verloren hat und den täuſchenden Eindruck eines Stelzfußes hervorbringt. Die Züge des Kopfes mit den blen⸗ dend weißen Zähnen ſind im Fackellichte klar erkennbar und ſcheinen dem Eintretenden mit teufliſchem Grinſen entgegen zu lachen.
Novellen⸗
Zeitung.
In der zweiten Etage, die wir abwärts erreichen, finden wir eine Menge Kinderleichen, in kleine Särge, theilweiſe in Schachteln eingepackt, und eine Unmaſſe menſchlicher Ueber⸗ reſte in allen Formen und Geſtalten. Hier zeigt uns eine rieſige Oeffnung, welche in eine unabſehbare, ſelbſt durch
das Licht der Fackeln nicht zu erhellende Tiefe führt, die ſo⸗
genannte Peſtgrube, die, der Sage nach, mit den Opfern jener entſetzlichen Seuche gefüllt ſein ſoll. Obwohl Leitern den gefährlichen Weg in dieſen Abgrund ermöglichen, hatte doch Keiner von uns Luſt, ihn einzuſchlagen.
Unter einer Oeffnung, welche auf die Oberwelt aus⸗ mündet, zeigt ſich noch eine Vorrichtung, mittelſt welcher auf einer von Bretern gebildeten ſchiefen Ebene die Leichen von der Straße herabgeworfen wurden. Die zahlloſe Menge der hier übereinander gewälzten Gerippe bekundet die Eile und Flüchtigkeit, mit welcher man ſich damals der Leichen entledigt hatte.
Ueber ausgebrochene, wackelnde Stufen, über Berge von menſchlichem Moder und Knochenſtücken, losgeriſſenen und verwitterten Sargbretern geht der unheimliche Weg wieder empor.
Weiter hat auch die neueſte Unterſuchung im Jahre 1846 nicht geführt, wenn es gleich zu wünſchen wäre, daß fromme Hände Ordnung in dieſes wüſte Chaos brächten und das Ganze mehr einem rieſigen Leichenhof ähnlich gemacht würde, als jetzt, wo es einen Aufenthalt bildet, entſetz⸗ lich genug, um einen ſtarken Mann, der ohne Vorbexeitung plötzlich hier eingeſchloſſen würde, zum Wahnſinn zu treiben.
Unwillkürlich beflügelt ſich der Fuß auf dem Rückwege, der Blick wendet ſich ſcheu von den Wänden der Knochen⸗ höhle ab, die, von dem Fackellicht nur theilweiſe erreicht, die abſonderlichſten Formen annehmen, und mit tiefem Athemzug begrüßen wir das Tageslicht. 5
Jobert de Lamballe. Am 26. April fand in Paris die Beerdigung des be⸗ rühmten Wundarztes Jobert de Lamballe ſtatt, der vor einiger Zeit das Unglück hatte, wahnſinnig zu werden und
der jetzt in Folge einer allgemeinen Lähmung geſtorben iſt.
Dieſer geſchickte Wundarzt, deſſen Kühnheit als Operateür ohne Gleichen war, war eine originelle, kräftige Figur. Auf ſeinem Gebiet hat er ſehr glänzende Siege erfochten. Er liebte aber den Glanz und wollte nicht triumphiren, ohne daß es bekannt wurde. Zuweilen ſtellte er bei ſeinen Opera⸗ tionen die Forderung, daß ſieben bis acht ſeiner Zöglinge der Operation beiwohnen dürften. Es ſchien ganz ſo, als befände er ſich erſt dann im vollen Beſitz aller ſeiner Kräfte, wenn er ein Publicum um ſichhabe, was bekanntlich bei vielen Künſtlern der Fall iſt.
Kurz vorher, ehe der Wahnſinn bei ihm zum Ausbruch kam, machte er bei einem Diner in Gegenwart einer zahl⸗ reichen Geſellſchaft den folgenden Vorſchlag, über den die Gäſte ganz verwundert waren. Er ſagte nämlich:
„Wenn die Directoren der Theater, anſtatt Routiniers zu ſein, ein wenig Kenntniß der Bedürfniſſe des Publicums und ihrer wahren Intereſſen hätten, wiſſen Sie, was ſie dann machen würden? Ich will es Ihnen ſagen: Das Vau⸗ deville ſucht immer eine neue Dame aux camellias; das Gymnase braucht jeden Winter eine Demi-monde; nun wohl, ſie brauchen nur Alexander Dumas, den Sohn, zu bitten, ihnen ein Stück zu liefern, worin in dem dritten oder vierten Acte eine große chirurgiſche Scene, eine
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